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Wenn ein Foto zur Verzweiflung führt

Brandenburg an der Havel Wenn ein Foto zur Verzweiflung führt

Mit einem Klick kann sich das gesamte Leben schlagartig verändern - viele Jugendliche erleben tagtäglich was es heißt, im Internet und in sozialen Netzwerken gemobbt zu werden. Dieses Problem wurde am Dienstag am Brecht-Gymnasium in einem Drama von der Theatergruppe Eukitea thematisiert.

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Christian Rodenberg, Ludwig Drengk und Homa Faghiri (v.l.) zeigten in ihrem Stück die Auswirkungen von Cybermobbing.

Quelle: Fotos (2): Volkmar Maloszyk

Brandenburg/H. Die Folgen von Mobbing können verheerende Auswirkungen haben: Psychische Belastungen, immer mehr Fehltage in der Schule und die Verschlechterung der Leistungen. In sozialen Netzwerken wie Facebook oder durch die Chat-Plattform Whatsapp kann die Schwelle zum Mobbing leicht sinken. Mit einem Klick können intime Fotos oder Videos verbreitet werden und damit einen verheerenden Schaden für den Betroffenen anrichten.

Diesem Thema hat sich die Schauspielgruppe Eukitea aus Diedorf und Berlin angenommen. Mit dem Drama „I like you“ brachten sie am Dienstag den vier 9. Klassen des Bertolt-Brecht-Gymnasiums die Problematik des Cybermobbings näher. In dem Stück geht es um die 15-Jährige Samira und ihre Freunde, die sich sicher sich sicher und spielerisch im Internet bewegen – sie surfen, chatten, posten und spielen und sind dank ihrer Computer und Smartphones ständig vernetzt. Doch dann geschieht es: Weil ihr Freund Luke sich von ihr trennt, veröffentlicht Samira aus Wut und Enttäuschung ein demütigendes Foto von ihm. Das Bild wird weitergeleitet und kommentiert und verbreitet sich rasend schnell im Internet. Am nächsten Tag wissen alle Mitschüler darüber Bescheid – und plötzlich steht Luke allein da. Die Folgen sind dramatisch: Man sieht ihn zusammengekauert auf seinem Schreibtischstuhl sitzen und er ist nicht mehr in der Lage, das Haus zu verlassen.

„Wir wollen für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet sensibilisieren und Jugendliche motivieren, bei Konflikten friedvolle Lösungen zu finden“, sagt der Schauspieler Christian Rodenberg. Das Stück wolle sich den Lebenswelten der Jugendlichen von heute widmen und über die Chancen und Risiken der weltweiten Vernetzung aufklären. „Viele Schulen haben Interesse an diesem Thema. Cybermobbing ist ein häufiges Problem“, sagt er. Oft wissen Eltern und Lehrer nicht, wie sie damit umgehen sollen. „Wir hoffen sehr, die Schüler auf einer emotionalen Ebene zu erreichen.“ Bisher habe er mit seiner Schauspielgruppe immer eine positive Resonanz bekommen und die Schüler zum Nachdenken angeregt.

Bei Leroy Reschke hat er es geschafft. Der 14-Jährige wollte nach dem Stück mit Lehrern und Schauspielern ins Gespräch kommen. „Ich finde, das Drama hat das Thema sehr gut umgesetzt und man die traurige Message zu spüren bekommen. Ich musste sehr darüber nachdenken“, sagt der Neuntklässler. Auch die 15-jährigen Anna Szydlowsky wurde durch das Stück zum Grübeln angeregt: „Ich bekomme immer mal wieder solche Probleme bei Freunden und Bekannten mit. Die Handlung hat die Problematik sehr gut umgesetzt“, sagt sie. Lehrerin Sybille Leimbach weiß, dass dieses Thema unter den 14- bis 15-Jährigen sehr präsent ist und organisierte deshalb den Auftritt der Schaupielgruppe. Mit dem vom Theater Eukitea zur Verfügung gestellten Material will sie das Thema in den Klassen noch einmal bearbeiten und diskutieren. Falls sich noch mehr Bedarf herauskristallisiert, können auch Workshops für Schüler, Lehrer und Eltern organisiert werden. Insgesamt hatten Christian Rodenberg, Ludwig Drengk und Homa Faghiri mit „I like you“ schon mehr als 100 Auftritte an Schulen in Brandenburg, Berlin, Sachsen und Sachsen-Anhalt. In der Havelstadt gastierten sie in der Vergangenheit an der Otto-Tschirch-Oberschule, der berufsorientierten Schule Kirchmöser, der Nicolaischule sowie an sechs Grundschulen. Christian Rodenberg ist die Botschaft des Stückes sehr wichtig: „Es soll Mut machen, sich für Toleranz und gegenseitigen Respekt einzusetzen.“

Von Melanie Höhn

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