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Brandenburg/Havel Von der Ruine zum Schmuckstück
Lokales Brandenburg/Havel Von der Ruine zum Schmuckstück
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02:17 10.09.2015
Peggy Kroß-Zatlidis und Panajotis Zatlidis auf dem Hof ihres Hauses in die Wollenweberstraße 48. Quelle: Volkmar Maloszyk
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Brandenburg an der Havel

„Eigentlich wollten wir uns gar nicht bewerben, aber Nachbarn und Architektin Heidrun Fleege haben uns darin bestärkt“, sagt Panajotis Zatlidis. Der 57-Jährige und seine Frau Peggy gehören mit ihrem beispielhaft instand gesetzten Wohnhaus Wollenweberstraße 48 zu den drei Preisträgern, die am Montag im Paulikloster von Landeskulturministerin Sabine Kunst (SPD) den Brandenburgischen Denkmalpflegepreis 2015 verliehen bekamen. Die anderen beiden Preise gingen für herausragendes Engagement bei der Sanierung der Persiuskirche Brügge sowie des Mödlicher Pfarrhauses in die Prignitz. Außerdem wurden drei Anerkennungen vergeben.

An der von Akkordeonistin Susanne Stock umrahmten und von Bürgermeister Steffen Scheller (CDU) eröffneten Veranstaltung nahmen rund 80 Gäste aus den Bereichen Denkmalschutz, Archäologie, Wirtschaft und Verwaltung teil. Der Denkmalpflegepreis wird seit 1992 traditionell eine Woche vor dem Tag des offenen Denkmals verliehen, um das Wirken von Vereinen und Privatpersonen öffentlich zu würdigen. Am 13. September werden unter dem diesjährigen Motto „Handwerk, Technik, Industrie“ landesweit etwa 360 Denkmale ihre Pforten öffnen.

Steinerne Zeugen der Vergangenheit

„Die Preise sind Anerkennung für das Geleistete, aber auch Ermunterung, sich weiter für den Denkmalschutz einzusetzen“, sagte Kunst. Insgesamt wurden 13.000 Euro ausgeschüttet. Die steinernen Zeugen erzählen nicht nur Geschichte, sonder gewännen immer mehr Bedeutung im Kulturtourismus, der wiederum die wirtschaftliche Entwicklung der Region beflügele. In vielen Städten und Dörfern seien wahre Kleinode entstanden, die ohne privates Engagement nicht erhalten worden wären. „Die kulturpolitische Strategie im Land Brandenburg misst dem Denkmalschutz große Bedeutung bei“, betonte die Ministerin. Mit dem neu eingerichteten und für die Grundsicherung gedachten Förderprogramm „Denkmalhilfe“ werde jetzt eine Lücke geschlossen. Für das laufende Jahr stünden laut Kunst 250 000 Euro bereit, für das kommende Jahr eine halbe Million.

„Wir sind stolz, dass aus dem Häuschen in der Wollenweberstraße 48 etwas Schönes geworden ist und dies anerkannt wurde“, so Zatlidis zu MAZ, der in Brandenburg eine Gerüstbaufirma hat. „Wir wollten nicht nur etwas für uns machen , sondern mit dem Erhalt der historischer Bausubstanz auch für Brandenburg.“ Im Juli zog das Ehepaar nach dreijähriger Sanierung ein und erfüllte sich den großen Traum von einem Fachwerkhäuschen in der Innenstadt. Das um 1880 mit Tischerlei errichtet Wohnhaus befand sich nach jahrelangem Leerstand in einem ruinösen Zustand, vor allem der Anbau mit auskragendem Obergeschoss. Er drohte einzustürzen. Neben statischer Probleme hatten sich Hauschwamm, Hausbock und Nassfäule breitgemacht. Heute gehört es zu einem der schönsten Fachwerkhäuser in der Neustadt.

Haus drohte einzustürzen

„Es war ein Bauherr, dem man nicht erklären musste, wie man mit einem Denkmal umgehen muss“, lobt Architektin Heidrun Fleege dessen Mut und Fantasie. Zatlidis, der selbst viel schaffte und das Objekt mit seiner Frau 2012 von Familie Tiemann gekauft hatte, gibt das Kompliment an sie und ihre Kollegin Natalia Vodolazska , Innenarchitekt Thomas Bell und die zehn beteiligten Firmen unter Federführung von Janetzky Bau zurück. Neben alten Techniken wie Stampflehm mit Korkschrot zur Innenwärmedämmung oder Lehmputz, wurde in Absprache mit der Denkmalbehörde altes Holz und historische Ziegel von Abrisshäusern sowie gebrauchte Biberschwänze von der Südklausur des Pauliklosters verwendet. Für das im Sanierungsgebiet liegende Häuschen sind 85.000 Euro aus der Städtebauförderung geflossen.

Von Claudia Nack

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