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Brandenburg/Havel Von neuer Kita bis zur alten Ziegelei
Lokales Brandenburg/Havel Von neuer Kita bis zur alten Ziegelei
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02:16 26.10.2015
Männer vom rührigen Förderverein Gollwitzer Dorfkirche in Aktion. Quelle: Claudia Nack
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Wusterwitz


Neue Förderperiode, neues Glück: Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Fläming-Havel befindet sich im zweiten Auswahlverfahren für Leaderprojekte. Als letzte der drei Arbeitsgruppen hat sich am Donnerstag in der Wusterwitzer Kulturscheune die „AG rund um die Havel“ getroffen, wozu die Ämter Beetzsee und Wusterwitz, die Gemeinden Groß Kreutz (Havel), Kloster Lehnin, Schwielowsee sowie die Städte Brandenburg und Werder gehören.

Mit rund 35 Teilnehmern war es laut Regionalmanager Heiko Bansen diesmal die „mit Abstand“ am besten besuchte AG, beim Auftakt im Frühjahr sei es der Hohe Fläming gewesen. „Dies ist ein Zeichen dafür, dass es aktuell in der Havelregion viele Projekte gibt, die von engagierten Menschen vorgestellt werden wollen, und dass der ländliche Raum lebt“, so Bansen zur MAZ. Jedes halbe Jahr gibt es eine neue Runde. „Schade, dass wir nicht alle Initiativen unterstützen können, obwohl sie es verdienten hätten.“

Mehr als 65 Projekte für zweite Runde eingereicht

Bis zum Stichtag 9. Oktober sind Bansen zufolge mehr als 65 Projektideen bei der LAG eingegangen, die ein Fördervolumen von insgesamt 11 Millionen Euro in Anspruch nehmen wollen. Davon seien 25 Vorhaben aus der Havelregion. Drei Millionen Euro stünden aus dem EU-Leader-Programm derzeit aber nur zur Verfügung.

In der ersten Runde im März hatte der LAG-Vorstand von 74 eingereichten kommunalen und privaten Projekten 17 befürwortet, die Anträge beim Landesamt für Ländliche Entwicklung stellen konnten. Diese sind laut Bansen noch nicht beschieden. Aus der Havelregion harren das Herrenhaus Rogäsen, das Gesundheitshaus Deetz, die Mühlenstückenbrücke Krahne und das Wohnprojekt für ältere und pflegebedürftige Wusterwitzer der Dinge.

Auswahl durch LAG-Vorstand bis Dezember

Da am Donnerstag aus den Bereichen Tourismus, Dorfentwicklung und Wirtschaft gut anderthalb Dutzend Vorhaben vorgestellt wurden, war Sitzfleisch gefragt. Vom Vorstand war nur eine Vertreterin dabei. Sicherung oder Schaffung von Arbeitsplätzen, Zahl der Kooperationen mit Partnern, Barrierefreiheit und Neuartigkeit gehören zu den Auswahlkriterien. Wer seinen Antrag bei der Bewilligungsbehörde einreichen kann, soll Anfang Dezember entschieden sein.

Der Bogen im Brandenburger Umland ist weit gespannt _ von der Verbesserung der sanitären Qualität auf den Campingplätzen in Kützkow und am Lehniner Klostersee bis zur alten Ziegelei in Päwesin, wo der Eigentümer mit dem Trockenhaus ein weiteres historisches Gebäude sanieren lassen und ein Ziegeleimuseum einrichten will. Größeres kommunales Vorhaben ist in der Gemeinde Beetzsee der mit 1,6 Millionen Euro veranschlagte Kita-Neubau mit 74 Plätzen in Brielow. In Kloster Lehnin liegt die Priorität auf dem rund 288 000 Euro teuren Ersatzneubau für den maroden Badesteg im Strandbad liegt.

Verstärkt setzen auch Kirchengemeinden mit Unterstützung von engagierten Fördervereinen zur Rettung der Dorfkirchen wie in Krielow, Butzow und im Warchauer Ortsteil Gollwitz ihre Hoffnungen auf das Leader-Programm. Gleiches trifft für Sportprojekte zu, die aus dem Landestopf finanziert werden, aber grünes Licht von der LAG brauchen. So wollen die Wassersportler in Plaue das Hallendach ihres Bootshauses sanieren, Grün-Weiß Klein Kreutz braucht einen Anbau und der SV Kloster Lehnin plant eine energetische Sanierung des Multifunktionsgebäudes.

Fläming-Havel seit 2002 EU-Förderregion

Seit 2002 ist die Region Fläming-Havel, wozu der Landkreis Potsdam-Mittelmark und die ländlichen Ortsteile der Stadt Brandenburg gehören, als Fördergebiet der Europäischen Union anerkannt. Alle sechs Jahre muss ein neues Konzept eingereicht werden, um EU-Gelder zu akquirieren. In der vorigen Förderperiode konnten in der Region 275 kommunale und private Projekte realisiert werden. Damals sind 30 Millionen Euro Fördermittel ausgereicht worden, diesmal stehen bis 2020 insgesamt nur 20 Millionen zur Verfügung.

Von Claudia Nack

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