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Wegen Hitze: Bauern erwarten schlechte Ernte

Mittelmark Wegen Hitze: Bauern erwarten schlechte Ernte

In wenigen Wochen beginnt die Getreideernte. Auch wenn es jetzt wieder bald regnet, die Trockenschäden vom Mai rettet das nicht mehr. Die Hoher Fläming eG rechnet in der Mittelmark mit Ernteausfällen beim Getreide von 200.000 bis 300.000 Euro. Hohe Schäden brachte die Frühjahrstrockenheit auch in der Agrargenossenschaft Buckau.

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Ein teils vertrocknetes Feld bei Dippmannsdorf: Landwirtschaftsmeister Mark Linke von der Agrargenossenschaft Planetal zeigt die Auswirkungen der Frühjahrstrockenheit auf den dort wachsenden Winterweizen.

Quelle: Jacqueline Steiner

Mittelmark. Für viele Bauern auf leichteren Böden steht schon jetzt fest, dass die Getreideernte in diesem Jahr unterdurchschnittlich werden wird. Klaus Vieweg von der Agrargenossenschaft Buckau rechnet mit 25 bis 30 Prozent Ernteausfall, weil im Mai Getreidepflanzen vertrocknet sind. „Das entspricht allein beim Roggen einem Ernteausfall von 40 000 Bis 50 000 Euro“, so Vieweg.

Er beobachtet mit Sorge die abgestorbenen Bereiche auf den Feldern. Im Juli beginnt die Ernte. Ab dem 20. Juli etwa werde der Roggen von den Feldern eingeholt, sagt der Chef des Agrarunternehmens. „Auf unseren leichten Böden macht sich eine niederschlagsarme Zeit sofort bemerkbar“, sagt Viehweg.

Die Agrargenossenschaft Buckau hat 1500 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche. 550 Hektar davon sind Grünland und 300 Hektar Roggen. Im gesamten Landkreis stehen derzeit auf knapp 18 000 Hektar Roggen, auf rund 7000 Hektar Gerste und auf gut 9000 Hektar Weizen.

Diese Zahlen gab das Amt für Landwirtschaft und Veterinärwesen bekannt. Damit wächst in diesem Jahr etwas weniger Roggen, dafür aber ein paar hundert Hektar mehr Gerste und deutlich mehr mit zusätzlichen 2000 Hektar Weizen.

Landwirte stehen bald vor der Erntezeit

Juli und August sind die Haupterntezeiten für Getreide. Als goldene Regel gilt der 10. Juli als Beginn, so der Kreisbauernverband. Als erstes kommt Wintergerste von den Feldern.

Bis in den frühen Herbst zieht sich die Ernte hin. Zuletzt ist der Mais dran.

Silvia Wernitz, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes, spricht von ganz unterschiedlichen Situationen für die Landwirte. Auf leichten Böden wie in Buckau oder im Raum Ziesar sieht es danach deutlich schlechter aus als anderswo.

„Es ist nicht überall gleich. Im Umland von Golzow rechnen wir mit zehn Prozent weniger Erträgen bei Roggen und Weizen.“ Kommt zu wenig Regen, „haut es bei den Landwirten in der Region Buckau-Ziesar ganz schön rein.“ Insgesamt rechnet Wernitz nach den Berichten der Landwirte mit einer „leicht unterdurchschnittlichen Ernte“.

Spärlich ist das Getreide bei Dippmannsdorf gewachsen

Spärlich ist das Getreide bei Dippmannsdorf gewachsen.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Noch relativ gelassen scheint die Situation in der Agrargenossenschaft Planetal in Golzow. Florian Wernitz, stellvertretender Leiter für Pflanzenbau, sagt: „Es könnte besser sein. Es hätte aber mehr regnen können.“ Ein paar Trockenschäden wie auf den Feldern mit Winterweizen bei Dippmannsdorf beklagt aber auch der Golzower Betrieb. „Bessere Standorte sind aber noch ganz manierlich“, so Wernitz.

Der Agarbetrieb Hoher Fläming eG Rädigke-Niemegk musste nach Angaben von Vorstand Gerald Herzog im vorigen Jahr mit einem Ernteausfall von 200 000 bis 300 000 Euro leben. Ähnlich werde es voraussichtlich auf einigen Standorten auch in diesem Jahr. „Das ist nicht existenzgefährdend, aber dringende Investitionen etwa in Mähdräscher müssen verschoben werden“, so Herzog. 46 Mitarbeiter sind in dem Unternehmen beschäftigt.

Je nach Bodenqualität werden die „Regendefizite vom April und Mai“ für den Betrieb zu Ausfällen zwischen zehn und 25 Prozent führen, so Herzog. 50 Prozent weniger Regen hatte die Region seiner Einschätzung in den beiden Frühjahrsmonaten. „Die Pflanze stirbt ab oder sie reduziert ihre Triebe, so dass die Bestände nicht so dicht wachsen.“ Auch das führt zu Ernteeinbußen. Der Betrieb baut auf 3200 Hektar Getreide an. Die Wintergerste wird als erste vom Feld geholt. Herzog hofft, die Ernte noch zehn bis 13 Tage hinauszögern zu können.

Von Marion von Imhoff

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