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Brandenburg/Havel Was von der blühenden Landschaft bleibt
Lokales Brandenburg/Havel Was von der blühenden Landschaft bleibt
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16:19 27.08.2015
Vom Vogel- zum Menschenflug: Die Dauerausstellung im Lilienthal-Centrum erläutert die Anfänge der Fliegerei. Quelle: Thomas Uhlemann/BUGA
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Stölln

Nach der Bundesgartenschau (Buga) das große Loch? Ein Horrorszenario für Horst Schwenzer: „Die Buga hat uns im Verein erheblich beflügelt“, sagt der Vorsitzende des Otto-Lilienthals-Vereins in Stölln. 135 000 Besucher kamen seit Anfang des Buga-Jahres in das 400-Seelendorf am Gollenberg, um die Otto-Lilienthal-Ausstellung im ehemaligen Gebäude der alten Brennerei zu besichtigen – im Vergleich zu den Vorjahren besuchten somit zehnmal so viele Menschen wie normalerweise das Lilienthal-Centrum.

Auch nach dem 11. Oktober, dann wenn die Buga schließt, will der Lilienthal-Verein vom Zustrom der Gartenschau weiter profitieren und möglichst viele Besucher an den historischen Ort im Nordwesten des Havellands locken – dorthin, wo der Flugpionier Otto Lilienthal einst seine legendären Flugversuche unternommen hatte. Als erste Maßnahme, um an den Erfolg der Buga anzuknüpfen, ruft der Verein deshalb schon am 24. Oktober das große Lilienthal-Jahr aus. 2016 jährt sich nicht nur Otto Lilienthals Tod zum 120. Mal, gefeiert wird auch das 125-jährige Jubiläum des ersten Menschenflugs am Mühlenberg bei Derwitz (Potsdam-Mittelmark). Eingeläutet wird das Lilienthal-Jahr – nur zwei Wochen nach dem Ende der Buga – mit dem Landefest im Fliegerpark Stölln.

Das alte DDR-Flugzeug „Lady Agnes“ im Fliegerpark. Quelle: Thomas Uhlemann

Damit die Besucher auch noch kommen, wenn die Blumenpracht längst verblüht ist, will der Lilienthal-Verein in den nächsten Monaten ordentlich Geld in die Hand nehmen. Für mehr als 35 000 Euro sollen Teile der Buga-Infrastruktur zurückgekauft und ausgebaut werden.

Nicht nur die rot-weißen Windsäcke will der Verein nach der Gartenschau übernehmen, auch das Leitsystem aus blauen Pfeilern, das vom Lilienthal-Centrum im Ortskern durch den Bürger- zum Fliegerpark führt, soll bleiben. Das Hauptprojekt ist jedoch der „Airport Stölln“: In dem transparenten Buga-Pavillon unweit des alten DDR-Flugzeugs „Lady Agnes“ im Fliegerpark befinden sich derzeit ein kleines Restaurant und die Ausstellung des Sternenparks Westhavelland.

Weitsicht – auch am Gollenberg

Seit 1894 nutzte der Segelflugpionier Otto Lilienthal den Gollenberg regelmäßig als Ausgangspunkt für seine Erprobungsflüge. Dabei stürzte er am 9. August 1896 tödlich ab. Doch die Flugtradition lebt fort: Noch immer wird am Gollenberg aktiv Flugsport betrieben.

Auf dem Gollenberg erinnern eine große Skulptur, die Windharfe auf der Spitze des Berges, sowie ein Gedenkstein an der Absturzstelle an den Flugpionier.

Der Lilienthal-Verein will für Besucher demnächst sechs Sichtachsen auf dem Berg ausschildern:

1. zum Hauptmannsberg nach Rhinow,

2. zur Fliegerschule Stölln,

3. in den Ort Stölln,

4. in Richtung Neuruppin,

5. in Richtung Rathenow und

6. zum Havelberger Dom.

Nach der Gartenschau will der Lilienthal-Verein die Interflug-Schau, die bislang nur im Flugzeuginneren zu sehen ist, auf den Pavillon ausweiten. Im linken Gebäudeflügel des Airports sind ein Souvenirladen sowie ein Imbiss geplant. Auch einen der eigens für die Buga im Fliegerpark installierten Steppengleiter wollen die Lilienthal-Vereinsmitglieder auf dem Gollenberg belassen – als Erinnerung an die Bundesgartenschau in der Havelregion.

Der Agrarflieger Z-37 vor dem Lilienthal-Centrum. Quelle: Norbert Stein

„Wir sind uns sicher, dass wir so schnell keine Buga mehr hier in Stölln haben werden, wahrscheinlich nicht mal in 100 Jahren“, resümiert der Vereinsvorsitzende scherzhaft. „Warum sollten wir den Gästen, die in Zukunft nach Stölln kommen, nicht zeigen, was wir hier geleistet haben“, so Schwenzer. Der Gleiter am Kreisverkehr in Rhinow, der Agrarflieger vor dem Lilienthal-Centrum, Info-Tafeln am Fliegerpfad: 20 000 Euro hat der Verein investiert, um den Besuchern zur Buga mehr als nur Blumen zu zeigen. Drei Millionen Euro hatte allein der Um- und Ausbau des 2011 eröffneten Lilienthal-Centrums gekostet.

Von Josefine Sack

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