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Von der Beetzsee-Sonne verwöhnt

Weinlese in Radewege Von der Beetzsee-Sonne verwöhnt

In Radewege steht Joachim Gaentikow vor seinem zweiten großen Jahrgang. Der Freizeit-Winzer kann dank der vielen Sonnenstunden in diesem Jahr früher mit der Weinlese auf seinem Grundstück beginnen.

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Mit dem Refraktometer kann Joachim Gaentikow den Reifegrad der Trauben bestimmen.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Radewege. Es geht los! Früher als im vergangenen Jahr beginnt auf der Radeweger Sandschelle die Weinlese. Die Sonne war den Reben so hold, dass Joachim Gaentikow (69) vor seinem zweiten großen Jahrgang steht. Die Hauptsorten Regent und Baccolo Noir überbieten sich im Zuckerhalt. Die dunklen Früchte sollen so süß wie möglich sein. Täglich prüft der Radeweger ihren Saft mit einem zigarrenförmigen Werkzeug – dem Refraktometer. Dazu hält Gaentikow das mit wenigen Tropfen gespickte Gerät in die Sonne und liest den Zuckergehalt ab. 80, 90, 100 Oechsle – die Spätsommersonne 2016 hat den blauschwarz angelaufenen Trauben noch einmal richtig gut getan. Der Hobby-Winzer rechnet damit, das ihm die Lese in diesem Jahr deutlich mehr als 60 Liter Rotwein einbringt.

Voller  Trauben hängen die Radeweger Rebstöcke

Voller Trauben hängen die Radeweger Rebstöcke.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Warum der Weinanbau bei Joachim Gaentikow so erfolgversprechend ist, hängt mit der Lage seines Grundstücks in der Schmiedegasse zusammen. Es handelt sich um eine nach Süden ausgerichtete Hanglage, die von morgens bis abends von der Beetzsee-Sonne verwöhnt wird. Der fünfeinhalb Höhenmeter überwindende Weinberg wird von einer Treppe erschlossen. Diese schafft den Zugang zu den Terrassen, die vom Hausherren in die schiefe Ebene gegraben wurden. Der Name Sandschelle stammt aus früheren Zeiten, als sich die Leute aus dem Dorf an dieser Stelle mit Kies versorgten.

Obwohl es in diesem Jahr relativ trocken war, werden die Rebstöcke nicht künstlich bewässert. „Die Trauben fallen dadurch etwas kleiner aus, schmecken aber um so intensiver“, berichtet Gaentikow. Nach der Lese folgt die Verarbeitung der Trauben, die der Radeweger ebenfalls in Eigenregie übernimmt. Im so genannten Entrapper werden die Trauben von ihren Stängeln befreit und danach unter Zusatz von Hefe zum Gären gebracht. Nach der Pressung nimmt ein Eichenfass das rote Gold auf, das im nächsten Sommer in Flaschen mit dem Etikett „Radeweger Sandschelle“ abgefüllt wird.

Von Frank Bürstenbinder

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