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Brandenburg/Havel Wenn es im Paulikloster schneit
Lokales Brandenburg/Havel Wenn es im Paulikloster schneit
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00:26 17.12.2015
Stargast Kathy Kelly und die Jungen Tenöre singen im Paulikloster die schönsten Weihnachtslieder. Quelle: Foto: J. Steiner.
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Brandenburg/H

Der Grinch, diese grüne Weihnachten hassende Fantasiekreatur, wäre am Samstag im Brandenburger Paulikloster vor Wut sicher noch grüner geworden. Doch es gibt sie ja zum Glück nur in der US-Komödie von Ron Howard, verkörpert durch Jim Carrey.

Keine Fantasie, sondern ganz real war nämlich der blond gelockte Engel, der mit seinen weit ausgebreiteten Flügeln durch den Saal schwebte – vorbei an der mit Tannenbäumen umsäumten Bühne. Die roten Weihnachtskugeln funkelten im Kerzenschein und die kleinen Figuren der beiden riesigen hölzernen Pyramiden drehten andächtig Runde um Runde. Rot leuchtete auch der große Stern über der Bühne und die gesamte Leutkirche war in romantisch rot schimmerndes Licht getaucht. Ein festlicher Anblick.

Es ist ein sanfter Einklang

Wie auch das samtene Tuch, mit dem sich Tenor Christian Friedrich für das weihnachtliche Konzert geschmückt hatte. „Es ist für uns eine Zeit angekommen“, beginnt er den Nachmittag, den die Zuschauer im ausverkauften Haus auf endlos scheinenden Stuhlreihen gespannt erwarten. Es ist ein sanfter Einklang, zu dem bei „Leise rieselt der Schnee“ sogar dicke weiße Kunstflocken sacht vom Klosterdach auf ihn und die Gäste in den vorderen Reihen fallen.

Gute Laune im Paulikloster Quelle: JACQUELINE STEINER

Doch rechtzeitig eine Karte gesichert haben sich wohl die rund 800 Gäste für diesen innerhalb drei Wochen ausverkauften Nachmittag und die zusätzliche Abendveranstaltung vor allem, weil sich Kathy Kelly sowie die Jungen Tenöre angesagt haben. Als die älteste Tochter der Kelly Family mit unverkennbarer Kelly-Stimme den Raum erfüllt, schwappt die Sympathie auch bis in die letzte Reihe. Diese Frau ist Musikerin mit Leib und Seele und lässt sich nicht auf Musik aus der Konserve beschränken. Sie greift zum Akkordeon, sagt: „Ein Kelly, wäre kein Kelly, wenn er nicht auch live spielen würde“ und dass Weihnachten auch mal etwas flotter sein dürfe. Ein spanisches Lied hat sie den Brandenburgern mitgebracht. Mit ihrem Temperament, ihrer Stimmgewalt, erobert sie das dankbare Publikum, das freudig mitklatscht. „Kommet ihr Hirten“ hat sie ebenso im Repertoire, wie „Take My Hand“, einen alten Kellysong. In den Reihen wird geschunkelt und Kathy schwärmt von der Traumkulisse. Sie singt noch ein leises „Stille Nacht“ mit ihrer herzlichen, ehrlichen Art, bevor „Die Jungen Tenöre“ sich zu ihr auf die Bühne gesellen.

Die Herren singen deutsch

André Eckhardt, der für die Zusammenstellung des Programms mitunter abends im Laptop wühlt, wie er schmunzelnd verrät, wirbt schon mal für das kommende Sommerhighlight und will Kathy von der Bühne geleiten. Das lassen die drei Tenöre Hans Hitzeroth, Hubert Schmid und Ilja Martin jedoch nicht zu. Nicht bevor sie gemeinsam „Amazing Grace“ gesungen haben. Die Herren singen deutsch und die Kelly-Frau natürlich englisch. Was anfangs noch sehr besinnlich und feierlich anmutet, endet in einer flotten Gospelversion.

Die Lady am Schifferklavier Quelle: JACQUELINE STEINER

Dann gehört die Bühne den lustigen Sängern, die zwar die romantischsten Liebesballaden und süßesten Weihnachtslieder singen, aber immer für einen Spaß zu haben sind und sich durchaus mal selbst auf’s Korn nehmen. Er habe ja die richtige „Georg Michael Gedächtnis Frisur“ witzelt Ilja, der jüngste von ihnen und sie stimmen ihre deutsche Version von „Last Christmas“ an. Ein Ausflug ins Spanische mit „Feliz Navidad“ wechselt sich mit „Cara Mia“ ab, das mit eingängigem Diskobeat hinterlegt, den richtigen Klatschrhythmus bietet. „Um VW’s kann man uns in der Welt nicht mehr beneiden, aber um unsere deutschen Weihnachtslieder schon“, witzeln sie sich durchs Programm und kündigen damit „Tochter Zion“ an. „Ja!“, ruft’s da spontan und überglücklich aus dem Publikum.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Nach gut zwei Stunden endet das musikalische Ereignis. Alle Beteiligte verabschieden sich, weihnachtsbemützt und im Chor singend vom zufrieden lächelnden Publikum mit „Süßer die Glocken nie klingen“. Schade nur, dass die Musik, zwar gut ausgesteuert, doch fast ausschließlich vom Band kam. Ein wenig mehr Livemusik hätte der Veranstaltung gut getan.

Von Ina Schidlowski

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