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Brandenburg/Havel VEB Adrett wird Wohnadresse
Lokales Brandenburg/Havel VEB Adrett wird Wohnadresse
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11:35 12.09.2018
Die Ruine verschwindet, dafür entstehen hier vier Stadthäuser mit insgesamt 40 Wohnungen. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Bis Weihnachten soll die riesige Ruine am Jakobsgraben gegenüber der Wredowschen Zeichenschule verschwunden sein. Das verspricht der neue Eigentümer Wilhelm Schomaker aus Dörpen im Emsland (Niedersachsen).

Am 12. Juli waren große Teile der Fassade eingestürzt, es musste ein Sperrkreis von 45 Metern um den ebenfalls einsturzgefährdeten Schornstein gezogen werden (MAZ berichtete). In den nächsten Tagen nun soll bereits der Komplettabriss beginnen. „An erster Stelle steht natürlich das Sichern der Hofkirche in direkter Nachbarschaft sowie der Wohnungen entlang der Jahnstraße 5-7“, sagt der Investor. Mit den Kirchenvertretern und mehreren Statikern seien bereits konkrete Absprachen getroffen worden. „Wir haben auch schon Angebote zum Abtragen des Schornsteines eingeholt, zwei Firmen wollen diesen sogar sprengen.“ Das sei trotz der dichten Bebauung ein lösbares Problem, erst vor einigen Monaten sei dies auch in der Alten Brauerei mitten im Zentrum von Eberswalde (Landkreis Barnim) gelungen.

Im kommenden Jahr könnte dann mit dem Errichten von Neubauten begonnen werden. Schomaker will drei oder vier große Einzelhäuser errichten mit 3500 bis 4500 Quadratmetern Gesamtnutzfläche, hier könnten etwa 40 Wohnungen unterkommen. Schomaker lobt ausdrücklich die Zusammenarbeit mit den kommunalen Behörden, insbesondere mit dem städtischen Denkmalamt.

Die Ruine der Textilreinigung in der Kurstraße vom Jakobsgraben aus gesehen soll in naher Zukunft ihr Gesicht ändern. Quelle: Rüdiger Böhme

Mit dem Abtragen des vielteiligen Baus geht auch wieder ein Stückchen Industriegeschichte verloren. Vor 110 Jahren, also 1908, wurde hier eine Tuchfabrik errichtet. Diese wurde nach Kriegsende aufgelöst, weil hier auch Uniformen gefärbt worden sind. Dann sollen verschiedene Dienstleistungsbetriebe hier untergekommen sein, bevor in den 1960er-Jahren der VEB Wäscherei und Textilreinigung „Adrett“ eingezogen ist, erzählt Wolfgang Krause, der damals in leitender Stellung war. „Von unseren 380 Mitarbeitern waren 160 allein am Standort Brandenburg an der Havel.“ Nach der Wiedervereinigung wurde der Betrieb privatisiert, Krause war geschäftsführender Gesellschafter, die Treuhand hatte aber auf den Mit-Einstieg eines Unternehmers aus der alten Bundesrepublik gedrängt. Bis 2001 ging alles gut, dann verließ der Brandenburger das Unternehmen. Knapp drei Jahre später war ganz Schluss, im Jahr 2006 wurde „Adrett“ offiziell liquidiert. Zwischenzeitlich war das Obergeschoss auch als Asylbewerberunterkunft genutzt.

Eine Familie Voß soll die Bauhülle dann ersteigert haben, offensichtlich gab es dann Streit. Die Ruine verfiel. „Das Objekt war nicht gut gesichert, hier spielten Kinder drin“, erzählt Krause. Darüber habe er auch die Bauaufsicht informiert. Später sollen Schrottdiebe Tür- und Fensterrahmen herausgemeißelt haben, was der Stabilität auch nicht zuträglich war. Krause hat zudem rund zehn Jahre an der Bodensanierung gearbeitet, weil aus DDR-Zeiten noch Chlorkohlenwasserstoffe im Grund waren.

Wilhelm Schomaker ergänzt aus seinem Erleben: „Wir waren vor etwa einem Jahr schon an der Immobilie dran, haben die Eigentümerin angesprochen. Doch offensichtlich war sich die Familie nicht einig. Als es dann zum Einsturz kam und die Sicherungspflichten akut wurden, ging es dann ganz schnell mit dem Verkauf.“ Binnen einer Woche soll man sich einig geworden sein.

Schomaker ist in der Stadt kein Unbekannter: Gerade hat er das Sanieren und Neubauen an Brennabor für die ZfA der Deutschen Rentenversicherung nebst Parkhausneubau abgeschlossen. Jüngst verkündete er gemeinsam mit Oberbürgermeister Steffen Scheller die Pläne für das Entwickeln des Ensembles rund um das ehemalige Flakowski-Kaufhaus in der Hauptstraße.

Von André Wirsing

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