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Weg bereitet für Kulturzentrum Reckahn

Kloster Lehnin Weg bereitet für Kulturzentrum Reckahn

Es ist ein Quantensprung für den Museumsstandort Reckahn. Am Donnerstag haben die Stiftung „Der Kinderfreund“ und die Gemeinde Kloster Lehnin den Vertrag für das neue Konferenz- und Gemeindezentrum Reckahn unterzeichnet. Es ist ein Millionenprojekt mit Bundes- und Gemeindemitteln.

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Gutgelaunt nach der Vertragsunterzeichnung für das neue Konferenz- und Gemeindezentrum: Reckahns Ortsvorsteher Klaus Perle, Kloster Lehnins Bürgermeister Uwe Brückner, Museumsleiterin Silke Siebrecht-Grabig und Bildungsforscher Hanno Schmitt.

Quelle: Marion von Imhoff

Reckahn. Es ist ein Quantensprung für den Museumsstandort Reckahn: Geradezu als „Lottogewinn und großen Glücksfall“ bezeichnet Bildungswissenschaftler Hanno Schmitt den Millionenzuschuss von Bund und Kommune für das marode Renaissance-Gebäude am Reckahner Schloss, das nun saniert und 2018 als neues Kultur- und Gemeindezentrum Reckahn eröffnen soll. Es wird Übernachtungskapazitäten für rund 40 Besucher und einen Konferenzraum für 60 bis 80 Gäste bereit halten. Am Donnerstag unterzeichnete Reckahns Museums-Mitbegründer Schmitt nun in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Stiftung „Der Kinderfreund“ den Baudurchführungs- und künftigen Nutzungsvertrag mit Kloster Lehnins Bürgermeister Uwe Brückner (SPD).

Die Gemeinde Kloster Lehnin übernimmt das Baumanagement

Die Gemeinde wird die Baubetreuung übernehmen und sichert sich so auch Nutzungsrechte des Gebäudes als Gemeindezentrum. Zuvor hatte die Stiftung das etwa um 1723 gebaute Renaissance-Haus, dessen Gesamtfläche von mehreren hundert Quadratmetern nur geschätzt werden kann, von der Wohnungsbaugesellschaft Ziesar für 6150 Euro abgekauft. „Das war der Preis, den das Gebäude, eine Investitionsruine, laut den Büchern der Wohnungsbaugesellschaft wert ist“, so Schmitt. Seit 30 Jahren steht das Gebäude leer.

Er steht seit 30 Jahren leer und wurde jetzt für eine Summe von 6150 Euro von der Stiftung „Der Kinderfreund“ erworben

Er steht seit 30 Jahren leer und wurde jetzt für eine Summe von 6150 Euro von der Stiftung „Der Kinderfreund“ erworben: der Renaissance-Bau neben dem Reckahner Schloss. Aus dem Gebäude soll mit Millionenaufwand ein Zentrum für Begegnungen, Tagungen und Feste werden.

Quelle: Marion von Imhoff

Vom Bundesbauministerium sind 1,12 Millionen Euro an Zuschuss für das derzeit größte Bauprojekt der Gemeinde Kloster Lehnin zugesagt. Die Kommune selbst bringt die für diese Förderung nötige Gegenfinanzierung von 1,43 Millionen Euro ein. Den Stein ins Rollen gebracht hatte der Besuch von Außenminister Frank-Walter Steinmeier im vorigen Jahr, der Hilfe zugesagt hatte.

Einmalige Bedeutung für den Museumsstandort Reckahn

Für die Reckahner Museen ist das neue Jugend-Kultur-Gemeinde- und Konferenzzentrum, wie sein offizieller Name lauten wird, eine wichtige Ergänzung. Bürgermeister Brückner sagte, der in seiner Bedeutung einmalige Museumsstandort Reckahn müsse weiterentwickelt werden. Zudem habe Reckahn, das 388 Einwohner zählt, keine eigenen gemeindlichen Räume. Auch dieses Manko wird durch das neue Konferenzzentrum behoben.

Noch ist das aus dem 18

Noch ist das aus dem 18. Jahrhundert stammende Gebäude, das zum Schloss-Ensemble gehört, ein Bild des Jammers.

Quelle: Marion von Imhoff

Schmitt wies auf die Bedeutung von Übernachtungsmöglichkeiten hin, deren Fehlen bisher gerade bei mehrtägigen Konferenzen beklagt worden sei. Die etwa 20 Doppelzimmer können jedoch auch von Bürgern der Region etwa für Hochzeiten oder andere private Feiern gebucht werden. Schmitt betonte, dass das Zentrum ausstrahlen solle auf die gesamte Region und von deren Bürgern genutzt werden könne. „Es ist erklärtes Ziel, dass es den Menschen in der Region, aber auch der deutschland- und europaweiten Vernetzung des Rochow-Museums dienen soll“. Die Stiftung „Der Kinderfreund“ ist Betreiber des Rochow-Museums Reckahn, das Anfang August sein 15-jähriges Bestehen gefeiert hat. „Das Renaissance-Haus soll multifunktional genutzt werden“, kündigte Schmitt an.

Der Baubeginn ist für 2017 geplant

Reckahns Ortsvorsteher Klaus Perle sagte, ohne die jetzige Rettung des Bauwerks hätte es in ein, zwei Jahren nur noch abgerissen werden können. Fest steht, dass weder vom Schloss, noch von dem direkt daneben liegenden Renaissance-Haus historische Bauunterlagen erhalten geblieben sind. So gibt es bis heute keine Angaben, wie viel Quadratmeter groß das Bauwerk ist, dessen Giebel den Renaissance-Stil aufgreift. Ein Holzbalken konnte jetzt aus dem Jahr 1723 zugeordnet werden. Das Schloss ist Museumsleiterin Silke Siebrecht-Grabig zufolge wenige Jahre jünger. Bis in die 1930er Jahre nutzte die Familie von Rochow das Gebäude als Gästehaus. Zu DDR-Zeiten waren dort Räume des Rates der Gemeinde, ein paar Wohnungen und Arztpraxen. Noch vor der Wende begann der Leerstand.

Nach der überregionalen Ausschreibung sind jetzt noch fünf Architekten für die Bauumsetzung im Rennen. Unter ihnen ist mindestens ein Brandenburger Architekt. Entstehen soll ein moderner gradliniger Bau in historischem Gewand, „kein Gelsenkirchener Barock“, so Schmitt. Auch der Schlossvorplatz wird neu gestaltet. Baubeginn soll 2017 sein.

Daten und Fakten

Noch hat es einen sperrigen Namen, das Jugend-Kultur-Gemeinde- und Konferenzzentrum Reckahn. Nach Angaben von Kloster Lehnins Bürgermeister Uwe Brückner gehört es zu den landesweit drei Projekten, die von einem 140-Millionen-Euro-Infrastrukturprogramm für den Bereich Sport, Jugend und Kultur des Bundesbauministeriums profitiert.

Bundesweit haben sich rund 1000 Projekte um die Förderung beworben mit einer Gesamtsumme von 2,5 Milliarden Euro: „Und wir haben einen Millionen-Zuschlag erhalten, das passiert nur einmal“, frohlockte Schmitt.

Von Marion von Imhoff

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