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Wenn Eulenspiegel noch leben würde

23. Brandenburger Schultheatertage Wenn Eulenspiegel noch leben würde

Mit zwei Streichen des Narren Till Eulenspiegel wurden am Montag die 23. Brandenburger Schultheatertage vor mehreren Schulklassen eröffnet. Noch bis zum 9. Juli werden täglich kostenlose Stücke am Theater in Brandenburg an der Havel aufgeführt. Insgesamt gibt es in den kommenden Tagen 14 Vorstellungen, 150 Darsteller werden auf der Bühne stehen.

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Die Klasse 4a der Evangelischen Grundschule führt Episoden über Till Eulenspiegel auf.

Quelle: J. Steiner

Brandenburg an der Havel. Der Legende von Till Eulenspiegel hauchten am Montag neun Schüler der Evangelischen Grundschule in Brandenburg an der Havel neues Leben ein. Mit zwei Streichen des Narren eröffneten sie die 23. Brandenburger Schultheatertage in einem gut gefüllten Saal vor mehreren Schulklassen. Noch bis zum 9. Juli werden täglich kostenlose Stücke am Brandenburger Theater aufgeführt, Reservierungen sind nötig. „Insgesamt gibt es 14 Vorstellungen, 150 Darsteller werden auf der Bühne stehen“, sagte der Geschäftsführer des Theaters, Jörg Heyne, als er die Kinder begrüßte.

Umtriebig und raffiniert

Die Klasse 4a begeisterte ihre jungen Zuschauer mit den Streichen des weltbekannten Spaßvogels Eulenspiegel. Mit bunter Narrenmütze und gelbem Umhang sticht er auf der Bühne sofort heraus. In der ersten Episode starrt er in die Luft und zieht so immer mehr Leute in seinen Bann: Alle wollen wissen, was er im Himmel sieht und sind sogar bereit, ihm für eine Antwort ihren Hausrat zu schenken. Der Schelm bringt die Stadt in Aufruhr, ein riesiges Bild des Brandenburger Rathauses ziert die Bühne. Das ist gar nicht mal so abwegig, denn der Legende nach hielt sich Eulenspiegel sogar für einige Wochen hier auf. Nachdem der kleine Till viele Geschenke absahnt, löst er das Geheimnis auf: Er hatte Nasenbluten und schaute deshalb gen Himmel.

Mit zwei Streichen des Narren Till Eulenspiegel wurden am Montag die 23. Brandenburger Schultheatertage vor mehreren Schulklassen eröffnet. Noch bis zum 9. Juli werden täglich kostenlose Stücke am Brandenburger Theater aufgeführt. Insgesamt gibt es in den kommenden Tagen 14 Vorstellungen, 150 Darsteller werden auf der Bühne stehen.

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Genauso umtriebig und raffiniert gestaltete sich auch die zweite Episode, die die Klasse 4a vorführte: Diesen Scherz gab es eigentlich nicht, er hätte aber genauso gut von Till Eulenspiegel stammen können. Dabei wird der Zuschauer in die Gegenwart versetzt. Der Schalk irrt herum, braucht Geld für Essen und Trinken und bekommt ohne Erfahrung einen Job in einem Elektrogeschäft. Als er Ware ausliefern muss, ist er jedoch überfordert. Statt einem i-pad will er ein Ei und ein Bett verkaufen. Und als er darum gebeten wird, eine Computer-Maus zu suchen, fängt er eine echte. Am Ende kommt er mit dem verdienten Geld davon.

Die nächsten Termine

Dienstag, 7. Juli:
9 Uhr: „Droge – Sucht – Warum?“ (Brecht-Gymnasium)
10 Uhr: „Dornröschen einmal anders“ (Uhland-Grundschule Genthin)
11.15 Uhr:„Ich–Du–Wir“ (Grimm-Gs)
12.15 Uhr: „Des Kaisers neue Kleider – macht Eitelkeit blind?“ (Domgym.)

Mittwoch, 8. Juli:
9 Uhr: „Der Zauberlehrling“ (Ev. Gs.)
10 Uhr: „Ralf ist weg!“ (Gs. Golzow)
11 Uhr: „Babyalarm“ (Nicolai-Schule)
12.15 Uhr: „Paradiesisch Neuland“ (Von-Saldern-Gymnasium)
14 und 16 Uhr: „Max Timmel – Der kleine Mann im Nationasozialismus“ (Tschirch-Oberschule)

Donnerstag, 9. Juli:
9 Uhr: „Abenteuer auf der Klatschmohnwiese“ (Havelschule)
10 Uhr: „Das Traumschiff – wo Träume wahr werden“ (Fliedners)
11 Uhr: „Ability – Endlose Ströme von Nullen und Einsen“ (Brecht-Gym.)

Die Schüler probten für diesen Auftritt seit den Winterferien mit der Musik- und Deutschlehrerin und Leiterin der Theater-AG, Kerstin Maaß. „Jeder durfte sich seine Rolle aussuchen. Und wie das Eulenspiegel-Stück auf die Bühne gebracht wurde, haben die Kinder alleine entschieden“, sagte sie. „Die Gruppe ist sehr kreativ und hat viele Einfälle. Wenn Kinder den Mut haben, hier mitzumachen, ist das eine unheimliche Entwicklung, die sie durchlaufen.“

Ein etwas anderes Schauspiel

Die Geschichten sollten den Schülern Till Eulenspiegel als jemanden näher bringen, der anderen den Spiegel vorhält, fügte die Lehrerin hinzu. Nach der Vorführung stand die Klasse für ein Gespräch bereit und sinnierte zusammen mit den Theaterpädagoginnen Katja Fillmann und Verena Ries über den Begriff des Narren: „Er ist witzig, sympathisch und bringt andere zum Lachen“, waren sich die Kinder einig.

Ein etwas anderes Schauspiel führte die Klasse 5b der Gebrüder Grimm-Grundschule mit ihrer selbst erstellten Stückvorlage „Ich – Du – Wir“ auf. „Was siehst du, wenn du in den Spiegel schaust?“, fragten sie sich und den Zuschauer.

Dabei erörterten sie spielerisch, was es heißt, als Gruppe zusammenzuwachsen und behandelten Themen wie Fremdsein und Schüchternheit. Zudem erörterten sie, was sie an sich und an anderen mögen. „Es ist aus der Improvisation heraus richtige Körperarbeit und man merkt den Dialogen an, dass sich die Schüler durch das Stück sowohl als Gruppe als auch als Einzelpersonen besser kennen gelernt haben“, sagte Adriane Porikys, organisatorische Leiterin der Schultheatertage, über den gelungenen Auftakt der jungen Schauspieler.

Von Melanie Höhn

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