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Brandenburg/Havel Warum sich der Körper aus dem Rennen nimmt
Lokales Brandenburg/Havel Warum sich der Körper aus dem Rennen nimmt
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15:47 21.02.2018
Ein Theaterabend zum Thema Burnout. Es spielen: Anne Osterloh (rechts), Claudia Schwartz und Lorenz Pilz. Quelle: Daniel Wandke
Brandenburg/H

Der Morgen ist grau und abweisend im Theaterpark: Im Winter leiden jetzt viele unter Antriebslosigkeit. Das legt sich meist im Frühling. Nicht immer: Psychische Erkrankungen waren 2016 mit 17,1 Prozent der zweithäufigste Grund für Arbeitsunfähigkeit. Burnout spielt dabei eine zunehmende Rolle: Auf 1000 AOK-Mitglieder kamen 2016 ganze 109,9 Born-Out-Arbeitsunfähigkeitstage.

Die Vervielfachung der Krankheitstage in wenigen Jahren mag daran liegen, dass jetzt psychische Erschöpfung eher als Krankheit akzeptiert wird, als vor zehn Jahren. Doch vor allem ist er ein Signal dafür, dass zu viele Menschen mehr arbeiten, als ihnen guttut.

90 Minuten ohne Pause – eine Therapie

Weil das so ist, ist ein Theater ein guter Ort, um sich mit dem Thema künstlerisch auseinander zu setzen. Das passiert derzeit in der Studiobühne des Brandenburger Theaters. Dort entwickelt die Regisseurin Gundula Weimann mit den Schauspielern Anne Osterloh, Claudia Schwarz und Lorenz Pilz und Ausstatterin Katrin Wittig ein 90-minütiges Theaterstück, das den Titel „Burn or out“ trägt.

Das Werk, das die frühere künstlerische Leiterin Katja Lebelt für Brandenburg gesichert hat und das mit Geldern des Gesundheitsministeriums und der Gewerkschaft unterstützt wird, fußt auf einem Dokumentarfilm Weimanns zum Thema.

Künstler vom BT begeistert

Dort wie in dem Stück kommen Betroffene, Ärzte und Wissenschaftler zu Wort. Die künstlerische Auseinandersetzung darf dabei trotz des bitteren Thema durchaus auch komisch sein, sagt Gundula Weimann.

Denn längt gäbe es eine Inflation des Begriffes Burnout, der häufig falsch verwendet werde und um den sich dann eine Wellness-Industrie gebildet habe, die aus dem Leid der Betroffenen Profit zieht. Die Künstler sind begeistert von den technischen Voraussetzen, die das fast neue Haus ohne Schauspielensemble bietet.

Vollbremsung des Körpers

Auf der Bühne hat man sich am Donnerstag im Kreis auf Hockern versammelt um über das Stück aber auch jene heimtückische Krankheit zu reden, die häufig schleichend kommt und „dann den Körper einfach aus dem Rennen nimmt“, wie Katrin Wittig sagt. Sie alle diskutieren seit Wochen über die Krankheit und die Folgen, über die Tabus, die damit verbunden sind und den Sebstbetrug, der der Erschöpfung vorausgeht.

Jeder von ihnen kennt aus der Familie, dem Freundes- oder Bekanntenkreis Fälle, bei den Betroffene ausgebrannt sind, die das häufig aber gar nicht akzeptieren. Selbst die Schauspieler beschreiben in ihrer eigenen Arbeit Symptome, die in die Krankheit führen können, um dann mehrheitlich zu erklären: Ihnen passiere das nicht. Wer ist gefährdet? Wer nicht? Auch diese Frage soll den Zuschauern in erst einmal sechs Aufführungen beantwortet werden. Ohne Zeigefinder und durchaus tragisch-komisch in Szene gesetzt.

Weniger Last für den Körper – mehr für den Geist

Ein Burnout-Syndrom entwickelt sich individuell, jedoch kann man heute fast von einem gesellschaftlichen Burnout sprechen, erklärt die Regisseurin Weimann. In dem Maß, wie die körperlichen Anforderungen in der Arbeitswelt geringer wurden, würden die psychischen Belastungen zunehmen.

Deshalb untersuche man im Theaterprojekt „Burn or out“, wie es zu diesem kollektiven Burnout aus der Arbeitsperspektive kommt und stelle alternative Lebensweisen vor, die ein individuelles Burnout verhindern können.

Spannende Produktion

Die Begeisterung und der Tiefgang, mit dem sich die drei Schauspieler – die bis zur Premiere am Freitag, 23. Februar um 19.30 Uhr noch in Brandenburg proben, machen schon jetzt neugierig auf ein Stück Theater, dass sich endlich einmal mit aktuellen Fragen der Zeit beschäftigt.

Weitere Aufführungen
: 24. Februar, 1. und 22. März, 26. und 27. April jeweils 19.30 Uhr in der Studiobühne. Karten in der Ticketeria oder an der Theaterkasse.

Von Benno Rougk

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