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Brandenburg/Havel Wenn Helfer selbst Hilfe brauchen
Lokales Brandenburg/Havel Wenn Helfer selbst Hilfe brauchen
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21:20 22.12.2015
Stephanie und Christian Kumlehn mit Wilhelmine sowie den Zwillingen Friedrich (vorn) und Theodor. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Wusterwitz

Stephanie und Christian Kumlehn aus Wusterwitz wünschen sich nach dreimonatigem Reinemachen und psychischem Stress nur eins: „Dass wir alle gesund und ohne weitere Zwischenfälle ins neue Jahr starten.“ Denn in diesem Jahr kam es für die junge Familie besonders dicke.

Den Oktober würden die 33-Jährigen am liebsten verdrängen. Innerhalb von nur vier Tagen zwei unverschuldete Havarien. Denn Ursache war eine Verstopfung der öffentlichen Abwasserleitung. Beim zweiten Mal am 10. Oktober war es besonders schlimm. Der komplette Keller ihres Hauses in der Wusterwitzer Bahnhofstraße stand unter Schmutzwasser. „Wir sind der tiefste Punkt“, erklärt das Paar. „Aus Toilette und Dusche kam es geströmt wie bei einem Wasserfall.“ Das Inventar war nicht mehr zu gebrauchen. Die Waschmaschine konnte über Garantie wieder repariert werden, nicht aber der Trockner. Ganz zu schweigen von den üblen Gerüchen in der ganzen Wohnung.

Inventar war nicht mehr zu gebrauchen

Nach dem ersten Schrecken behalfen sich beide mit Eimern, dann rückte die Feuerwehr mit drei Einsatzfahrzeugen und acht Mann an, um vier Stunden lang auszupumpen. Die Rechnung kam prompt: 2245 Euro. Etwa noch einmal soviel müssen Kumlehns für den Einbau einer elektronischen Rückstauklappe abstottern, denn die hatten sie vorher nicht. „In Bestandshäusern ist eine Klappe keine Pflicht“, erklärt Stephanie Kumlehn, die in ihrem Elternhaus lebt. „Unsere drei Kinder sind schon die sechste Generation.“

Das Amt Wusterwitz hatte Anfang 2015 allerdings eine entsprechende Satzung erlassen, wonach sich Grundstückseigentümer gegen Rückstau auf eigene Kosten selbst zu sichern hätten. „Davon hatten wir keine Ahnung.“ Neben einem Stundungsantrag habe sie gegen den Feuerwehr-Gebührenbescheid inzwischen Widerspruch eingelegt. „Die Havarie war ja ohne unser Verschulden im zentralen Netz“, sagt sie und hofft auf Einigung.

Havarie ohne eigenes Verschulden

Neben der psychischen Belastung liegt die finanzielle Last schwer auf den Schultern der jungen Eltern, die noch nicht alles abbezahlt haben und „ordentlich“ ins Minus gerutscht sind. Christian Kumlehn ist Theologiestudent und erhält einen KfW-Studentenkredit, um die Familie beim Lebensunterhalt unterstützen zu können. „Meine 90-jährige Uromi Giesela sparte sich von ihrer schmalen Rente für uns 400 Euro als Notgroschen vom Munde ab“, erzählt er. Dankbar sind beide ebenso für die Hilfe aus der Brandenburger Domlinden-Gemeinde, die auch beim Saubermachen und Schachten half.

Kumlehns sind selbst für andere da. Sie haben Pakete für die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ gepackt, geben Kleider- und Spielzeugspenden an Bedürftige ab. Stephanie Kumlehn, die als Heilerziehungspflegerin in Teilzeit arbeitet und im neuen Jahr in den Kitabereich wechselt, macht sich als Mutter im Wusterwitzer Bahnhofsviertel für einen Kleinkinderspielplatz stark. Dass sie nun selber Hilfe brauchen, hätten beide nicht gedacht.

Helfer brauchen nun selbst Hilfe

Um ihren Kindern, die in die Altbensdorfer Kita gehen, kleine Wünsche zu erfüllen, schränken sich die Eltern ein. „Hauptsache ist doch, dass sie gesund sind und alles haben, was sie zum Leben brauchen.“ Während Wilhelmine (5) in Pferde vernarrt ist und von einem Plüschpony träumt, wünschen sich die fast dreijährigen Zwillinge Friedrich und Theodor zu Weihnachten Schnee und Holzschlitten.

Von Claudia Nack

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