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Brandenburg/Havel Wenn das Vergessen bleibt
Lokales Brandenburg/Havel Wenn das Vergessen bleibt
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17:25 13.09.2016
Chefarzt Michael Sachse und die beiden Neuropsychologinnen Sabine Noack (M.) und Andrea Emmer stehen Demenzkranken in der Klinik für Geriatrische Rehabilitation zur Seite. Quelle: mai
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Lehnin

An Alzheimer leiden 1,2 Millionen Menschen bundesweit, 3324 Männer und Frauen im Landkreis Potsdam Mittelmark und 187 Bürger in der Gemeinde Kloster Lehnin. Die Klinik für Geriatrische Rehabilitation in Lehnin hat rund 300 Demenzkranke unter ihren 1000 Patienten im Jahr. Diese Zahlen stammen von einer statistischen Erhebung des Landkreises und von Michael Sachse, Chefarzt der Klinik für Geriatrische Rehabilitation in Lehnin. Genannt hat Sachse diese Zahlen anlässlich des Infonachmittags im Evangelischen Diakonissenhaus in Lehnin am Montag zum Weltalzheimertag.

Sachse sprach in Vortrag auch davon, dass die Krankheit auch die Angehören und ungezählt viele Menschen betrifft, bei denen die Diagnose noch nicht gestellt worden ist. „Das Thema Demenz geht uns alle an“, so Sachse.

Alzheimer in erblicher Form ist sehr selten

Unter den 20 Zuhörern war auch eine ältere Dame, deren Ehemann an Alzheimer erkrankt ist, ebenso dessen Bruder und auch der verstorbene Vater des Mannes litt an der Demenzerkrankung. „Mein ältester Sohn ist 59 Jahre alt und hat Angst. Was können Sie machen?“, fragte sie den Facharzt für Innere Medizin, Geriatrie und Notfallmedizin.

Sachse verwies auf die sehr seltene Form der familiär bedingten Alzheimer-Erkrankung. Noch im Laufe der Veranstaltung kümmerte sich die Neuropsychologin Andrea Emmer um die Seniorin und beantwortete deren Fragen. Emmer gehört mit ihrer Kollegin Sabine Noack zum Team um Chefarzt Sachse, die sich um Menschen mit Alzheimer in der Klinik kümmern.

Nur knapp ein halbes Dutzend Medikamente für die Krankheit

Sachse zufolge gibt es nur fünf Medikamente in der Alzheimer-Therapie. „Alle haben mehr oder wenig Sinn.“ Ein Durchbruch sei noch nicht absehbar. Doch den gleichen Effekt wie Medikamente und damit gleichwichtig seien Stimulanz der Lernvorgänge, Ergo-, Musiktherapie, Training der Angehörigen im Umgang mit den Kranken unter anderem und körperliche Aktivität. „1000 Schritte am Tag helfen, auch im Kopf fit zu bleiben“.

Sachse erwähnte auch das Problem der „sekundären Demenz“, jene also, die aufgrund anderer, behandelbarer Grunderkrankungen ausgelöst werden. „Ganz fatal ist es, wenn man diese Krankheiten übersieht.“

Von Demenz spreche der Arzt, wenn Symptome wie Verändertes Sozial- und emotionales Verhalten, Vergesslichkeit, Probleme des Gedächtnisses, im Denken und in der Orientierung etwa länger als sechs Monate andauern. Dann müsse neuropsychologische Diagnostik beginnen. „Das ist die Basis für eine exakte Diagnose.“

Info für Ratsuchende Betroffenen bietet das Asklepios-Fachklinikum in Brandenburg an der Havel eine Gedächtnissprechstunde an. Infos unter 03381-78-0. Ebenso das Ernst-von-Bergmann-Klinikum Potsdam unter 0331-241-7671. In der Berliner Charité gibt es weitere Informationen unter https://neurologie.charite.de/patienten/hochschulambulanzen/gedaechtnis-sprechstunde/

Von Marion von Imhoff

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