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Brandenburg/Havel Wenn der Sperr-Monteur anklopft
Lokales Brandenburg/Havel Wenn der Sperr-Monteur anklopft
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00:44 05.03.2018
Es muss ja nicht erst so weit kommen, dass der Sperrmonteur anrückt – das Verplomben und das Entsperren kostet jeweils extra. Quelle: Thomas Sillner - Fotolia
Brandenburg/H

Manchmal ist alles nur eine Frage der richtigen Kommunikation – dann lässt sich eine Menge Ärger vermeiden. Beispielsweise die drohende Strom- und Gassperrung am 5. März.

Sieglinde und Manfred Miklei fühlen sich hilflos gegenüber den Stadtwerken Brandenburg. Im November 2016 sind die beiden innerhalb des WBG-Bestandes von Hohenstücken in die Walzwerksiedlung in eine sanierte 62-Quadratmeter-Wohnung gezogen. Gas und Strom meldeten sie ordnungsgemäß bei den Stadtwerken an. „Es hat mich schon erstaunt, dass der monatliche Abschlag für beide Energieträger zusammen nur 22 Euro betragen sollte“, sagt Manfred Miklei. Er habe Häufiger beim Versorger angerufen und um Anpassung gebeten, immer sei ihm beschieden worden, das sei schon in Ordnung. Erst Mitte vorigen Jahre kam die große Nachforderung – fast 700 Euro.

Hohe Zahl an Sperrverfahren

Deutschlandweit wird rund 300.000 Kunden pro Jahr zumindest zeitweise der Strom abgedreht.

Die Stadtwerke haben im Jahr 2017 insgesamt 2298 Sperr-Ankündigungen verschickt.

Umgesetzt wurden davon 508, weil die anderen Kunden zwischenzeitlich gezahlt oder eine Ratenzahlungsvereinbarung geschlossen haben.

Die Voraussetzungen fürs Sperren sind geregelt in der Stromgrundversorgungsverordnung.

Im Paragrafen 19 ist dazu geregelt, dass der Kunde mit mindestens 100 Euro verschuldet sein muss, der Versorger muss das Sperren vier Wochen vorher androhen und drei Tage zuvor konkret mitteilen.

Das war ein Schock: Manfred Miklei leidet seit 64 Jahren unter Poliomyelitis (Kinderlähmung), er ist auf eine Orthese angewiesen, bezieht heute nur eine kleine Rente, sein Frau bekommt Sozialhilfe. Zusammen haben sie im Monat 1175 Euro, von denen alle Ausgaben bestritten werden müssen. Von den Stromschulden haben sie fast die Hälfte abgetragen. Jetzt stehen noch 375 Euro im Raum. Dann kam überraschend die Sperrankündigung. „Es war ja erst mal nur das Schreiben, welches vier Wochen zuvor verschickt werden muss“, sagt Stadtwerke-Chef Uwe Müller. Offensichtlich hätte das Ehepaar versäumt, rechtzeitig eine neue Rückzahlungsvereinbarung abzuschließen. Am 26. Februar hat das Sieglinde Miklei nachgeholt. Sie sei nicht besonders freundlich empfangen worden, es seinen seitens der Kundenberaterin Sätze gefallen wie „Na pumpen sie doch ihre Kinder an, wenn sie das Geld nicht haben.“ Das bestreitet die Mitarbeiterin vehement, Müller glaubt ihr, sie sei stets besonnen und kundenorientiert. „Wir sind doch selbst daran interessiert, mit den Kunden Ratenvereinbarungen zu schließen, die diese auch erfüllen können. Das erspart beiden Seiten viel Ärger.

Manfred Miklei zeigt seine Ratenvereinbarung mit den Stadtwerken. Quelle: JACQUELINE STEINER

Miklei will aus dem Papier herausgelesen haben, dass allein für den März 200 Euro zu zahlen sind, „dann blieben uns für den ganzen Monat nur 350 Euro zum Leben“. Nein, das Paar müsse nur 130 Euro zahlen, versichert Müller, den Rest in 30-Euro-Raten. „Wenn die neue Vereinbarung doch nicht passt, muss die Familie nochmal herkommen und wir schließen eine neue.

Auf keinen Fall werde der Sperr-Monteur am Montag bei den Mikleis vor der Tür stehen.

Die Versorgungsunternehmen sind per Gesetz berechtigt, die Versorgung ganz oder teilweise zu unterbrechen. Es gibt keine konkreten „Ausnahmetatbestände“, die das unmöglich machen würden. In Rechtsstreitigkeiten tendieren Gerichte in der Regel dazu, im Sinne der Mieter gegen ein Sperren zu entscheiden, wenn es in der Familie kleine Kinder gibt, wenn beispielsweise durch ein Kappen der Stromversorgung die Ölheizung ausfalle oder wenn wie jetzt extreme Kälte herrscht.

Alternativ habe das Unternehmen auch so genannte Chipzähler angeschafft, die nach dem Prinzip der Vorkasse arbeiten. Davon seien aber nur wenige in Privathaushalten installiert, weil die Geräte teuer in der Anschaffung sind, sagt Mike Heuser, Leiter des Shared-Service-Centers bei den Stadtwerken Brandenburg.

Von André Wirsing

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