Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Waldbrand nur mit Mühe gelöscht
Lokales Brandenburg/Havel Waldbrand nur mit Mühe gelöscht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:31 31.08.2017
Das brennende Waldstück in der Bagower Heide. Von bebauten Flächen war das Feuer in einem Douglasienbestand weit genug entfernt. Quelle: privat
Linde

So viele Feuerwehren hat das kleine Linde wohl noch nicht erlebt. Der einsam zwischen Barnewitz und Gortz liegende Weiher war dank seines Tiefbrunnens über Stunden Nachschubbasis für Tanklöschfahrzeuge aus Potsdam-Mittelmark und dem Havelland. Feuerwehrleute brachen von Linde aus in die südlich gelegene Bagower Heide auf, um einen Waldbrand zu löschen. Vor allem wegen der schlechten Wege wurde der Einsatz für Mensch und Technik zu einem mühseligen Unternehmen. Was am Mittwoch gegen 17 Uhr mit einer ersten Alarmierung startete, fand erst am Donnerstagmittag mit dem Abrücken der letzten Kameraden unter Einsatzleiter Torsten Richter aus Brielow seinen Abschluss.

Brandstiftung oder Altmunition

Schaumzusatz wird dem Löschwasser beigemischt, um durch Herabsetzen der Oberflächenspannung das Eindringen des Löschmittels in das Brandgut zu verbessern. So sollen tiefer liegende Glutnester im Humusboden im Wald besser erreicht werden.

Neben einer möglichen Brandstiftung ist die Selbstentzündung von Altmunition eine denkbare Ursache für das Feuer. Kurz vor Kriegsende 1945 gab es in und um Barnewitz noch heftige Gefechte. Danach richtete die Rote Armee in der Umgebung große Waldlager für ihre Truppen ein.

In dem kleinen Linde wurde während des Zweiten Weltkrieges ein Teil der japanischen Botschaft ausgelagert. Und zwar in das Gut der jüdischen Familie Zwillenberg, die von den Nazis zum Verkauf gezwungen worden war.

Die Aufregung begann mit einer Rauchwolke, die von der Kamera des Klein Behnitzer Feuerwachturms (Friedrichshof) entdeckt und an die Waldbrandzentrale bei Rathenow übermittelt wurde. Weil der Brandort zunächst auf havelländischem Territorium vermutet wurde, holte die Leitstelle Feuerwehren aus Barnewitz, Klein Behnitz und Nauen aus dem Feierabend. „Erst nach langer Suche entdeckten wir tief in der Heide einen brennenden Bestand junger Douglasien“, berichtete Beetzsee-Amtsdirektor Guido Müller der MAZ. Der Verwaltungschef gehört selbst der Klein Behnitzer Brandschutztruppe an.

Problem: Fahrzeuge ohne Allradantrieb mussten zurückbleiben. Selbst moderne Autos hatten wegen der ausgefahrenen Wege Probleme mit der Bodenfreiheit. Mit Einbruch der Dunkelheit rückten Feuerwehren aus Päwesin, Marzahne, Roskow und Pritzerbe nach. Es hatte sich herausgestellt, dass sich das brennende Waldstück bereits auf der mittelmärkischen Seite der Kreisgrenze befand.

Feuerwehren aus dem Amt Beetzsee beim Abrücken aus Linde. Quelle: Frank Bürstenbinder

Mit vier Tanklöschfahrzeugen ging die Brandbekämpfung bis in die Nacht um 3 Uhr weiter. „Weil wegen der heiklen Wegeverhältnisse kein Begegnungsverkehr möglich war, mussten die Fahrzeuge große Runden drehen, um in Linde neues Wasser aufzunehmen. Unsere Autos sind dreckig bis unters Dach“, sagte Beetzsee-Amtsbrandmeister Jan Lehnhardt. Dem Löschwasser wurde Schaumkonzentrat zugesetzt, um das auch im Waldboden schwelende Feuer zu ersticken. Auch die Nachführung neuer Kräfte war nur mit den geländegängigen Tanklöschfahrzeugen möglich. Feuerwehrleute aus Riewend, die zusammen mit der Päwesiner Wehr alarmiert werden, ließen ihren Mannschaftstransporter stehen. Sie kämpften sich zu Fuß zum Brandort durch. Zum Einsatz kam auch ein 45 PS starkes Feuerwehrquad aus dem Fuhrpark des Amtes Beetzsee, das sich bei der Waldbranderkundung bestens bewährt hat. Es gehört wie mehrere Löschfahrzeuge aus dem Amt zur Brandschutzeinheit des Landkreises Potsdam-Mittelmark.

Am Donnerstagmorgen wurden die Löscharbeiten fortgesetzt und gegen 11 Uhr beendet. Einsatzleiter Richter geht von einer geschädigten Fläche von über 7000 Quadratmeter aus. Zur Brandursache lässt sich noch keine Aussage machen. Der Douglasienbestand, in dessen Mitte das Feuer ausbrach, ist eingezäunt. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen des Verdachts der Brandstiftung. Zeugen werden gesucht. Wer verdächtige Beobachtungen gemacht hat, soll sich an die Polizeiinspektion Havelland unter 03321/40 00 wenden.

Von Frank Bürstenbinder

Angela Merkel nimmt einen Imbiss im ersten Haus am Platze, im Erdgeschoss und im Dachgeschoss sind Führungsstab und Beobachter vom Bundeskriminalamt einquartiert. In der ersten Etage hat aber die NPD zwei Zimmer gemietet, um just den ersten Auftritt der Kanzlerin zu stören. So geschehen am Dienstag beim Besuch der Kanzlerin in Brandenburg an der Havel.

31.08.2017

Im Blitzinterview antworten die Direktkandidaten des Wahlkreises 60 schnell und spontan auf die Fragen der MAZ. Diesmal antwortet Erardo Rautenberg (SPD). Er gibt eine dumme Angewohnheit preis und verrät, dass er seinem Friseur alle Geheimnisse anvertraut.

31.08.2017

In Brandenburg an der Havel ist am Mittwochnachmittag der Mittelteil einer Straßenbahn entgleist. Personen kamen bei dem Unfall nicht zu Schaden. Die Ursache für den Vorfall ist aktuell noch unbekannt. Die örtlichen Verkehrsbetriebe haben im Stadtteil Görden einen Schienenersatzverkehr eingerichtet.

30.08.2017