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Wassersportsaison auf der Havel ist eröffnet

Wieder Bewegung auf den Gewässern Wassersportsaison auf der Havel ist eröffnet

Da kommt was auf uns zu: Jede Menge Motorboote, schwimmende Ferienhäuser, Kanuten, Segler und Jetski-Fahrer. Für die Untere Havel zwischen Brandenburg und Havelberg wurde am Mittwoch die Wassersportsaison eröffnet. Eine Initiative aus Kommunen und Verbänden kümmert sich um die Infrastruktur.

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Urlaub mal anders: Mit dem Bungalowboot auf der Unteren Havel.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Brandenburg/H.
Sie kommen auf Flößen, mit schwimmenden Ferienhäusern und in Motorbooten. Es wird gepaddelt, gesegelt, geangelt und Gas gegeben. Auf dem Wasser ist wieder Bewegung. Noch ein paar Grad mehr und der Tourismus auf der Havel und ihren Seen zwischen Brandenburg und Havelberg wird zur Massenbewegung. In der Hochsaison sind schätzungsweise bis zu 400 Charter- und Mietboote in der Region unterwegs.

Bei David Setzermann von der Aquare Charter GmbH hat das Verleihgeschäft schon im März begonnen. 37 BunBo-Hausboote hält das Unternehmen am Standort Brandenburg bereit. „Vor- und Nachsaison sind für uns ganz wichtig, damit unser ganzjähriges Konzept aufgeht. Das bedeutet aber auch, dass den Leuten in dieser Zeit an Land etwas geboten werden muss“, sagte der Prokurist der MAZ.

Immer mehr Boote unterwegs

Das Wassersportrevier „Untere Havelniederung“ ist Teil der Wassersportregion Havel-Elbe mit direkter Verbindung zur Elbe sowie zu den Brandenburger und Potsdamer Havelseen. Die Havel mit ihrem breiten Ufersaum eignet sich sowohl zur Befahrung mit Motor- und Hausbooten, als auch für Kanus und Kajaks. Es ist aber auch ein schönes Erlebnis, eine Rundfahrt mit dem Fahrgastschiff von Rathenow oder Havelberg aus zu unternehmen.

Die Schleusenzeiten an der Unteren Havel bleiben unverändert. Sie sind bis 21 Uhr geöffnet. Wie stark sich der Wassertourismus auf der Strecke entwickelt hat, zeigen die Schleusungen. In Bahnitz passierten im vergangenen Jahr 9024 Sportboote die Schleuse. Das sind mehr als doppelt so viele Boote wie 2013. Auch in Rathenow, Grütz und Garz gibt es einen Anstieg. In Brandenburg waren es fast 25 000 Boote – so viele, wie noch nie.

Am Mittwoch haben die Akteure der Wassertourismusinitiative Flusslandschaft Untere Havelniederung (F.U.N.) den Freizeitspaß im Revier offiziell eröffnet.Hinter der Initiative stecken Kommunen und Verbände, die sich den Ausbau der touristischen Infrastruktur zu beiden Seiten der Unteren Havel zum Ziel gesetzt haben. „Im Jahr Eins nach der Buga wollen wir den Schwung der Gartenschau nutzen, um den Wassertourismus in unserer Region wieder ein Stück voranzubringen“, sagte Felix Menzel, Amtsdirektor Milower Land, bei einer Rundfahrt mit dem Motorschiff „Leo Sympher“ auf der Havel in Brandenburg.

Muskelkraft statt Motorleistung

Muskelkraft statt Motorleistung: Auf dem Beetzsee macht das Kajakfahren Spaß.

Quelle: Bür

In Milow zum Beispiel geht es immer noch um eine Stegerweiterung, um die steigende Nachfrage nach Liegeplätzen zu befriedigen. Havelbergs Bürgermeister Bernd Poloski berichtete über die laufende Ertüchtigung der Häfen Garz und Vehlgast. Abgeschlossen ist der Aufbau des Wasserwanderrastplatzes Molkenberg bei Schollene. Guido Müller, Verwaltungschef im Amt Beetzsee, informierte über die Planungen für einen Ferienpark in Kützkow, der vor allem Wasser-und Fahrradtouristen anlocken soll. Müller sprach sich gegen eine mögliche Sperrung des Pritzerber Sees für Motorboote aus. Vielmehr sollte ein Konsens zwischen den Belangen des Naturschutzes und den touristischen Bedürfnissen gefunden werden.

Im Zuge der Buga war in Premnitz der Kahnhafen zum Wasserwanderrastplatz umgestaltet worden. „Auch der Biwakplatz in Mögelin wird gut angenommen. Wir sind deshalb an einem Punkt, wo wir derzeit keine großen Wünsche haben“, meinte der scheidende Bürgermeister Roy Wallenta.

Kreuzfahrer auf dem Sonnendeck der MS „Königsstein“ genießen die Natur der Unteren Havelniederung

Kreuzfahrer auf dem Sonnendeck der MS „Königsstein“ genießen die Natur der Unteren Havelniederung.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Für die Stadt Brandenburg verwies Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann auf die in wenigen Wochen anstehende Einweihung der Stadtmarina am Silokanal. Tiemann warnte aber vor Wildwuchs, um die Havelregion nicht um ihre schöne Natur zu bringen: „Es müssen nicht überall Anlegemöglichkeiten sein.“ Als indirekten Effekt der wassertouristischen Entwicklung benannte die Oberbürgermeisterin die derzeit boomende Vermarktung von wassernahen und lange brach liegenden Immobilien.

Alexander Goldmann von der Rathenower Stadtverwaltung verwies als Buga-Effekt auf eine schon jetzt gut gebuchte Fahrgastschifffahrt und den ebenso gut angenommene Biwakplatz in Göttlin. In Hohennauen soll die Steganlage verlängert werden. In Strodehne will man die Sanitäranlagen erweitern.

Von Frank Bürstenbinder

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