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Brandenburg/Havel Was Klinik-Seelsorgerin Adelheid Vitenius wichtig ist
Lokales Brandenburg/Havel Was Klinik-Seelsorgerin Adelheid Vitenius wichtig ist
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15:45 11.05.2018
Adelheid Vitenius bringt rheinländischen Schwung in die Kliniken des Diakonissenhauses. Im Hintergrund ist ein modernen Marienbild, es ist ein Geschenk ihrer früheren Kollegen in Düsseldorf.
Lehnin

Elf Jahre ist Adelheid Vitenius Pfarrerin in Wuppertal und anschließend 19 Jahre Krankenhausseelsorgerin mit eigener Gemeinde in Düsseldorf gewesen. Seit fünf Jahren nun ist die gebürtige Rheinländerin Seelsorgerin in den Lehniner Kliniken des Diakonissenhauses und im Hospiz Lehnin. Daneben betreut die 62-Jährige die wohl kleinste Kirchengemeinde in der Region: Es sind die 90 Männer und Frauen der Anstaltskirchengemeinde des Diakonissen-Mutterhauses.

Adelheid Vitenius ist eine groß gewachsene Frau von 1,73 Meter, sie ist klar in ihren Ansichten, schmiert den Menschen, mit denen sie spricht, „keinen Honig um den Mund“. Sie bereitet keinen Blumenteppich der guten Worte um jene, die schwerst- oder todkrank auf der Palliativstation liegen oder im Hospiz. „Ich tue den Menschen keinen Gefallen, wenn ich nur tröste und die Realität ausblende. Dass der Patient über seine Lebensperspektive realistisch nachdenkt, ist mein Wunsch. Und dass das Gespräch ihm hilft, positive Seiten zu finden, selbst in der größten Notlage, was vielleicht auch trösten kann.“

Trauer über den Verlust der früheren Lebenskraft

In der Klinik für Geriatrische Rehabilitation umsorgt ein Team Patienten, die sich auch mit der Frage beschäftigen, „was werde ich können, wenn ich wieder nach Hause komme. Kann mein Partner mich pflegen oder muss ich in den sauren Apfel beißen und ins Altersheim?“ Auch diese Gespräche nennt Adelheid Vitenius Trauerarbeit.

Lebenslinien

Adelheid Vitenius ist 1955 in Wuppertal geboren. Ihre Eltern engagierten sich ehrenamtlich in der Evangelischen Kirche. „Alles, was in der Kindheit und Jugend spannend und schön war, habe ich mit Kirche erlebt.“ Studiert hat sie in Wuppertal und Bonn.

Die Mutter zweier erwachsener Kinder bewarb sich auf die Stelle des Diakonissenhauses in Lehnin, weil sie dort nicht nur als Klinik-Seelsorgerin tätig ist, sondern eine eigene Gemeinde hat.

Zu DDR-Zeiten war die Pfarrerin oft in der Sankt-Gotthardt-Gemeinde in Brandenburg. Es war die Partnergemeinde ihrer eigenen in Wuppertal.

„Trauer, dass das Leben nicht mehr so funktioniert, wie es einmal war. Und da ein offenes Ohr für die Wünsche zu haben, aber auch die Realität ins Spiel zu bringen“, sei ihr wichtig. Den Patienten bewusst zu machen, dass die erwachsenen Kinder häufig nicht in der Lage sind, die Eltern zu pflegen durch die eigene Berufstätigkeit, sieht Adelheid Vitenius als ihre Aufgabe an. Gerade im ländlichen Raum sei das sehr verbreitet: „Ich habe doch auch meine Eltern versorgt, warum können das meine Kinder jetzt nicht auch?“ Das höre sie immer wieder. „Das Phänomen, dass man in großen Städten wie Düsseldorf oder Berlin hat, kommt hier auch allmählich an: Dass die junge Generation nicht mehr vor Ort ist.“ Mut macht Adelheid Vitenius den Angehören: Darüber nachzudenken, was sie können, was sie wollen, wo ihre Grenzen sind. Und nichts zu versprechen, was sie später nicht halten können.

Die Klinik-Seelsorgerin möchte nicht missionieren

„Ich gehe nicht in der Kirche, was soll ich mit Ihnen reden“, hört die Pastorin manches Mal, wenn sie einen Patienten aufsucht. Dann stellt sie klar: „Ich will Sie nicht missionieren. Mein Hintergrund ist die Kirche, deswegen bin ich hier, biete ihnen ein Gespräch an und frage, was kann ich für Sie tun?“

Adelheid Vitenius denkt mittlerweile auch etwas mehr über sich selbst nach: „Seitdem ich die 60 überschritten habe, merke ich selbst, dass manches nicht mehr so geht wie mit 30 oder 40.“ Die Anspannung des Bereitschaftsdienstes, das belaste sie mehr als in den Jahrzehnten zuvor. Es sind Anrufe, dass ein Patient im Sterben liege oder von plötzlichen Ängsten heimgesucht werde.

Schwere Schicksale auf der Lehniner Palliativstation

Manches Schicksal nimmt Adelheid Vitenius aus der Palliativstation in Gedanken mit nach Hause. „Wenn es sterbenskranke junge Mütter mit noch minderjährigen Kindern sind, ist es für die Pflegenden, für die Ärzte und für mich als Seelsorgerin eine hohe Belastung.“

Ihr Auftrag richte sich zudem an die Mitarbeiter, „wie sorgen wir dafür, dass wir gut gesund bleiben, bei dem was wir tun“. Sie selbst geht im Sommer im Gohlitzsee schwimmen, „einmal durch den halben See“, dann fühlt sie sich wieder frei.

Ihr Umzug von Düsseldorf mit seinen 600 000 Einwohnern ins beschauliche Lehnin, davor war ihr anfangs bange: „Ich wusste nicht, ob mir das Leben auf dem Land bekommt.“ Mittlerweile sagt sie: „Ich habe nie bereut, dass ich hierher gekommen bin.“

Von Marion von Imhoff

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