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Brandenburg/Havel Wenn eine Brücke auch ohne Fluss funktioniert
Lokales Brandenburg/Havel Wenn eine Brücke auch ohne Fluss funktioniert
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16:45 03.10.2016
Der gedankenschnelle Wortakrobat Horst Evers in voller Aktion – am Samstag im Brandenburger Audimax. Quelle: Volkmar Maloszyk
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Brandenburg/H

Horst Evers – Wortakrobat, Sprachjongleur, Schnelldenker, Vielredner, Fantasieartist, Possenreißer, Absurditätenhändler, Pointenschrauber. All das war er bei seinem Auftritt am Samstagabend im Audimax der Technischen Hochschule.

Vielleicht ist es ganz gut, dass Horst Evers an der Freien Universität Berlin sein Studium in Deutsch und Sozialkunde auf Lehramt nicht abgeschlossen hat. Man stelle sich vor: Dieser Mann wäre auf unschuldige Kinder losgelassen worden. Hätte ihnen gar kritisches Denken beigebracht. Und wäre vielleicht auch noch verbeamtet worden.

Nee, da ist es schon besser, dass er gefestigten Menschen vorführt, was dabei rauskommt, wenn man Dinge zu Ende denkt, so wie in seinem Programm „Der kategorische Imperativ ist keine Stellung beim Sex“. Der nötige Ernst fehlte den meisten der etwa 500 Zuhörer. Ständig haben die Leute laut gelacht – das hat die Konzentration doch sehr gestört.

Es ist nicht immer ganz zu unterscheiden, ob Evers Dinge wirklich zu Ende denkt. Manchmal scheint er einfach nur um die Ecke zu denken und kommt dabei zu verblüffenden Ergebnissen. So bezeichnet er die derzeitige Rauchgasanlage des Flughafens BER als die innovativste Technologie, die jemals realisiert wurde. Die Tatsache, dass die Anlage zu schwer ist, wenn sich Rauchgase darin sammeln, so dass das Flughafendach einstürzen würde, stelle doch sicher, dass die Anlage ihren Zweck erfüllt: Dach weg, Rauchgase weg.

Aber auch assoziatives Denken führt Evers zu interessanten Ergebnissen. Die da und dort erhobene Forderung, den Flughafen einfach wieder abzureißen und noch mal neu zu bauen, fasziniert Evers. Man könne doch stattdessen auf der Fläche eine Brücke bauen, schlägt er vor. Warum? „Weil wir das können.“

Von der Radio-Kolumne zur Bühnenshow

Seit 1988 denkt sich der 1967 geborene Horst Evers Geschichten aus.

In seiner Radio-Kolumne werden sie dem ersten Härtetest unterzogen. Dann werden sie für seine Bühnenshows aufbereitet.

Seine Shows bestehen aus fünf Hauptgeschichten, zu denen weitere zehn bis fünfzehn Nebengeschichten hinzukommen, von denen er vier bis fünf pro Auftritt vorträgt, jedes Mal andere.

Alle etwa zwei Jahren wechselt Evers sein Programm. In seinen Büchern werden dann nicht nur die Bühnengeschichten, sondern zusätzlich viele andere Geschichten veröffentlicht.

Dass es auf dem Flughafenareal keinen Fluss gebe, sei von Vorteil. Es minimiere die Risiken, falls mit dem Brückenbau etwas schief geht. Und käme irgendwann doch ein Fluss, dann sei die Brücke schon da. Perfekt.

Anschließend könne man eine Pyramide bauen, spinnt Evers den Gedanken weiter. So groß, dass die Leute staunen. „Wer staunt, meckert nicht“, behauptet er. Die könne natürlich von der Baubehörde nicht genehmigt werden. Doch Pyramiden seien ja Grabmale, also könne man immer noch einen Friedhof daraus machen. Das wäre dann der erste Friedhof mit zwei Landebahnen.

Evers verführt das Publikum dazu, mehrspurig zu denken. Er erklärt,warum er im Supermarkt an Heidelbeeren und Nazis gleichzeitig denkt. Doch Vorsicht. Das ist sozial nicht immer kompatibel. Vertieft in seine Gedanken hat Evers eine fremde Frau angestarrt, was deren Gatten erheblich missfiel.

Geistesgegenwärtig stellt Evers seinem aggressiven Gegenüber eine Falle. Und der Trick funktioniert.

Ungewollt gibt der Mann zu, in einem Bordell in Köln gewesen zu sein. Damit hat Evers gewonnen. Der Mann hat nun Probleme mit der holden Gattin und keinerlei Interesse mehr an einer Prügelei mit Evers.

Von Ann Brünink

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