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Brandenburg/Havel Wandmalereien in Johanniskirche freigelegt
Lokales Brandenburg/Havel Wandmalereien in Johanniskirche freigelegt
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19:45 03.11.2016
Susanne Nitsch vor dem Wandbild in der Johanniskirche. Quelle: Volkmar Maloszyk
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Brandenburg/H

Im Kirchenschiff der Johanniskirche werden derzeit etwa 500 Jahre alte Malereien freigelegt. Restauratorin Susanne Nitsch präsentierte am Donnerstagnachmittag den Zwischenstand ihrer Arbeit in der zweiten Nische am Altarende der Kirche. Insgesamt gibt es sechs Nischen, die allesamt vermutlich im 18. Jahrhundert zugemauert wurden. Doch nicht nur das Ziegelwerk bedeckte lange Jahrhunderte die Farbenpracht in der Kirche.

Einer anderen Vermutung der Experten zufolge wurden die Bildnisse im Zuge der Reformation in Brandenburg um 1687 mit einer Kalktünche überdeckt. Die reformierte Kirche duldete zu jener Zeit keine Bilder in ihren Bauwerken. Diese Kalkschicht entfernt die Restauratorin in mühevoller Kleinarbeit und hat mittlerweile Beeindruckendes zu Tage gefördert: Eine Christusdarstellung, viele Engel und ein Stier mit feingezeichneter Lockenpracht.

In der ersten Nische konnte die Diplom-Restauratorin aus Potsdam eine Marienkrönung sichtbar machen. Es war ihre Abschlussarbeit. Nach diesen Erfahrungen wurden die Experten um Nitsch, unter anderem die Leiterin der Fachgruppe Denkmalschutz bei der Stadt, Katrin Witt, neugierig. Wenn eine Nische so prächtig bemalt ist, könnten es die anderen auch sein. In jeder Ausbuchtung entfernten sie vorsichtig das Mauerwerk und warfen so einen Blick dahinter. Ihre Hoffnungen bestätigten sich: Es zeigten sich Ansätze von Malereien. Doch es fehlte das Geld.

Die Freilegung der Kunst in einer Nische kostet 5000 Euro. Während der Buga wurde eine Spendenbox aufgestellt. So kamen 2500 Euro zusammen. Den Rest schoss die Axel-Springer-Stiftung dazu. Die Finanzierung für die Restaurierung der zweiten Nische stand, Susanne Nitsch konnte anfangen zu arbeiten. „Wir sind durch den Fund guter Hoffnung, dass wir auch das Geld für die anderen Nischen zusammenbekommen“, sagt Nitsch.

Von Annika Jensen

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