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Wein vom Marienberg wird geerntet

Brandenburg an der Havel Wein vom Marienberg wird geerntet

Auch im dritten Jahr nach dem Wiederaufbau des Weinbergs auf dem Marienberg verspricht es wieder eine gute Ernte zu geben. Trotz des Regens und weniger Sonne gibt es viele Trauben. Dienstag begann die Weinlese.

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Mit Feuereifer sind die Mitarbeiter der Lebenshilfe dabei, die teure Ernte vorsichtig vom Weinstock zu schneiden.

Quelle: jast

Brandenburg/H. Fast scheint es, als wäre es schon Routine: Geschickt und ohne langes Federlesen hat sich am Dienstag das Team der Brandenburger Lebendhilfe daran gemacht, den ersten teil der Rebstöcke des Weinberges auf dem Marienberg von den Trauben zu befreien. Die Mitarbeiter der Einrichtung sind längst ein eingespieltes Team bei der Weinlese: schnell geht ihnen die Arbeit von der Hand und die blauen und roten Eimer füllen sich eilig. Doch Routine ist es auch bei der dritten Ernte noch nicht. Man sieht allen den Spaß bei der Sache an.

Mit dabei ist auch Brawag-Chef Uwe Müller. Der Weinberg steht auf „seinem Hochbehälter.“ Unter dem Weinberg sammeln sich in tausenden Kubikmetern feinstes Trinkwasser im Hochbehälter. Der dient der Wasserversorgung der Stadt. Durch die vergleichsweise hohe Lage (69 Meter) auf dem Marienberg wird durch das Eigengewicht des Wassers für einen ausreichenden und gleichmäßigen Druck im angeschlossenen Wassernetz der Stadt gesorgt.

Und als vor Jahren klar wurde, dass die Stadt Brandenburg 2015 Ausrichter der Bundesgartenschau werden und dafür den Marienberg nutzen würde, kamen Müller und seine Kollegen auf die Idee: „Wir beleben die Jahrhunderte alte Tradition des Weinanbaus in Brandenburg an der Havel.“ Nicht ganz ohne Sorge hat Uwe Müller auf diesen Dienstag geschaut.

Denn das Wetter meinte es in diesem Jahr nicht so gut mit dem Wein. Zu wenig Sonne, zu viel Regen. Da für den Brandenburger Wein weitgehend auf Chemie verzichtet werden soll, mussten Müller und sein Team in diesem Jahr auch Mehltau auf ihrem Weinberg entdecken.

Die Rebstöcke hängen voller Trauben

Die Rebstöcke hängen voller Trauben.

Quelle: jast

„Wir sind aber sehr froh, dass bei uns die Ernteausfälle durch Frost, Regen und leichten Mehltaubefall nicht so groß sind wie in anderen Gebieten Deutschlands. Dort wurden teilweise 40 bis 90 Prozent vernichtet“, erzählt Müller, während er selbst mit der roten, scharfen Schere die Trauben von der Rebe schneidet.

Bei den 2200 Solaris-Stöcken hatte am Morgen Brawag-Sprecherin Heike Beckmann beim Blick durch das Okular durchaus beachtliche 108 Grad Oechsle gemessen. Der Fruchtzuckergehalt des Mostes lässt also durchaus auf einen vernünftigen Wein hoffen.

Rund 4000 Flaschen sollen in diesem Jahr wieder abgefüllt werden. Nach der Solaris-Ernte wird in etwa zehn Tagen Woche noch die Lese der Johanniter-Trauben – der zweiten Sorte im Brawag-Wein - durchgeführt. Erneut sind dann 800 Weinstöcke zu beschneiden.

Gleich nach der Ernte gingen die Trauben noch Dienstag zur Pressung nach Werder. Vor den Toren von Potsdam und nicht mehr am fernen Kaiserstuhl kümmert man sich jetzt nun bereits zum zweiten Mal bei der OWS GmbH um die Ausbeute vom Brandenburger Weinberg, der von der städtischen Brawag betrieben und der Lebenshilfe gepflegt wird. Für die Weinproduktion zeichnet Manfred Lindicke verantwortlich, der vor einem Jahr mehr als eine halbe Millionen Euro in die Produktionstechnik für den Wein aus Werder investiert hat.

Wenn alles gut geht, werden etwa 4000 Flaschen Wein mit einer Cuveé beider Trauben produziert und abgefüllt, die dann Ende Mai 2018 in den Verkauf kommen sollen. Die erste – mit 1000 Flaschen noch spärliche - Ernte vom Marienberg nach über 300 Jahren hatte sich im Juni 2016 innerhalb weniger Tage verkauft. Die zweite Ernte – immerhin 4000 Flaschen – gingen in 14 Tagen über den Tresen der Brawag am Packhof. Dabei wird der Wein nicht nur gern getrunken, sondern auch verschenkt, hat Müller in Gesprächen mit seinen Kunden erfahren.

Von Benno Rougk

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