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Weniger Siebtklässler an den Gymnasien

Brandenburg an der Havel Weniger Siebtklässler an den Gymnasien

Alle drei Gymnasien in der Stadt Brandenburg erleben bei ihren künftigen siebten Klassen einen deutlichen Schülerrückgang. Die Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe wird für immer mehr Eltern zur beliebten Alternative. Denn wer sein Kind erst in Klasse 13 Abitur machen lassen will, muss diesen Weg wählen.

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Gymnasium oder doch lieber Gesamtschule?

Quelle: dpa

Brandenburg/H. Alle drei Gymnasien in der Stadt Brandenburg erleben bei ihren künftigen siebten Klassen einen deutlichen Schülerrückgang. Am von-Saldern-Gymnasium werden nach Angaben von Kerstin Niendorf, Leiterin des Staatlichen Schulamtes Brandenburg, 74 Jungen und Mädchen neu in die siebten Klassen aufgenommen. Damit werden dort nur noch drei neue siebte Klassen eröffnet. Den vierten Zug bildet die aufwachsende Leistungs- und Begabungsklasse mit Kindern, die schon seit der fünften Klasse das Gymnasium besuchen. „Es rauchen die Köpfe“, sagt Ingolf Erich, Mitglied der Saldern-Schulkonferenz zu dieser Entwicklung. Zum Vergleich: Die elften und zwölften Jahrgangsstufen an dem einst beliebtesten Gymnasium in der Stadt sind sechszügig, die derzeit siebten bis zehnten Klassen noch fünfzügig.

Beliebteste weiterführende Schulen in der Stadt bleiben das Brecht-Gymnasium mit 91 Aufnahmen (104 in 2016) und die Oberschule Nord mit ebenfalls 91 künftigen Siebtklässlern (101 in 2016). Auch das Dom-Gymnasium verzeichnet einen Anmelderückgang, wie Schulleiter Winfried Overbeck bestätigt ohne schon konkrete Zahlen zu nennen.

Kerstin Niendorf leitet das Staatliche Schulamt Brandenburg

Kerstin Niendorf leitet das Staatliche Schulamt Brandenburg.

Quelle: Jacqueline Steiner

Die Zahlen der Oberschulen

Noch ist das so genannte Ü-7-Verfahren nicht abgeschlossen.

So sieht es mit Stand vom 4. Mai nach Angaben des Staatlichen Schulamtes Brandenburg an den Oberschulen in der Havelstadt aus: Oberschule Nord: 91 Aufnahmen (2016: 101), Nicolai-Oberschule 66 Aufnahmen (2016: 66), Otto-Tschirch-Oberschule 50 Aufnahmen (2016: 72), Berufsorientierte Oberschule Kirchmöser 33 Aufnahmen (2016: 48).

Es kursieren mehrere Erklärungsversuche für diese Entwicklung. Zum einen ist der heutige Jahrgang der sechsten Klassen zahlenmäßig schwächer. Derzeit büffeln an den Grundschulen 465 Sechstklässler, das sind 54 Sechstklässler weniger als 2016. Die Vermutung eines Schulleiters, es seien weniger Gymnasialempfehlungen ausgesprochen worden, stimmt nur teils. Nach Angaben von Ralph Kotsch, Sprecher des Bildungsministeriums in Potsdam, lag die Quote in diesem und im vorigen Jahr bei rund 47 Prozent. Von den Sechstklässlern haben damit 218 eine Gymnasialempfehlung geschafft. Rund 243 Kinder und damit eine Schulklasse mehr waren es 2016. Kurz: Die sechsten Klassen sind vom Leistungsstand nicht schlechter, nur einfach weniger Schüler.

In Lehnin, wo es seit 2016 eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe und damit Abi in Klasse 13 gibt, ist eine bei vielen Eltern beliebte Schulform hinzugekommen. Schon 2016 sagte Saldern-Schulleiter Thomas Reuß, dass die Gesamtschule eine Rolle für den schon damals verzeichneten Schülerrückgang am Saldern spiele. Dazu sagt Kerstin Niendorf: „Es gibt keine verlässlichen Aussagen dazu, ob der Rückgang des Anwahlverhaltens zum Gymnasium im Zusammenhang mit der Errichtung der Gesamtschule in Lehnin steht.“

Über Oberschulen und Oberstufenzentren steht guten Schülern das Abi in Klasse 13 offen. Gymnasien enden in Klasse 12. So sei der Ansturm auf die Oberschule Nord zu erklären, so eine These. Landesweit gehen laut Ministerium zehn Prozent der Schüler mit Gymnasialempfehlung auf Oberschulen. Kerstin Niendorf sagt: Bei den erhöhten Anmeldezahlen an der Oberschule Nord sei zu beachten, dass es in der Stadt kein Angebot einer Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe gebe. Fazit: Wer sein Kind erst in Klasse 13 Abitur machen lassen will, muss diesen Weg wählen.

Von Marion von Imhoff

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