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Von Gletscherzunge und Russengraben

Weihnachten durch das Fenn Von Gletscherzunge und Russengraben

Weihnachten darf nach dem Essen gewandert werden. Für einen Ausflug empfiehlt sich der rekonstruierte Naturlehrpfad Marzahner Fenn. Entlang des rund sieben Kilometer langen Wanderweges informieren 20 Informationstafeln über die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Die Aufsteller waren zum Teil verfault oder mutwillig zerstört worden.

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Bauamtsmitarbeiterin Kerstin Böhm, Ortsvorsteher Carsten Wuttke und Wanderwegewart Eckard Kühn (r.) vor einer reparierten Informationstafel.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Marzahne. Sie sind wieder da, die Informationstafeln über das Leben der Roten Waldameise, die Herkunft der Gemeinen Robinie oder die Verbreitung der Hundsrose. Alles nachzulesen unter Kiefern und an Feldrändern. Noch rechtzeitig vor Beginn der Weihnachtsfeiertage wurde die teilweise durch Vandalismus beschädigte Beschilderung des Naturlehrpfades Marzahner Fenn wieder hergerichtet. Für die Aufbauarbeiten hat die Stadt Havelsee mehrere tausend Euro in die Hand genommen.

Für Ortsvorsteher Carsten Wuttke ist der lehrreiche Wanderweg im Naturschutzgebiet ein schönes Beispiel dafür, dass Marzahne nicht nur ein Straßendorf ist. „Vor unserer Haustür liegt eine sehenswerte Landschaft, die eine Entdeckungstour wert ist. Der Naturlehrpfad ist eine Einladung auch für die Brandenburger, die sich nach der Weihnachtsgans die Füße vertreten wollen“, sagte Wuttke der MAZ.

Erbe der Eiszeit

Der Naturlehrpfad Marzahner Fenn befindet nordöstlich der Ortslage. Es handelt sich um einen rund sieben Kilometer langen Rundweg. Er ist zu Fuß von Marzahne aus zu erreichen. Oder über die Landesstraße hinter dem Marzahner Ortsausgang in Richtung Barnewitz.

Das Marzahner Fenn ist ein Überbleibsel der letzten Eiszeit. Seine Ausformung erfolgte durch den Vorschub des Inlandeises von Nordost nach Südwest. Die Ränder sind von hügligen Stauchmoränen begrenzt. Am bekanntesten ist der fast 90 Meter hohe Schwarze Berg, der das Tal im Südwesten abschließt. Vom Naturlehrpfad bietet sich im Osten ein schöner Blick auf das Fenn.

Weil das Fenn über keinen natürlichen Abfluss verfügte, konnte sich ein mooriges Feuchtgebiet herausbilden. In einem ehemaligen Torfstich bildete sich ein See. 1917 wurde durch russische Kriegsgefangene ein Abflussgraben in Richtung Beetzsee angelegt, der sogenannte Russengraben.

Angelegt worden war der Naturlehrpfad bereits in den Jahren 2001/2002 durch die Brandenburger Arbeitsfördergesellschaft GABS. Seither nagte an den Aufstellern der Zahn der Zeit, einige Schilder wurden allerdings Ziel mutwilliger Zerstörung. Die Rasthütte mit Blick auf das Fenn, einem flachtaligem Gletscherzungenbecken, ist komplett verschwunden. Dafür wurde jetzt eine Bank aufgebaut. Mitarbeiter des Sozialwirtschaftsbetriebes im Arbeits- und Ausbildungsförderverein Kuhlowitz unter Leitung von Vorarbeiter Olaf Hauschild haben marode Schilderpfosten ausgetauscht und auf einbetonierte H-Anker aufgeschraubt.

An anderen Stellen haben Tafeln neue Dächer zum Schutz vor Regenwasser erhalten. So auch die große Informationstafel über die Entstehungsgeschichte des Marzahner Fenns. Darauf ist auch festgehalten, wie der künstliche Abfluss des Fennsees zu seinem Namen „Russengraben“ kam. „Einige Holzteile waren schlicht und einfach weggefault“, weiß Kerstin Böhm von der Bauverwaltung des Amtes Beetzsee.

Zahlreiche Informationstafeln mussten neu aufgestellt werden

Zahlreiche Informationstafeln mussten neu aufgestellt werden.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Betreut hat die Arbeiten Eckard Kühn aus Brandenburg. Der ehrenamtliche Wanderwegewart des Amtes Beetzsee führt vier bis fünf Gruppen im Jahr nach Marzahne. „Viele Menschen kennen das Fenn gar nicht. Dann ist die Freude über die abwechslungsreiche Landschaft mit ihren weiten Sichtachsen groß“, berichtet Kühn. Entlang des rund sieben Kilometer langen Wanderweges existieren 20 Schautafeln mit Erklärungen über die Tier- und Pflanzenwelt. Einen ähnlichen Naturlehrpfad gibt es im Amt Beetzsee nur noch rund um das Bagower Bruch bei Päwesin.

Von Frank Bürstenbinder

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