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Brandenburg/Havel Wenn der Laubsauger pustet
Lokales Brandenburg/Havel Wenn der Laubsauger pustet
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16:39 06.11.2013
Noch ist die Zeit der Laubsauger nicht vorbei - auch in Brandenburg nicht. Quelle: dpa
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Brandenburg/h.

Kastanien fallen zuerst, Eichen und Buchen lassen sich Zeit. "Das meiste ist runter", sagt Kirstin Ohme von der Stadtverwaltung. Die Fachgruppenleiterin für Umwelt und Naturschutz hat es gut, denn sie muss privat kein Laub harken. "Mein Vermieter hat eine Hausmeisterfirma damit beauftragt", sagt sie.

Doch die Zeit von Laubsauger, Rasentrecker und Rechen ist noch nicht vorbei. Wie jedes Jahr gibt es Anrufe und Beschwerden von Bürgern bei der Umweltbehörde, warum sie vor ihren Grundstücken die Blätter der Straßenbäume zusammenfegen und entsorgen müssen. "Laut Straßenreinigungssatzung sind die Grundstückseigentümer verpflichtet, die Gehwege inklusive Grünstreifen sauber zu halten, damit keine Gefahr für Passanten ausgeht", sagt Ohme. Egal, ob Sand wegzufegen, Schnee zu schieben oder wegen der Rutschgefahr wie jetzt Laub zu beseitigen ist. "Dafür zahlen Anliegerpflichtige auch keine Straßenreinigungsgebühr."

Das Laub können sie entweder klassisch im eigenen Garten kompostieren, kostenpflichtig in der Biotonne oder auf der Kompostieranlage in Fohrde entsorgen. Auch der Wertstoffhof in der August-Sonntag-Straße, Frischbeton in der Fohrder Landstraße und Gala-Bau Lubitz auf dem Recyclingplatz in der Magdeburger Heerstraße bieten Verwertung- und Entsorgungsmöglichkeiten an. Weitere Alternative für Brandenburger: Laubsäcke. Zum Stückpreis von zwei Euro gibt es sie von Anfang März bis Ende November in der Stadtverwaltung beim Bürgerservice am Nicolaiplatz, der Umweltbehörde Caasmannstraße, in den Ortsteilverwaltungen und im Wertstoffhof. Der hellgrüne transparente 80-Liter-Sack, der gefüllt nicht mehr als 20 Kilo wiegen sollte, wird mit der Biotonne abgeholt oder nach Vereinbarung ( 323737). Im Jahr würden rund 2200 Laubsäcke verkauft, die meisten im Herbst. Im Sommer nutzt man sie für Rasenschnitt. "Falls Unrat drin sein sollte, werden sie nicht mitgenommen", sagt Kirstin Ohme. Anders als vor Jahren bei den Gitterboxen, die wieder abgeschafft wurden, weil sich die Leute regelrecht entmüllt hätten, gebe es bei Laubsäcken diese Unsitte nicht.

"Ein großes Problem ist dagegen", sagt die Fachgruppenchefin, "dass Leute das Laub vom Gehweg bergeweise an den Straßenrand fegen." Dann schaffe es die für die Entsorgung auf Straßen und öffentlichen Plätzen zuständige Mebra nicht, alles Laub bei der normalen Reinigungsfahrt aufzunehmen, so dass Laubsauger zusätzlich angefordert werden müssen. Ohme appelliert an Anlieger, dies zu unterlassen, denn es ist eine Ordnungwidrigkeit. "Wer erwischt wird, muss damit rechnen, dass er zur Kasse gebeten wird." Auch das Abschütten im Wald sei verboten, weil das Ökosystem gestört werde.

Mit der Pflege der 150 Hektar kommunaler Grünflächen wie Parks, Pflanzstreifen oder an Spielplätzen, hat die Stadt Brandenburg vier Fachfirmen beauftragt. Für die gesamte Grünpflege vom Heckenschnitt bis zum Blümchenpflanzen ist im Haushalt eine Million Euro eingeplant. "Das hört sich viel an, ist es bei jährlich vier bis sechs Pflegegängen pro Anlage aber nicht. Zumal wir einige denkmalgeschützte Parks haben." An "touristisch interessanten Stellen" harken Mitarbeiter der Arbeitsfördergesellschaft BAS. Auch miniermottenbefallene Kastanienblätter vor allem in der Gördenallee werden von ihnen gesondert eingesammelt und als Hausmüll entsorgt. "Dieser Schädling hält sich in Grenzen", sagt die Fachfrau.

Das große Rascheln ist zwar gerade vorbei, doch über die Blätter-Menge kann sie beim besten Willen keine Aussage treffen. Immerhin betreut die Stadt im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht rund 15800 Straßenbäume, 3500 in Parks oder Grünanlagen und bis 15 000 Bäume auf städtischen Liegenschaften.

info Sie erreichen die Autorin unter Claudia.Nack@MAZonline.de

Von Claudia Nack

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