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Weg frei für Edeka: Neues Viertel entsteht am Wasser

Beschluss der SVV in Brandenburg Weg frei für Edeka: Neues Viertel entsteht am Wasser

Vor wenigen Tagen löste sich ein jahrelanger politischer Streit in Brandenburg an der Havel in Wohlgefallen auf. Nach fast zehn konfliktreichen Jahren ist der Weg frei für den Edeka-Markt am Zentrumsring – es sei denn, ein Interessenvertreter der Rewe-Konkurrenz schießt doch noch einmal quer.

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Die vorderen beiden Reihen des Ufers sollen fünf-, die hinteren viergeschossig mit Wohnhäusern bebaut werden.

Quelle: Quelle: S&P Sahlmann Planungsgesellschaft

Brandenburg/H. Vor wenigen Tagen löste sich der älteste politische Streit der jüngeren Geschichte in Brandenburg/Havel in Wohlgefallen auf. Nach fast zehn konfliktreichen Jahren ist der Weg politisch und planungsrechtlich frei für den Edeka-Markt am Zentrumsring: auf dem Gelände der ehemaligen Stärkefabrik südlich der Neuendorfer Straße. Es sei denn, ein Interessenvertreter der Rewe-Konkurrenz schießt doch noch einmal quer.

Norbert Langerwisch hat nachgerechnet. Vor neun Jahren und vier Monaten hatte er als Hauptkontrahent der Brandenburger Oberbürgermeisterin mit seinen damaligen Sozialdemokraten den Stein an der Neuendorfer Straße, Ecke Zentrumsring ins Rollen und das Brandenburger Rathaus gegen sich und Edeka in Stellung gebracht.

Fast ein ganzes Jahrzehnt später, in dem die politischen Mehrheiten in der Stadt mehrfach durchgeschüttelt wurden, ist das Vorhaben in dezent abgeänderter Form deutlich mehrheitsfähig. Langerwisch, Stadtverordneter mit sozialdemokratischer Vergangenheit freute sich über den späten Erfolg und die Einigkeit in der vergangenen Stadtverordnetenversammlung (SVV).

Selbstbedienungsmarkt in „Drecksecke“

Fast einstimmig – nur die Bündnisgrünen sind inzwischen dagegen – haben die Stadtverordneten dem Entwurf des Bebauungsplans „Wohngebiet und Sondergebiet großflächiger Einzelhandel Neuendorfer Straße“ zugestimmt und wollen ihn den Bürgern vorzeigen.

Für viele Brandenburger gilt der derzeitige Zustand des Stärkefabrikareals als eine „Dreckecke“

Für viele Brandenburger gilt der derzeitige Zustand des Stärkefabrikareals als eine „Dreckecke“.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Auf der Industriebrache, auf der in Vorwendezeiten Kartoffelstärke hergestellt wurde, soll Edeka das langgehegte Vorhaben verwirklichen dürfen und ihr Projektentwickler einen Selbstbedienungsmarkt bauen. Es sei denn, Behörden und Verbände finden nicht doch noch ein Haar in der Suppe.

Die Fläche, um die es geht, ist knapp vier Hektar groß und liegt sehr verkehrsgünstig am Zentrumsring. Die Brache mit Schornstein ist derzeit eine „Dreckecke“, wie Langerwisch es ausdrückt.

150 flussnahe Wohnungen in Planung

Nur ein Teil des Areals wird für den Einzelhandel vorgesehen. Der Vollsortimenter-Einkaufsmarkt wird 3280 Quadratmeter groß sein, das ist etwas weniger als einst vor zehn Jahren diskutiert. Hinzu kommen 250 Parkplätze.

Der Investor soll zudem knapp 150 flussnahe Wohnungen bauen in Häusern mit vier und fünf Etagen und sechs bis 25 Wohnungen. Erschlossen wird das neue Wohngebiet über eine private Stichstraße, die verkehrsberuhigt wird.

Der Fuß- und Radweg am Ufer der Havel bleibt öffentlich, so sieht es der Bebauungsplanentwurf jedenfalls vor. Sattes Grün soll zwischen Edeka und Wohnhäusern durchschimmern. In bekannter Planersprache ist im Entwurf von „ausreichend Aufenthaltsqualität für Kinder und Jugendliche“ die Rede.

Rewe könnte noch dazwischenfunken

Darüber, wann die Brache voraussichtlich wohnlich und von Edeka besiedelt sein wird, machte das Rathaus am Montag auf MAZ- Anfrage keine Angaben. Zunächst muss ohnehin der Planentwurf öffentlich ausgelegt werden und müssen Behörde und Verbände ihre Stellungnahmen dazu abgeben.

Auch die Saller-Gruppe, Eigentümer des Rewe-Areal wenige hundert Meter entfernt, ließ am Montag offen, ob sie die Pläne hinnimmt. Vor sechs Jahren hatte Josef Saller dazu geraten, dass der Edeka-Projektentwickler Isarkies andernorts aktiv wird, damit ein für beide Seiten ruinöser Wettbewerb verhindert wird.

Seinerzeit kündigte Saller an, nichts unversucht zu lassen, den Ausbau der Stärkefabrik in der damals geplanten Form zu verhindern. Ob das noch gilt, ist unklar.

Von Jürgen Lauterbach

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