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Brandenburg/Havel Fassade der alten Wäscherei eingestürzt
Lokales Brandenburg/Havel Fassade der alten Wäscherei eingestürzt
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16:42 12.07.2018
Die ehemalige Wäscherei im Hinterhof in der Jahnstraße ist am Donnerstag eingestürzt. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Großalarm für Feuerwehr und Rettungsdienst am Donnerstagmittag um 12.35 Uhr: Die Fassade der ehemaligen Großwäscherei zwischen Jahnstraße 3 und dem Jakobsgraben ist großflächig eingestürzt. Auf dem Gelände befanden sich zwei Männer, die sich mit Planungen für den Rückbau des Industriekomplexes befassten – beide blieben unverletzt, bestätigt Polizeisprecher Daniel Keip.

Auch Schornstein birgt Gefahrenpotenzial

Der Löschzug der Berufsfeuerwehr rückte komplett mit fünf Fahrzeugen aus, die Freiwillige Feuerwehr übernahm den Dienst in der Wache, sagt der zuständige Beigeordnete Michael Brandt (CDU). Nach kurzer Zeit konnte der Löschzug wieder abrücken, der Einsturz wurde zum Fall für die Bauaufsicht. Extrem einsturzgefährdet ist nämlich der 35 Meter hohe Schornstein direkt neben der Unglücksstelle. „Wir müssen einen 45 Meter großen Sperrkreis bilden, damit keine Menschen gefährdet werden“, sagt Daniel Wolf von der Berufsfeuerwehr, die auch fürs Absperren und Sichern zuständig ist.

Zum Glück ist niemandem etwas passiert: Große Teile der Fassade eines ehemaligen Industriekomplexes sind eingestürzt, der nächste Wackelkandidat ist der benachbarte Schornstein.

Sperrkreis eingerichtet

Die Schwierigkeiten dabei: Im Sperrkreis liegt der Jakobsgraben, der auch von Wassersportlern und Freizeitkapitänen befahren wird. Deshalb hat die Polizei die Untere Wasserbehörde gebeten, dass diese die Eigentümer der am Ufer vertäuten Boote über das Fahrverbot zwischen der Förster- und der Wredowbrücke informiert, sagt Keip.

Vom Sperrkreis berührt ist unter anderem die Fontane-Grundschule sowie die Wredowsche Zeichenschule. Feuerwehr und Bauaufsicht haben am Nachmittag gemeinsam geprüft, ob und wie stark beide Einrichtungen in der Ferienzeit genutzt werden.

Eigentümerin obliegt Verkehrssicherungspflicht

Das Amt für Schule und Sport hat nun festgelegt, dass der Hof der Fontaneschule gesperrt wird, was derzeit kein Problem ist. Für die Wredowsche Zeichenschule gibt es vorerst keine Einschränkungen.

Allerdings darf in der Jahnstraße 1 weder der Hof noch der Innenraum der Hofkirche derzeit genutzt werden.

Vor Ort war am Donnerstagmittag auch die aktuelle Eigentümerin des alten Betriebsgeländes, sie verweigerte aber rigoros jedwede öffentliche Stellungnahme. Dabei obliegt ihr die Verkehrssicherungspflicht: Das heißt, sie muss dafür sorgen, dass von ihrem Eigentum keine Gefahr für andere ausgeht. Sie muss nun rasch mit den Behörden klären, wie der wackelige Schornstein schnell entsorgt werden kann.

Marode Bausubstanz Ursache für Einsturz?

Möglich wären eine kontrollierte Sprengung wie vor etwa einem Jahr in der ehemaligen Stärkefabrik, oder ob er stückweise mittels Kran und Bagger abgetragen wird. Ein Statiker ist nun beauftragt, zu prüfen, ob derzeit weitere Sperrungen notwendig sind, sagt Brandt. Die Eigentümerin muss ihr Grundstück gegen Betreten komplett selbst sichern.

Die Baubehörde geht derzeit davon aus, dass die marode Bausubstanz alleinige Ursache für den Fassadeneinsturz der Wäscherei war. Gleiches dürfte für den Schornstein gelten.

Der Komplex war früher unter anderem von der Großwäscherei Hoffmann genutzt worden, bevor diese in die Neuendorfer Straße zog. Im vorderen Teil zur Jahnstraße war die Textilreinigung „Adrett“ untergebracht, das Schild hängt noch über der Tür.

Von André Wirsing

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