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Brandenburg/Havel Wer Laub nicht räumt, muss blechen
Lokales Brandenburg/Havel Wer Laub nicht räumt, muss blechen
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16:46 09.11.2017
Susanne Nabi, Anwohnerin an den Domlinden, macht alles richtig: Sie lässt das Laub nicht einfach liegen. Quelle: Jaqueline Steiner
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Brandenburg/H

Der Herbst kann einem lieb – und teuer sein: Das Laub von 18 073 Straßenbäumen rieselt dieser Tage auf die Straßen, Radwege und Bürgersteige der Stadt Brandenburg. Ein stattlicher Baum kann schon 50 000 Blätter haben. Liegen bleiben kann das Laub dort nicht. Denn jedes Jahr melden Radler und Fußgänger der Stadt Unfälle auf rutschig-nassem Laub.Hausbesitzer müssen daher dafür Sorge tragen, das bunte Blattwerk zu beseitigen.

Bei Verstoß droht nach Angaben von Stadtsprecherin Angelika Jurchen ein Bußgeld von bis zu 1000 Euro. Diese Summe kann auch fällig werden, wenn ein Grundstücksbesitzer das Laub auf die Fahrbahn fegt.

Straßenbäume machen Anwohnern viel Arbeit

Die Stadt selbst lässt das Laub auf Straßen, Radwegen und öffentlichen Wegen beseitigen. Für die Gehwegreinigung sind laut Straßenreinigungssatzung die Anlieger zuständig. „Ein verbreiteter Irrglaube ist, dass Laub von Straßenbäumen auf Gehweg oder Grundstücken von der Stadt zu entsorgen sei. Dem ist nicht so“, betont die Stadtsprecherin. „Grundstückseigentümer müssen auch das Laub von städtischen Bäumen entsorgen.“

Hier werden die Bürger ihr Laub los

Das Laub muss weg. Doch wohin? Wer einen Garten hat, kann es selbst kompostieren. Sonst können Anlieger das Blattwerk von Straßenbäumen in die Biotonne füllen oder in Laubsäcke. Die gibt es beim Bürgerservice am Nicolaiplatz 30, beim Umweltamt in der Caasmannstraße 1 B und am Wertstoffhof in der August-Sonntag-Straße. Laubsäcke holt die Entsorgungsfirma am Abfuhrtag der Biotonne oder nach Terminvereinbarung unter der Hotline 03381-323737.

Laub können die Bürger auch zum Wertstoffhof (Adresse siehe oben), zur Frischbeton Brandenburg GmbH in der Fohrder Landstraße A 4, zu Bossan Bau GmbH Am Büttelhandfassgraben 36 und zum Mörtelwerk Sandgrube Fohrde gegenüber der früheren Deponie Fohrde bringen.

Dem kommen viele Bürger nach. Der Trend geht dabei zum Laubsack. Immerhin 3700 dieser Säcke hat die Stadtverwaltung für 2 Euro das Stück in diesem Jahr verkauft, macht 7400 Euro. „Das hat im Vergleich zu den Vorjahren deutlich zugenommen“, teilt Angelika Jurchen mit. Blechen muss also nicht nur der, der nicht fegt, sondern über die Kaufgebühren auch der, der ordnungsgemäß entsorgt, wenn auch deutlich niedrigere Summen. Das Laub in den Wald zu verbringen ist keine Lösung, sondern „streng verboten“, so die Stadtsprecherin, und mit Geldbuße bedroht wie das für Gartenabfälle gilt – zum Schutz des Ökosystems.

Dirk Stieger (Freie Wähler) fordert eine Entlastung der betroffenen Anlieger. Es gebe Anwohner, die 40 Säcke zusammenfegten von Straßenbäumen und neben der Arbeit dafür 80 Euro zu zahlen hätten.

Zwei große Ahornbäume und eine Kastanie vor dem Grundstück

Elke Börner wohnt in der Berliner Straße mit zwei großen Ahornbäumen und einer stattlichen Kastanie vor dem Grundstück: „Es ist furchtbar viel Arbeit. Wir bringen immer 50 Säcke jedes Jahr weg.“

Auch an Straßen ohne Gehwege, deren Nutzung durch Fußgänger vorgesehen sind, müssen Anlieger eine sogenannte Gehbahn von 1,50 Meter Breite vom Laub befreien. Auf die Frage, zu welchen Tageszeiten diese Pflicht gilt, gibt sich die Stadt strikt: Feuchtes und rutschiges Laub „ist unverzüglich“ zu beseitigen, analog zur Schneeräumpflicht zwischen 7 Uhr und 20 Uhr.

Stadt preist Straßenbäume als Schattenspender

Ein Problemviertel oder Straßenzüge, in denen Bürger ihrer Pflicht besonders häufig nicht nachkommen, gibt es in der Stadt Brandenburg nicht. Doch immer wieder erreichen die Stadt Beschwerden von Anwohnern über die Last des Laubfegens und -entsorgens. „Sie blenden dabei die Vorteile der Bäume für Luftsauberkeit und Schattenspende aus“, sagt Angelika Jurchen.

Die Stadt kontrolliert, ob auch genug gefegt wird: „Derzeit sind die Mitarbeiter des Stadtordnungsdienstes auf Laubkontrollgängen unterwegs.“ Sie melden dem Amt für Umwelt und Naturschutz Gefahrenstellen und ermahnen die Anwohner. Stürzt ein Fußgänger auf rutschigem Laub, haftet auf Bürgersteigen der Anlieger, auf der Straße die Stadt. Ersterer hat günstigerweise dafür eine Haftpflichtversicherung; für die Stadt springt der kommunale Schadenausgleich ein.


Wer freilich mit Pumps oder Ballschuhen ohne rutschfeste Sohlen auf nassem Laub auf die Nase knallt, den trifft eine Mitschuld. Allgemein gilt dann der Rat, nicht darauf zu beharren, über einen ungeräumten Bürgersteig zu laufen, wenn der gegenüberliegende frei ist.

Von Marion von Imhoff

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