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Brandenburg/Havel Noch viel Platz im Generaldepot
Lokales Brandenburg/Havel Noch viel Platz im Generaldepot
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02:15 22.02.2016
Platz ist reichlich vorhanden im Generaldepot. Die Halle soll wieder vermarktet werden. Quelle: BIB
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Brandenburg/H

Seit mehr als einem Jahrzehnt führt die 1953 erbaute Walzwerkhalle auf dem Brandenburger Stahlwerkgelände ein Schattendasein im Wirtschaftsleben der Stadt. Angeboten wird sie inzwischen als Lagerstätte für Industrie-, Archiv- und Kulturgüter. Doch selbst eine erneute Nutzung als Produktionsstandort schließt der Betreiber des „Generaldepots“ nicht aus. Da aber noch Gespräche laufen und nichts vertraglich gesichert ist, hält sich Thomas Fiedler mit Angaben deutlich zurück.

Der inzwischen verschlossene Blick in die große Weite der einstigen Industriehalle ist imposant. Fast 60 000 Quadratmeter Nutzfläche verteilen sich auf sieben Hallenschiffe mit einer Länge von 270 Metern.

Fast 60.000 Quadratmeter groß

Betreiber der Liegenschaft, die als ehemalige Crampe-Halle bekannt ist, ist die vor gut einem Jahr ins Handelsregister aufgenommene Firma Generaldepot GmbH. Deren Geschäftszweck besteht darin, Depots für Sammlungsbestände von Kulturgütern und Fundgütern anzubieten, sie einzulagern, zu dokumentieren, zu erhalten und auszustellen.

Logistikgüter, Verwaltungsarchive, technisches Kulturgut, historisch-archäologische Sammlungen und Baudenkmäler können nach Angaben von Thomas Fiedler (47) im Generaldepot sicher gelagert werden. Der Brandenburger Diplom-Betriebswirt hat die Geschäftsführung im vergangenen September übernommen.

Drahtmatten, Windräder, Flohmarktware

Die Entwicklung des 1953 erbauten Industriegebäudes begann als Walzwerkhalle, die bis 1992 in Betrieb war.

Der Name Crampe-Halle, denn 1994 verlegte die Crampe-Gruppe einen Teil ihrer Belegschaft von Spandau in die Halle nach Brandenburg. Die zur Crampe gehörende Brandenburger Baustahl GmbH produzierte Drahtmatten und beschäftigte rund 180 Mitarbeiter. Das Unternehmen ging jedoch Ende 2001 pleite. Danach war die halle mehrere Jahre ungenutzt.

Die Reber Park GmbH mit Sitz in Rietz erwarb 2007 die ehemalige Walzwerkhalle.

Die Söhne der dortigen irischen Schweinzüchterfamilie Costello versuchten mit der Firma Green Blade ihr unternehmerisches Glück im Reberpark, indem sie einen Betrieb zur Herstellung von Rotorblättern von Windkraftanlagen aufbauten. Allerdings zogen sie sich schon 2008 wieder zurück. Einige wenige kleine Firmen verloren sich damals außerdem in der Riesenhalle.

Die Oberbürgermeisterin setzte seinerzeit Hoffnung in den Standort, die sich auf lange Sicht nicht erfüllte. Der meiste Betrieb herrschte, wenn Flohmarkt war.

Laut Stadtverwaltung firmiert die ehemalige Crampe-Halle seit 2012 unter dem Namen „Generaldepot“. Das Unternehmen besteht aber erst seit Januar 2015.

Die Halle befindet sich nach seinen Angaben im Besitz der BIB Brandenburger Immobilienentwicklungs- und Beteiligungs GmbH, deren Geschäftsführer er ebenfalls ist und die Gesellschaftsanteile an der Firma Generaldepot hält.

Auskünfte zu Mietern oder Mietinteressenten möchte Fiedler während laufender Gespräche nicht geben. Der Immobilieninvestor und -entwickler bestätigt gleichwohl kleinere Vermietungen sowie Verhandlungen mit Produktionsfirmen aus Sachsen und dem Ausland. Um dabei freie Hand zu haben, können die beliebten Flohmärkte nicht mehr in dieser Halle stattfinden.

Keine detaillierten Auskünfte

Die städtische Wirtschaftsförderung hat Investoren, die entsprechende Anfragen an sie richteten, dorthin vermittelt. Rückmeldungen dazu habe die Stadtverwaltung aber nicht bekommen, berichtet Stadtsprecherin Angelika Jurchen. Insofern habe die Verwaltung keine Kenntnisse über die künftige und übergangsweise Nutzung der Halle.

Thomas Fiedler kündigt auf der Internetseite des Unternehmens weitere Sanierungen und Modernisierungen an und verspricht ein individuelles Sicherheitssystem. „Ein ringsum laufender solider Botschaftszaun schützt künftig das 133 600 Quadratmeter große Gelände“, heißt es. Die 74 000 Quadratmeter große Außenanlage könne als zusätzliche Lagerfläche genutzt werden.

Nach Bedarf will der Betreiber die Sicherheit mit einem Sicherheitsdienst, Videokameras, Infrarotsensoren und einer Alarmaufschaltung zur Polizeidirektion gewährleisten.

Von Jürgen Lauterbach

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