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Brandenburg/Havel Von Syrien zum Friseur-Traumjob
Lokales Brandenburg/Havel Von Syrien zum Friseur-Traumjob
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00:20 04.09.2017
Haargenau bis ins Detail: seit August absolviert Saber Hajo seine Ausbildung zum Friseur in Brandenburg an der Havel.   Quelle: Tobias Wagner
Brandenburg/H

 Eineinhalb Monate war Saber Hajo unterwegs, von seinem Geburtsortort Qamishli in Syrien bis nach Brandenburg an der Havel. Ein beschwerlicher Weg, den er zu Fuß, per Auto und in einem Boot zurücklegte und der ihn schlussendlich über Frankfurt (Oder) und Kirchmöser in den Friseursalon „Hair Team“ von Inhaberin Monika Nowotny (66) in der Steinstraße führte. Hier ist der 28-jährige Hajo, der bereits in seiner Heimat als Friseur gearbeitet hatte, seit dem 1. August in der Lehre.

Im Salon frisiert er Männern auf landestypische Art sowohl Haare als auch den Bart, nicht nur mit einem Faden, sondern durchaus auch mit dem Feuerzeug. Der Faden wird hauptsächlich benutzt, um die Gesichtsbehaarung zu entfernen, also Bart und Augenbrauen. Das Feuerzeug hingegen kommt immer dann zum Einsatz, wenn es der unliebsamen Nasen- und Ohrbehaarung an den Kragen gehen soll.

Ein ehrenamtlicher Betreuer vom Roten Kreuz hatte Hajo geholfen, den Kontakt zu Monika Nowotny herzustellen, was aufgrund der Sprachbarrieren anfangs gar nicht so leicht war.

Um seine daheim erworbenen Fähigkeiten als Friseur nicht zu verlieren, arbeitete der junge Syrer in den ersten Monaten unentgeltlich jeden Tag nach dem Besuch von Deutschkursen im Salon.

Das Übernehmen in das Ausbildungsverhältnis verlief allerdings nicht unkompliziert. „Für die Behörden war dies ein Präzedenzfall, sie waren verwundert, dass einem Flüchtling etwas gezahlt werden sollte“, erinnert sich Monika Nowotny. Sie ist seit 1978 selbst Friseurmeisterin, unternimmt von Anfang an viele Amtsgänge mit Hajo gemeinsam unternimmt und steht ihm mit Rat und Tat zur Seite.

Mittlerweile wohnt er sogar in seiner eigenen Wohnung, es gefällt ihm sehr gut hier in Brandenburg. Hajo geht zwar gerne auf dem Marienberg spazieren oder zum Fitnesstraining, am liebsten ist er aber an seinem Arbeitsplatz, dem Friseurstuhl. „Mit meinen Kollegen zusammen zu arbeiten ist das Größte“, erzählt Hajo strahlend, „wir haben so viel Spaß, sind wie eine Familie“.

Negative Erfahrungen habe er hier bisher nicht gemacht, Probleme bereiten dem Auszubildenden lediglich ab und an noch zu schnell sprechende Kunden. Viele, die in das Geschäft in der Steinstraße kommen, um sich frisieren zu lassen, sind sehr interessiert an seiner Geschichte, und obwohl manche zuerst an seinen Fertigkeiten zweifeln, lassen sie sich aber schnell von diesen überzeugen.

Nach der Lehre würde er gerne in der Stadt bleiben. „Berlin wäre zwar auch toll, aber nicht so schön wie Brandenburg“.

Nach Syrien zurückkehren möchte er nicht, zu schlimm seien die Erinnerungen.

Hajo hofft momentan auf das Eintreffen seiner Frau, die noch in Berlin festsitzt. Mit ihr möchte er gemeinsame Kinder aufziehen. Das ist genauso sein Traum, wie nach der Ausbildung weiter beim „Hair Team“ arbeiten zu dürfen. „Friseur ist einfach mein Traumberuf.“

Und deswegen kaufte er sich von seinem ersten Lehrlingsgehalt zwei Haarschneidescheren. Echte Künstler arbeiten eben gern mit dem eigenen Handwerkszeug.

Von Tobias Wagner

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