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Brandenburg/Havel Wegen 20 Euro mit entstelltem Gesicht gedroht
Lokales Brandenburg/Havel Wegen 20 Euro mit entstelltem Gesicht gedroht
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20:30 27.07.2016
Es ging nur um 20 Euro, doch auch mit dieser Summe kann man wegen räuberischer Erpressung vor Gericht stehen. Quelle: dpa
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Brandenburg/H

Christian W. (32) drohte Nancy W. (27) an, sie würde ihr Gesicht nicht wiedererkennen, wenn sie ihm die geliehenen 20 Euro nicht zurückzahle. Weil eine solche Drohung als Nötigung darstellt, muss der Brandenburger 600 Euro Strafe zahlen. So urteilte in dieser Woche das Schöffengericht Brandenburg.

Der arbeitslose Christian W. ist nicht auf den Mund gefallen. „Ich würde keiner Fliege etwas zuleide tun", versichert er. Dann bescheinigt er sich selbst ein Helfersyndrom, beschreibt sich als friedlich und freundlich und versucht vor Gericht, mit Paragrafenhalbwissen Eindruck zu schinden.

Im Juni 2015 hat der extrovertierte selbstbewusste junge Mann eine Affäre mit der fünf Jahre jüngeren Nancy W. Nichts wirklich Ernstes, aber es reicht um sich auch nach der Trennung noch einmal zu einem „Tag des Kuschelns“ zu treffen. Nancy hat an diesem Herbsttag Geldnöte und bittet Christian W. um 20 bis 30 Euro.

In Kuschelstimmung gibt Christian W. der Ex-Partnerin das erbetene Geld. Doch als sein Hund krank wird, will er die 20 oder 30 Euro dringend zurück, um den Tierarzt bezahlen zu können.

Nancy W. behauptet, sie habe das geliehene Geld in seinen Briefkasten gesteckt. Er behauptet, nichts bekommen zu haben. Was stimmt bleibt im Gerichtssaal unklar.

Doch Christian W. baut nun Druck auf. Er fordert das Geld per SMS-Nachricht zurück verbunden mit der Drohung, die Schuldnerin würde andernfalls „ihr Gesicht nicht mehr wiedererkennen“. Seine Forderung verlieht er am Telefon Nachdruck. Er wolle Leute vorbeischicken, die ihre Wohnungstür eintreten. Wenn sie zur Polizei ginge, würde sie das bereuen.

Nancy W. ist offenbar eingeschüchtert, verängstigt, geht aber zur Polizei und erstattet Anzeige. Eine Freundin, mit der Christian W. einst ebenfalls eine Beziehung hatte, bestätigt als Zeugin die Bedrohung, vor Gericht schildert sie ihren Ex-Partner als unberechenbar und verbal aggressiv.

Die Staatsanwaltschaft Potsdam erhebt Anklage wegen räuberischer Erpressung, weil sie davon ausgeht, dass Christian W. die zwanzig Euro gar nicht zustehen, sondern er sich an der Frau bereichern will. Die Staatsanwältin mildert den Tatvorwurf im Laufe der Verhandlung ab, spricht nur noch von Nötigung, hält dem Angeklagten zugute, dass er weitgehend geständig ist und sogar versucht hatte, sich für seine Einschüchterungsversuche zu entschuldigen.

Sein Verteidiger Jens Posern weist darauf hin, dass der Satz mit dem nicht wiedererkennbaren Gesicht nicht so gemeint sei und solche Sprüche milieubedingt seien.

Das Schöffengericht verhängt gegen den achtmal vorbestraften Kleinkriminellen eine Geldstrafe von 40 Tagessätzen à 15 Euro und bleibt damit 200 Euro unterhalb der Strafe, welche die Staatsanwältin gefordert hat. Christian W. nimmt das Urteil an.

Von Jürgen Lauterbach

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