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Brandenburg/Havel Weinholds schließen Sattlerei und Lederladen
Lokales Brandenburg/Havel Weinholds schließen Sattlerei und Lederladen
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06:05 12.11.2016
Helga und Burkhard Weinhold in ihrem Ledergeschäft Quelle: Foto: Annika Jensen
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Brandenburg/H

Die Regale sind recht leergekauft. Überall kleben rote Schilder auf den Waren. Es ist Räumungsverkauf im Lederwarenladen von Burkhard und Helga Weinhold am Molkenmarkt. 130 Jahre war es traditionsreiches Familienunternehmen. Sie führten es in vierter Generation. Nun schließen sie die Ladentüren endgültig.

„Es ist schade, dass wir schließen müssen, aber wir sind zufrieden.“, sagt Helge Weinhold (68). „Ich weiß, dass wir alles richtig gemacht haben.“ 1982 hatte sie den Verkauf von ihrer Schwiegermutter übernommen. Ein Jahr später übernahm ihr Mann das Handwerk in dem Geschäft. „Ich war der letzte Lehrling“, betont Burkhard Weinhold. Er selber habe nie ausgebildet, weil die Nachfrage nicht bestand.

Stattdessen konzentrierte sich das Duo auf den wirtschaftlichen Erfolg seines Unternehmens. Sie nutzten während der DDR-Zeit ausgiebig die Möglichkeit, die Überhänge aus anderen Bezirken zu kaufen – so, wie es seit den 1960er Jahren erlaubt war. „Deswegen hatten wir immer ein großes Warenangebot und konnten uns lange behaupten“, sagt Helga Weinhold. Ihr Mann ergänzt lachend: „Wir haben überholt, ohne einzuholen.“

Für viele Brandenburger Unternehmen fertigte der Sattlermeister Einzelstücke an. Etwa Handwerkergürtel oder Pferdetrensen und -leinen. Mit der Wende kamen die unternehmerischen Freiheiten. „Die Vertreter sind gekommen und wir konnten uns jede Ware kaufen, die wir wollten“, sagt Helga Weinhold. Seit ihrer Jahrzehnten stehen sie gemeinsam hinter der Ladentheke. Helga Weinhold musste dafür von Schneiderin auf Verkaufsstellenleiterin umschulen. 1968 und 1970 wurden die zwei gemeinsamen Kinder geboren. Der Sohn lernte KFZ-Mechaniker und die Tochter Einzelhandelskauffrau im Elektronikhandel. Auch die drei Enkel kommen langsam in das Alter, in dem sie sich für einen Beruf entscheiden müssen.

Das Geschäft übernehmen wollte allerdings keiner von ihnen. „Die Kinder sollen erst mal die Welt kennenlernen“, sagt Burkhard Weinhold. „Eine ordentliche Schulausbildung machen. Der Rest fügt sich dann.“

Nun wollen sie ihre neu gewonnene Zeit voll auskosten. „Wir haben Hobbys, die mit Natur zur tun haben“, sagt Burkhard Weinhold. „Ich freue mich auf die Zeit, sie genießen zu können.“

Von Annika Jensen

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