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Von Urgroßmüttern und flotten Beats

Projektwoche an der Oberschule Von Urgroßmüttern und flotten Beats

Wenn inmitten von fast 200 Schülern zwei alte Damen so gut gelaunt sind wie die Jungen, dann beruht das auf einer erfolgreichen Projektwoche der Otto-Tschirch-Oberschule in Brandenburg. Am Freitag feierten Schüler und Lehrer mit ihren Gästen einen musikalischen Abschluss. Ein Fest der Generationen, auch das der Zehntklässler und ihrer jüngeren Mitschüler.

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Die Schüler beim Projekttag.

Quelle: Jacqueline Steiner

Brandenburg/H. Laute Beats schallen durch die Turnhalle, fast die gesamte Schülerschaft der Otto-Tschirch-Oberschule in Brandenburg hat sich in der Turnhalle eingefunden. Gute Laune am Abschlusstag einer besonderen Projektwoche, an der 180 Schüler dreier Jahrgangsstufen teilnahmen, ist den Gesichtern abzulesen. In der dritten Reihe sitzen zwei ältere Damen. Dass Erna Piekarz (80) und Hilda Fuchs (94) bei dieser Feier dabei sind, hat seinen Grund. Acht Oberschüler haben in diesen Tagen das Seniorenheim Martha-Piter und auch die beiden Bewohnerinnen besucht.

Sie interviewten für das Projekt „Was wir bewegen, was uns bewegt“ die Senioren. Am Freitag nun präsentierten sie in Musikvideos und mit Worten, wie die vergangenen Tage für sie waren. Die ganz jungen Menschen und die ganz alten – damals und heute. Sie sprachen über Politik, die Integration von Flüchtlingen, sie besprachen aber auch ganz Persönliches, wie Erinnerungen an eine Konformation am 15. April 1925 oder den Tod eines Ehepartners vor wenigen Monaten an Weihnachten nach 50 gemeinsamen Jahren.

Die Otto-Tschirch-Oberschule

Jedes Jahr absolvieren die Jugendlichen der Otto-Tschirch-Schule eine Projektwoche. Davon ausgenommen sind in diesem Jahr die Neuntklässler, die gerade ihr Berufspraktikum durchlaufen.

Aufgeteilt sind die Schüler in verschiedene Gruppen und Seminare. Einige treffen sich eine Woche lang zu einem festen Thema wie der Besuch und Begleitung von Patienten einer Reha-Klinik. Andere wechseln zwischen Projekten, von denen es mehrere an jedem Schultag gibt.

Die Projektwoche soll den Jugendlichen die Möglichkeit geben, ihre Stärken und Fähigkeiten auf einen andere Weise zu zeigen als im herkömmlichen Unterricht.

Die Otto-Tschirch-Oberschule liegt in der Max-Herm-Straße in Hohenstücken. Möglich sind dort nach der zehnten Klasse die Abschlüsse Erweiterte Berufsbildungsreife (Hauptschulabschluss), Fachoberschulreife (Realschulabschluss) und Zugangsberechtigung zur gymnasialen Oberstufen zum Erreichen des Abiturs.

Eine Achtklässlerin erzählte wie aus einer anderen Welt von einer alten Frau, die vor vielen Jahrzehnten als Schneiderin Matrosenanzüge für kleine Jungen anfertigte „und dafür einen Groschen pro Anzug bekam“. Erna Piekarz trat anschließend ans Mikrofon und bedankte sich für die Gespräche zwischen den Generationen. „Wir könnten ja die Uromas sein“.

Das besondere an diesem Projekt war, dass nicht die Lehrer, sondern Zehntklässler die „Bosse“ waren, wie Justin und Mathias von der 8b und Jasmin aus der 10 es formulierten. Unter Anleitung der ältesten Schüler schnupperten die Siebt- und Achtklässler in ganz verschiedene Themen hinein. Tierschutz, Theater, Physik etwa. Wie ein Zauberfilm kam dann auch das Abschlussvideo der Physiker unter den Projektteilnehmern daher. Schwebende Würfel, fliegende Kreisel begeisterten die Zuschauer, die immer wieder in jubelnden Beifall ausbrachen.

Zehntklässler sind die „Bosse“

Karin Richter, Lehrerin für Mathe, Physik und Naturwissenschaften und für den Ganztagsbetrieb an der Oberschule in Hohenstücken zuständig, sagte anschließend: „Es war für mich ergreifend.“ Besonders das neue Verantwortungsbewusstsein der Zehntklässler, die für die jüngeren Schüler direkte Ansprechpartner und Regisseure des Projektwoche waren, erfreute die Lehrerschaft. Auch das Ziel „Stärkung des Wir-Gefühls – wir sind Tschirch“ wurde spielend erreicht. Beschwingt durch Rapmusik und flotte Beats.

Der 14-jährige Husejn Ditaev surfte eine Woche durch die Projektgruppe Allgemeinwissen, schulte sich spielerisch in Bio, Physik und Geschichte. Doll habe ihm das alles gefallen, sagt er schnell im Vorbeigehen. Er muss zurück in die Turnhalle. Zu spannend ist es dort an diesem Tag.

Von Marion von Imhoff

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