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Wendlands Badeanstalt gibt es noch

Burg Ziesar: Sonderausstellung eröffnet Wendlands Badeanstalt gibt es noch

In der Badeanstalt Ziesar haben Generationen Schwimmen gelernt. Das ist lange her. Karl Wendland hat den Freizeittreff von einst als Linolschnitt für die Ewigkeit festgehalten. Zusammen mit fast 70 anderen Werken ist die 30 Jahre alte Ansicht in einer Sonderausstellung zu sehen, die in dieser Woche im Burgmuseum Ziesar eröffnet wurde.

 

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Karl Wendland (l.) betritt die Sonderausstellung mit seinen Malereien in der Burg Ziesar. Das Museum ist ab sofort wieder geöffnet.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Ziesar. Sein Leben lang war Karl Ernst Franz Wendland (78) mit Skizzenblock und Hocker unterwegs. Und zwar von Luckenwalde bis Ziesar. So heißt auch die neue Sonderausstellung in der Burg Ziesar, die in dieser Woche mit Beginn der neuen Museumssaison eröffnet wurde. Fast 70 Bilder zeigen einen Querschnitt seines künstlerischen Schaffens, das von Bleistiftzeichnungen bis zu Linolschnitten reicht.

Kuratorin Anett Weißflor und Maler Karl Wendland in der Ausstellung

Kuratorin Anett Weißflor und Maler Karl Wendland in der Ausstellung.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Wendland verließ sich nie auf Fotografien oder andere Vorlagen. Ihn zog es selbst in die Natur, unter die Menschen oder vor prägnante Gebäude. So sorgte der Maler durchaus für Aufsehen. „In der DDR war er selbst der Stasi suspekt, weil man glaubte, der Maler würde Truppenbewegungen festhalten“, erinnert sich Ausstellungsinitiatorin Annemarie Wendland mit Verweis auf ihre eigene Stasi-Akte. Die Ärztin aus Ziesar war 21 Jahre mit dem gebürtigen Hallenser verheiratet, der nicht nur ein begnadeter Maler und Grafiker, sondern auch ein leidenschaftlicher Klavierspieler war. „Es wäre schade um die Bilder, würden sie nicht einmal der Welt präsentiert“, fand Annemarie Wendland.

Diverse Techniken angeeignet

Karl Ernst Franz Wendland wurde 1937 in Halle geboren. Er wuchs in Luckenwalde auf. Dort absolvierte er eine Berufsausbildung zum Maler. Anschließend studierte Wendland an der Fachschule für angewandte Kunst in Potsdam. Danach war er in unterschiedlichen Bereichen tätig, unter anderem bei der DEFA als Kulissenmaler.

Die Malerei war neben der Musik seine große Leidenschaft. Sein ganzes Leben begleitete ihn die Staffelei. Wendland eignete sich diverse Techniken an, die zum Teil sehr aufwändig waren. Trotz mancher Materialengpässe gelang es ihm, Linolschnitte und Kaltnadelradierungen zu produzieren.

Karl Wendland war selbst zur Ausstellung gekommen, die nur einen kleinen Teil der Werke zeigt, die der Künstler in vielen Jahren geschaffen hat. Krankheitsbedingt hielt sich der Maler mit einer Rede zurück. Doch Wendland war die Dankbarkeit über eine öffentliche Würdigung seiner Bilder anzusehen. Unbekannt ist sein Schaffen freilich nicht. Viele seiner Malereien schmücken Privatwohnungen und öffentliche Gebäude. Bürgermeister Dieter Sehm erinnerte in seiner Eröffnungsrede an „Friedrich den Großen“ in seinem Dienstzimmer.

Bis Oktober ist die Sonderausstellung im Burgmuseum zu sehen

Bis Oktober ist die Sonderausstellung im Burgmuseum zu sehen.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Bei seinen Motiven hat sich Wendland nie festlegen lassen. Mit Pastellfarbe malte er einmal ein Liebespaar in Wusterwitz auf Karton. Die Potsdamer Friedenskirche leuchtet in Acrylfarben. Die Badeanstalt Ziesar, die es längst nicht mehr gibt, hielt der Künstler auf einem Linolschnitt für die Ewigkeit fest. Unter Anleitung von Kuratorin Anett Weißflor wurden die Leihgaben wie bei einem Stadtrund an den Wänden angeordnet. Während ein Raum dem Umland von Jüterbog bis Ziesar vorbehalten ist, widmet sich ein anderer Raum ausschließlich dem Schaffen Wendlands in dem Fienerstädtchen.

Linolschnitt von Karl Wendland

Linolschnitt von Karl Wendland: Die Badeanstalt von Ziesar 1985.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Weitere Bereiche künden von Besuchen des Malers in Lehnin, Bad Belzig, Kloster Zinna, Baruth und Dennewitz. „Es ist noch soviel Material vorhanden, dass wir zum Reformationsjubiläum 2017 Linolschnitte von Luthers Wirkungsstätten zeigen werden“, kündigte Kuratorin Weißflor an. Die Sonderausstellung ist an allen Ostertagen und darüber hinaus die nächsten Monate zu sehen. „Mit dieser Schau setzt unser Haus seine Ausstellungsreihe fort, in der lokale und regionale Künstler dem Publikum vorgestellt werden“, sagte Museumsleiter Clemens Bergstedt.

Von Frank Bürstenbinder

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