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Wenn die Schwerter klirren im Slawendorf

Brandenburg an der Havel Wenn die Schwerter klirren im Slawendorf

Lange haben sich „Die Altstädter“ und die Roland-AG auf das 18. Rolandspectaculum vorbereitet – die Mühen haben sich gelohnt. Für zwei Tage verwandelte sich das Slawendorf in Brandenburg an der Havel in einen Ort lebendiger Geschichte.

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Ein paar Kampfszenen gehören beim Rolandspectaculum dazu.

Quelle: Ina Schidlowski

Brandenburg/H. Rauch hängt in der Luft und mittelalterliche Musik schallt über die Havel. Im Slawendorf wird Geschichte lebendig. Beim 18. Rolandspectaculum reisten Jung und Alt gleichermaßen zurück in eine Zeit, in der es von Handwerk bis Kampfkunst noch sehr hautnah und robust zuging.

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Das Abenteuer Mittelalter lockte: Feuerspucker, Falkner, Schmiede, Händler – sie alle gewandet wie einst im Mittelalter waren am Wochenende im Slawendorf in Brandenburg an der Havel zu bestaunen. Viele Brandenburger kamen und genossen den Ausflug in eine ferne Zeit.

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Carsten Krüger, Mitglied des Vereins „Die Altstädter“ und der Roland-AG an der Seite zu haben, ist sehr aufschlussreich, hat er doch mit seinen AG-Mitstreitern seit August 2016 Woche für Woche ehrenamtlich daran gearbeitet, dass dieses Fest gelingt. Der Roland-AG geht es um Qualität und Authentizität. Ob Händler, Handwerker, Ritter, alle Akteure verfügen über geschichtliches Wissen, das sie gerne anschaulich weitergeben. Viele laden auch zum Mitmachen ein. Das hautnahe Erlebnis ist es denn auch, was den zahlreichen Besuchern besonders gefällt.

Für ein Kettenhemd war die Zeit zu kurz, aber sich nach Kettner-Art ein Armband zu bauen, gefällt der neunjährigen Lucia besonders. Andere drehen sich in der Seilerei fasziniert ihren Strick selbst oder fachsimpeln mit Annett Kocour über die Technik des Nadelbindens, das an Stricken oder Häkeln erinnert und aus der Jungsteinzeit stammt. „Der Faden wird mit sich selbst vernäht“, erklärt die Leipzigerin und das diese Technik in Papua-Neuguinea noch heute angewandt wird. Sie zeigt den Oslo-Stich, den York-Stich oder den Dalby-Stich.

Auch Schmuckhändler, wie Manja Graue aus Berlin sind auf dem Fest vertreten. „Wir wollen hier keinen Nippes anbieten“, sagt Carsten Krüger und freut sich die Händlerin aus Berlin dabei zu haben. „Das sind Repliken von Originalen, die in Museen hängen“, erklärt Manja Graue und erläutert den Unterschied zwischen Kelten- und Wikingerschmuck. Sie ist zum ersten Mal beim Rolandspectaculum dabei und vor allem von der Umgebung des Slawendorfes und der Natur begeistert, aber auch von der Herzlichkeit mit der sie in Brandenburg begrüßt wurde.

Während es in der Brenngrube bei der Herstellung von Schwarzkeramik heiß her geht, spielt das Trio Ars Floreo zum Tanz auf. Milena Michel lädt zum Bauchtanz ein und Sarah Greshake malt Henna-Tattoos auf Arme und Hände. Weil der Spaß auch nicht zu kurz kommen soll, sorgt Arne Feuerschlund für Unterhaltung. Er ist einfach urkomisch und hat die Gabe, Menschenmassen zu begeistern.

Ruhiger geht es bei Yvonne Legetth zu. Die Falknerin hat ihren Hund, einen Buntfalken, einen Lannerfalken und einen Uhu dabei. Am beeindruckendsten ist das kleine weiße Federknäuel. Ein Schleiereulen-Baby. „Es ist 32 Tage alt“, sagt die Rostocker Tiertrainerin und Tierpsychologin und wird nicht müde Fragen zu beantworten. Dicht umlagert wird sie, als die große Uhu-Dame auf ihrem Arm sitzt. Zweieinhalb Kilogramm wiege die zwei Jahre alte Ceana. Interesse weckt der Stand von Heiko Sagrauske. Der Rathenower weiß genau, wie man Bogen baut und gibt Workshops in Bogenschießen. Beim Rolandfest verkauft er Holzschwerter und Schilde, die bei jüngeren Besuchern reißend Absatz finden.

Gleich neben seinem Stand findet die Schaukampfvorführung statt. „Kelle“, einer der Ritter erklärt die unterschiedlichen Waffen und Kampfstile. Er erzählt vom Havelstil und den Bucklerkämpfen, derweil sich die Akteure auf dem Platz wacker schlagen. Aus sicherer Entfernung schauen die Gäste gespannt dem Treiben zu, bei dem auch Frauen zu den Waffen greifen.

Reimund der Riese bahnt sich seinen Weg durch das Fest, das von Zuckerwatte, selbst gebrautem Bier, Kuchen bis zu Herzhaftem zu moderaten Preisen für jeden etwas bereit hält und putzt mit seinem Staubwedel, das eine oder andere Ohr.

Alexander Buch besucht schon das dritte Jahr das Fest. „Das Slawendorf gefällt mir. Und, dass hier wirklich gezeigt wird, wie es einmal war“, sagt der Berliner.

Von Ina Schidlowski

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