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Weihnachtsbäume statt Spargel

Bau Lau strukturiert Betrieb um Weihnachtsbäume statt Spargel

Bauer Lau ist in die Kartoffelernte gestartet. Erdäpfel will der 45-jährige Landwirt am Brandenburger Stadtrand auch im nächsten Jahr anbauen, seinen Ein-Mann-Betrieb aber umgestalten. Den Spargel gibt er ganz auf. Hauptstandbein soll der Verkauf von Weihnachtsbäumen sein.

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Kartoffeln baut Matthias Lau weiter an, will ab 2016 aber hauptsächlich von Weihnachtsbäumen leben.

Quelle: Claudia Nack

Brandenburg/H. . Bauer Lau schmeckt die mehlige Afra am besten. Der 45-Jährige hat in seinem Hofladen an der Brielower Grenze jetzt außerdem die (vorwiegend) festkochenden Sorten „Belana“ und „Solist“ sowie die rotschalige „Laura“ im Angebot. Abgepackt in Säcken von zehn und 25 Kilo oder in Papiertüten für den Kleinstverbrauch. Alles frisch gerodet. Bis Ende Oktober ist er noch in den Kartoffeln.

„In diesem Jahr hatten wir kein ideales Kartoffelwetter“, sagt Matthias Lau. „Es war zeitweise zu trocken. Das Wasser hat gefehlt, denn aus den Sandböden ist die Feuchtigkeit schnell raus.“ Er musste bewässern, was zusätzlich kostete. Die Qualität sei topp. Mir 30 bis 40 Tonnen geht Lau von einer mittleren Erntemenge aus. „ Im vorigen Jahre waren es etwa 20 Prozent mehr, aber da hatte ich eine überdurchschnittlich gute Ernte“, sagt er. Einen Teil der Knollen lagert er für den Winter in Erdmieten ein.

Lau ist Bauer wie sein Vater und sein Großvater, der den Hof 1938 gegründet hatte. Heute bewirtschaftet der Nachfahre am Brandenburger Stadtrand mit Hilfe von Saisonkräften 35 Hektar – eigene und gepachtete Flächen.

Im nächsten Jahr will der 45-Jährige seinen kleinen Betrieb umstrukturieren. „Auch, um mich ein bisschen zu entschleunigen“, erklärt er, der den Hof 2001 von seinem Vater Ernst übernommen hatte. Den Gemüseanbau will er zurückfahren und hauptsächlich von Weihnachtsbäumen leben, mit deren Aufforstung er vor zehn Jahren begonnen hat und die inzwischen auf sechs Hektar heranwachsen.

„Den Spargel gebe ich ganz auf“, sagt Lau. Da seine beiden langjährigen polnischen Erntehelfer auf die Rente zugehen, sei es ein Problem, neue zu kriegen und für die Arbeit unter freiem Himmel zu motivieren. „Wegen des Mindestlohnes, aber auch wegen unserer Betriebsgröße.“ Lau hatte nur 1,2 Hektar Spargel. „Wenn da einer von zwei Leuten ausfällt, ist das schwierig.“ Die Erdbeerfläche soll von 0,4 Hektar um die Hälfte verringert werden. Neben Kartoffeln und Tomaten will er nur noch Frühgemüse wie Blumenkohl, Salat und Kohlrabi anbauen. „Und Schmorgurken und Pastinaken für den Großhandel“, schiebt er nach.

Seinen Marktstand auf dem Brandenburger Katharinenkirchplatz hat Lau schon in dieser Saison nicht mehr aufgeschlagen, weil er keine Verkäuferin fand. Auch die Öffnungszeiten in seinem Hofladen, den seine angestammte Verkäuferin Roswitha Karas betreut, habe er seit dem Sommer reduziert. Verkauft wird nur noch freitags und am Samstagvormittag. „Denn die Leute wollen am Wochenende frisches Gemüse“, sagt Lau. Die ganze Woche über auf zu haben, rechnete sich vom Umsatz nicht.

„Ich hatte den Wandel schon länger geplant“, sagt der Landwirt, der auch mehr Zeit für sich und seine Familie haben möchte. Neben dem Saisonkräfte-Problem sei die Bürokratie als Gemüse- und Lebensmittelproduzent bis hin zur Aufzeichnung der einzelnen Arbeitsschritte auf dem Feld zeitraubend und nervig. „Außerdem sind die pflegeleichten Weihnachtsbäume als Ein-Mann-Betrieb besser zu stemmen.“ Das Geschäft floriere.

Ganz ohne Pflege kommen aber auch Nordmanntanne, Blaufichte, Küstentanne und Kiefer nicht aus. „Sie müssen vom Unkrau frei gehalten und zweimal im Jahr in Form geschnitten werden. Sonst verwachsen sie. Die Leute wollen gerade und gleichmäßige Weihnachtsbäume.“ Eine Woche vor dem ersten Advent geht es wieder los. Dann kann man sich bei Bauer Lau seinen schönsten Weihnachtsbaum fürs Fest selbst aussuchen.

Von Claudia Nack

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