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Brandenburg/Havel Wenn der müde Bär in die Luft geht
Lokales Brandenburg/Havel Wenn der müde Bär in die Luft geht
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19:55 20.06.2017
Ein Hammerschlag genügte, um die weichen Bären vom Sockel zu hauen. Klaus Gottschalk mit einem neuen Bären. Quelle: Benno Rougk
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Brandenburg/H

Was die Pandas Meng Meng und Jiao Qing für Berlin sind, sind zwei namenlose Braunbären aus Gips für Brandenburg an der Havel. Jeder hat schon mal irgendwie von ihnen gehört und mag sie. Auch, dass die beiden großen Gipsbären am ehemaligen Hotel „Zum Bären“ auf wackeligen Füßen standen, ist bekannt.

De beiden Braunbären auf der Fassade des Hauses hatten ein Schwabbel-Problem. Obwohl gerade einmal sechs Jahre auf dem Gesims des Geschäftshauses stehend, musste der Besitzer Florian Grotmann vor eineinhalb Jahren feststellen, dass die Bären „ihr Fell“ verloren. Großflächig platze der Gips ab, kaum dass die Gewährleistungsfrist von fünf Jahren abgelaufen war. Der Gips wurde weich und bröckelte.

Bärenfiguren hatten ein Schwabbel-Problem

Die Gipsbären-Vorgänger hatten 150 Jahre dort ausgeharrt und waren im Jahr 2010 abgenommen und dem Baudenkmalpfleger Klaus Gottschalk in Friesack überstellt worden. Gottschalk formte die brüchig und weich gewordenen Skulpturen ab und goss neue Bären. „Wahrscheinlich haben wir den neuen Bären einfach nicht genug Zeit gelassen. Aber der Bauherr hat gedrängt“, erinnerte sich Gottschalk am Dienstag bei der Herunternahme der nun so schnell verschlissenen Bären.

Der Abbau ging wieselflink über die Bühne. Das Material war so weich geworden, dass ein Hammerschlag genügte, um die bröselnden Beine vom Sockel zu schlagen. Mit einem Kran wurden die Bärenreste von der Fassade entfernt und auf dem Müll der Geschichte geworfen.

Material war weich geworden

Die Bären sind wichtig für das „Geschäftshaus zum Bären“. 2012 wurde das Haus in der Steinstraße mit Fördermitteln aus dem Denkmalschutz wieder aufgebaut, wobei insbesondere die denkmalgerechte Sanierung der Fassade und der prägenden Bärenfiguren im Vordergrund der Arbeiten stand, während hinter der Fassade ein Neubau entstand.

Für Klaus Gottschalk ist klar: Dass die Bären schnell wieder kaputt gingen, lag neben der fehlenden Zeit zum Aushärten („dafür hätten wir ein halbes Jahr gebraucht“) und vor allem an den fehlenden Langzeiterfahrungen der Farbenhersteller mit derartigen Gipsplastiken. Obwohl man einen der renommiertesten Farbenhersteller für das Projekt gewonnen habe, sei klar, dass die Farbei die Oberfläche nicht versiegelt hatte. Vor Jahrhunderten habe man derartige Plastiken lange Zeit in Leinöl gebadet und erst dann gestrichen.

Nicht genug Zeit zum Aushärten

Nachdem sich Gottschalk und Grotmann heftig um das Bärenfell gestritten hatten, haben sie sich nun wieder vertragen: Gottschalk hatte die Formen noch und hat zwei neue Bären hergestellt, die er im Gepäck hatte. Er hat wieder auf Gips gesetzt. Nicht ohne Stolz konnte Klaus Gottschalk erleben, wie sehr seine Bären in Brandenburg geschätzt werden. Der Abriss und die Installation der Bären wurde von den Brandenburgern mit viel Wohlwollen zur Kenntnis genommen.

Von Benno Rougk

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