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Brandenburg/Havel Walzwerksiedlung: Stadt sieht keinen Förderbedarf
Lokales Brandenburg/Havel Walzwerksiedlung: Stadt sieht keinen Förderbedarf
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16:11 21.02.2018
Das Stadtteilforum zur Walzwerksiedlung im Technologie- und Gründerzentrum war gut besucht. Bürgermeister Steffen Scheller (links) hat es gefreut. Quelle: Christine Lummert
Brandenburg/H

Mitten im Durchschnitt der Stadt Brandenburg findet sich die Walzwerksiedlung wieder. Etwa 70 Einwohner des Stadtteils nutzten am Dienstag im Technologie- und Gründerzentrum (TGZ) die Gelegenheit, um sich bei einem Stadtteilforum darüber zu informieren, wie es aktuell und in Zukunft um die Walzwerksiedlung bestellt ist.

Eingeladen hatte die Stadtverwandlung, die zusammen mit den im Stadtteil aktiven Wohnungsunternehmen über die Perspektiven und Strategien für Stadtteilentwicklung Auskunft gab.

Lutz Wüllner von der Brandenburgischen Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung zeigte auf, wo ihr Stadtteil laut dem Masterplan für die Stadtentwicklung einzuordnen ist. „Für die gesamte Stadt Brandenburg war bis zum Jahr 2014 ein stetiger Bevölkerungsverlust zu verzeichnen“, erklärte Wüllner.

Zurzeit verliert die Walzwerksiedlung Einwohner

Seitdem verkehrten sich die Zahlen – erstmal seit 1989 – wieder ins Positive. Prognosen rechnen trotzdem für die nächsten Jahre mit einem moderaten Schrumpfungsprozess, wobei unter anderem der umkämpfte Berliner Wohnungsmarkt noch ein positiver Faktor für die Brandenburger Einwohnerzahlen werden könnte.

Zurzeit gehört die Walzwerksiedlung noch zu den Stadtgebieten, die Einwohner verlieren. „Da Neuzuzügler auf dem Brandenburger Wohnungsmarkt noch eine relative große Auswahl haben, profitieren vor allem die Altstadt und die Neustadt sowie der gründerzeitliche Ring rund um das Stadtzentrum“, sagte Wüllner.

Geprägt durch Industrie und Gewerbe

Die Walzwerksiedlung ist von allen Brandenburger Vierteln am stärksten durch Industrie und die Nachbarschaft von Gewerbe und Wohnen geprägt. Das Fehlen eines richtigen Stadtteilzentrums und die damit verbundenen Einschränkungen in der Nahversorgung der Anwohner, sowie der Verkehrslärm von der prägenden Magdeburger Landstraße sind weitere Faktoren, warum das Quartier nicht zu den beliebtesten zählt.

Trotzdem ist die Altersstruktur unter den Einwohnern mit 12 Prozent Kindern, 25 Prozent Senioren aber immerhin 63 Prozent im berufstätigen Alter im Vergleich zu anderen Stadtgebieten nicht schlecht. Das Durchschnittsalter liegt bei 47,8 Jahren und passt fasst genau zum Stadtmittel, das bei 47,5 Jahren liegt.

Die Stadt sieht keinen Förderbedarf

Die Stadt sieht für die Walzwerksiedlung keinen besonderen Förderbedarf, wie es zum Beispiel für Hohenstücken und Nord nötig sei. Vor allem die im Quartier tätigen Wohnungsunternehmen können einen großen Beitrag dazu leisten, das Gebiet aufzuwerten und für mehr Zuzug zu sorgen. Vertreter von der WG Stahl, dem Wohnungsunternehmen WBG und der städtischen Wobra gaben jeweils einen kurzen Einblick in ihre Bemühungen.

Marlies Kagel von der WG Stahl, die mit 1271 Wohnungen ein Hauptakteur in der Walzwerksiedlung ist, vermeldete einen Wohnungsleerstand von knapp sechs Prozent. „Das ist durch die noch fehlende bauliche Aufwertung dieser Wohnungen zu begründen, die anderswo schon zum Erfolg geführt hat“, erklärte Kagel.

WBG und Wobra planen weitere Sanierungen

Balkonanbauten und neue Ideen für die Nutzung von Wohnungen in den unbeliebten oberen Etagen, zum Beispiel durch die Einrichtung spezieller Azubi-WG, helfen bei der Vermietung.

Die WBG und die Wobra, deren Leerstand bei zwölf beziehungsweise zehn Prozent liegt, haben ebenfalls die Aufwertung ihres Wohnungsbestandes im Blick. Die Nachfrage, unter anderem auch nach größeren Wohnungen für Familien sei da und jetzt müsse eben bedarfsgerecht weiter saniert werden.

Von Christine Lummert

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