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Wechsel an der Spitze der Augenklinik-Familie

Brandenburg/Havel Wechsel an der Spitze der Augenklinik-Familie

Nach 22 Jahren als Chefarzt am städtischen Klinikum Brandenburg/Havel übergibt Walter Noske (65) die Leitung der Augenklinik an Markus Kathke (44). Der alte Chef geht keineswegs in den Ruhestand. Er unterstützt seinen Nachfolger in der Übergangszeit und lehrt mit Freude weiter an der Medizinischen Hochschule. In Markus Kathke hat er ein überragendes Vertrauen.

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Auge in Auge. Markus Kathke löst Walter Noske als Chefarzt der Brandenburger Augenklinik ab.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg/H. Nach 22 Jahren als Chefarzt am städtischen Klinikum Brandenburg/Havel übergibt Walter Noske (65) die Leitung der Augenklinik an Markus Kathke (44). Der alte Chef geht keineswegs in den Ruhestand. Er unterstützt seinen Nachfolger in der Übergangszeit und lehrt mit Freude weiter an der Medizinischen Hochschule. In Markus Kathke hat er überragendes Vertrauen.

Nicht jeder Chefarzt würde zu seinem Abschied seinen Patienten ein Lob aussprechen. Walter Noske tut genau dies. „Die Brandenburger Patienten sind sehr bodenständig und angenehm, wenn ich ironisch werde verstehen sie das fast immer“, sagt der langjährige Chef, in dessen Augenklinik ein breites Behandlungsspektrum angeboten wird.

In den vergangenen 22 Jahren ist der gebürtige Darmstädter heimisch geworden in Brandenburg und in der Augenklinik. Neben der fachlichen Arbeit war ihm eines besonders wichtig: der freundliche, ja familiäre Umgang und Ton in seiner Abteilung.

Wahrscheinlich ist das der Grund, warum der Kontakt zu Mitarbeitern oft eng bleibt, auch wenn sie inzwischen woanders arbeiten. Man trifft sich immer mal privat – zum Kaffee, Grillen oder Abendessen. Der dreifache Vater weiß die Klinik mit ihren zehn Stationsbetten in guten Händen. Schließlich ist Markus Kathke sein ausgesprochener Wunschnachfolger.

Warum? Noske: „Er ist ein fachlich sehr guter Arzt, ein netter Kerl, im Gegensatz zu mir ein Organisationstalent und ein Mansch, der für den Zusammenhalt steht und sorgsam mit den Mitarbeitern umgeht.“

Geduld ist wichtig

Die städtische Augenklinik beschäftigt sechs Ärzte, zwei Sekretärinnen und sieben Schwestern im Operationssaal und in der Ambulanz. Mehr als ein halbes Dutzend der Beschäftigten sind wie Noske seit mindestens 22 Jahren in der Klinik.

Beide, den alten und den neuen Chefarzt, eint, dass sie de feinmotorischen Anforderungen schätzen, die ihnen Augenoperationen abverlangen. Beide wollten anfangs nicht Augenarzt werden, sondern Sportarzt (Noske) und HNO-Arzt (Kathke).

Die Vorteile der Augenheilkunde: „Ich kann am Operationstisch sitzen und sehr fein operieren“, sagt Noske. „Ich schätze das Fachgebiet auch deshalb, weil dort fast nie ein Mensch stirbt“, sagt Kathke.

Als wichtige Eigenschaft von Augenärzten nennen beide Geduld. Denn die allermeisten Patienten sind relativ alt, manche hören oder verstehen nicht mehr so gut.

Der in Potsdam geborene und aufgewachsene Kathke, Vater zweier Kinder, kennt die Hochstraße samt der Brandenburger Augenfamilie bestens. Dort war der junge Facharzt dem Chef schon vor zehn Jahren als hervorragender Operateur aufgefallen. Und dorthin kehrte er nach fünf Jahren als Leiter der Netzhautabteilung in Berlin-Marzahn vor einigen Jahren gern zurück. Warum? Kathke: „Weil ich sehr gut mit Herrn Noske zusammenarbeiten kann und ich mich hier immer wohl gefühlt habe.“ Die Rückkehr war zudem mit der Aussicht verbunden, die Leitung der Augenklinik zu übernehmen, wenn der Wechsel ansteht. Anfang Oktober stand er an.

Rund 140 000 Menschen hat der habilitierte Mediziner Walter Noske in seiner Brandenburger Zeit behandelt. Natürlich sind einige Momente besonders in Erinnerung geblieben. Etwa die etwa 45 Jahre alte fast erblindete Patientin, die dem Mediziner um den Hals fiel, als sie nach der Hornhautverpflanzung aufwachte.

Oder der Patient, bei dem er eine Mund-zu-Mund-Beatmung am Operationstisch machen musste. Denn der hatte einen Atemstillstand, weil das Betäubungsmittel in den Sehnerv gelangt war und von dort aus in den Hirnstamm. Die Sache ging gut aus.

Selbst Pferde operiert Walter Noske hin und wieder am Auge, wenn die Tierklinik ihn darum bittet. Das findet der Humanmediziner zwar auch interessant, doch er betont: „Bei Menschen hängt doch viel mehr dran.“

Walter Noske hat gegen Ende seines Berufslebens eine neue Passion entdeckt. Er findet es aufregend und lernt selbst viel, wenn er die „sehr guten Studenten“ der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) als Professor mit seinem Fachgebiet vertraut macht. Eine derart gutes problem- und praxisorientiertes Ausbildungskonzept, hätte er damals im Studium auch gern genossen.

Patienten, Kollegen, Studenten, für alle findet Walter Noske nur lobende Worte. Am ungewöhnlichsten ist vielleicht, dass er die Klinikverwaltung mehr nur einschließt. Aus Gesprächen mit Kollegen andernorts weiß er, wie gut er es da in Brandenburg hatte.

„Die Geschäftsführung hatte immer ein offenes Ohr und Frau Wolter hat alles erfüllt, was wirklich war“, versichert der scheidende Chefarzt, der nun etwas mehr Zeit hat für mehr Sport und sein Engagement für Flüchtlinge.

Von Jürgen Lauterbach

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