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Brandenburg/Havel Wenn junge Familien zu Dauercampern werden
Lokales Brandenburg/Havel Wenn junge Familien zu Dauercampern werden
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10:15 15.07.2016
Backtag im Vorzelt: Andrea Haufe mit ihren Söhnen Felizian (l.) und Nick. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Hohenferchesar

Kuchenduft zieht um das Vorzelt. Es ist Backtag bei Andrea Haufe (28). Die Söhne Nick (11) und Felizian (7) helfen ihrer Mutter bei den letzten Vorbereitungen. Dann kommt das Blech in den kleinen Backofen. Der Selterskuchen gelingt so gut wie Zuhause. Doch die Familie, zu der auch Lebensgefährte Christian Thiel (39) und Töchterchen Thora (2) gehören, haben sich für einen Urlaub unter feldmäßigen Bedingungen entschieden. Ihr Haus mit Garten in Mützel bei Genthin tauschen sie für zwei Wochen mit dem Campingplatz in Hohenferchesar. Außerhalb der Ferien ist der Stellplatz im Grünen für die Gäste aus dem Jerichower Land zum Wochenenddomizil geworden.

„Wir haben den Pritzerber See als Kurzcamper schätzen gelernt. Jetzt geht die ganze Familie unter die Dauercamper, weil es hier so schön ist. Wir hätten früher nie gedacht, dass man sich so nahe an Zuhause so gut erholen kann“, sagt Andrea Haufe. Ein gebrauchter Wohnwagen wurde gekauft. Der dient eigentlich nur als Schlafplatz, das Leben spielt sich im Vorzelt ab. Dort wird gegessen, die provisorische Küche steht gleich nebenan. Die Schränke haben Reißverschlüsse. Das Inventar besteht aus allem, was sich biegen, falten und zusammenklappen lässt.

Der Badestrand am Campingplatz Hohenferchesar. Quelle: Frank Bürstenbinder

Auch die Kinder sind begeistert. Sie können toben, baden und spielen. Nur einen Fernseher gibt es nicht. „Dafür verbringen wir beim Camping viel mehr Zeit miteinander“, so die dreifache Mutter. Für den Wohlfühleffekt sorgt auch die gute Nachbarschaft unter den Dauercampern. Man hilft einander. Die Neuen werden gerne in die Gemeinschaft aufgenommen.

Das bestätigt auch Madlin Wirtz (27), die mit ihrem Lebensgefährten Marco Gorn und Töchterchen Mariella (1) unter die Dauercamper gegangen ist. Die Rathenower Familie kennt den Campingplatz ebenfalls von früheren Aufenthalten, doch nun wollen sie Stammgäste werden. „Wir haben eine Stadtwohnung. Selbst in der Woche fahren wir zum Ausgleich nach Hohenferchesar. Hinter der Schranke ist einfach nur Entspannung pur. Und mit den anderen Dauercampern gibt es ein gutes Auskommen“, schwärmt Madlin Wirtz. Für moderate 625 Euro im Jahr hat die Familie samt Wohnwagen auf dem Areal ihren Standplatz. Die Saison geht von Anfang April bis Mitte Oktober. Danach müssen die Wohnwagen bis zum nächsten Frühjahr abgezogen werden.

Natürlich gibt es die Stammgäste, die schon seit DDR-Zeiten mit ihren Wohnwagen jedes Jahr wieder an den Pritzerber See zurückkommen oder ihren Bungalow beziehen. Wie zum Beispiel Berta Beindorf aus Magdeburg, die noch mit Ende 80 die havelländische Idylle genießt. Doch nach der Wende hatte es fast den Anschein als würden Dauercamper zu einer aussterbenden Spezies werden. Angesichts vieler Krisen auf der Welt kehrt sich der Trend gerade um. Der Campinglatz Hohenferchesar erlebt einen Generationswechsel. Vor allem jungen Familien lernen wieder die bezahlbare Heimat schätzen. Darüber freut sich auch Platzleiterin Ursula Köchy. Doch für die langjährige Chefin ist am Ende der Saison Schluss. Dann muss sich die Stadt Havelsee als Eigentümerin des Geländes um eine Nachfolge bemühen.

Von Frank Bürstenbinder

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