Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 8 ° Sprühregen

Navigation:
Warum will sie keinen Moslem als Feuerwehrchef?

Brandenburgs Oberbürgermeisterin Tiemann Warum will sie keinen Moslem als Feuerwehrchef?

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann aus Brandenburg/Havel soll den Aufstieg eines bewährten Feuerwehrmannes verhindern. Grund: Der Mann ist Moslem. Nun hat sich Tiemann geäußert, aber wichtige Fragen offen gelassen.

Voriger Artikel
Lesung in Lehnin: Stefan Schwarz über die Ehe
Nächster Artikel
Ausverkauf in Brielower Schwedenlinde

Rathauschefin Dietlind Tiemann verweist im Feuerwehrstreit nur auf die laufende Ausschreibung.

Quelle: dpa-Zentralbild

Brandenburg/H. Erst nach Erscheinen des MAZ-Artikels in der Sonnabendausgabe über das Nachbesetzungsverfahren für die frei werdende Stelle des Chefs der Brandenburger Berufsfeuerwehr hat Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) über ihren Sprecher Jan Penkawa reagiert – allerdings ohne die darin erhobenen Vorwürfe des zuständigen Beigeordneten Michael Brandt (CDU) zurückzuweisen oder zu entkräften.

Brandt hatte jüngst gegenüber den Stadtverordneten berichtet, dass er sich vor zwei Jahren an Tiemann gewendet hatte und ihr einen Personalvorschlag unterbreitet habe: Nämlich die Stelle mit einem eigenen Feuerwehrmann zu besetzen, der seit 20 Jahren als Beamter untadelig seine Tätigkeit bei der Feuerwehr erledigt und die für den Führungsjob erforderlichen Qualifikationen besitzt. Tiemann soll dies mit Hinweis auf dessen Religion als Moslem allerdings abgelehnt haben.

Jeder kann sich auf die Stelle bewerben

Am Sonnabend war die Oberbürgermeisterin Gast bei der Versammlung des Stadtfeuerwehrverbandes, im Nachgang ließ sie erklären: „Meine hohe Anerkennung für die Leistung und den Einsatz der Kameraden unserer Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren ist seit vielen Jahren bekannt.“ Und: „Auf die Stellenausschreibung, die noch in diesem Monat veröffentlicht wird, kann sich selbstverständlich jeder bewerben, der die erforderlichen Qualifikationen hat.“

Offensichtlich hat die Rathauschefin auch beim Stadtfeuerwehrverband keine klare Stellung zu den Vorwürfen bezogen, vielmehr sagte sie danach öffentlich nur: „Alle Kollegen unserer Stadt leisten einen fachlichen Dienst, bei dem Religion und das persönliche Bekenntnis das bleiben, was sie auf dem Boden unseres Grundgesetzes sind: Die geschützte Privatsache eines jeden einzelnen.“

Auf Brandts gegenteilige Vorwürfe, die dieser auch notfalls beweisen will, ging sie in ihrer Stellungnahme vom Wochenende allerdings mit keinem Wort ein.

Von André Wirsing

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg/Havel

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg