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Werkstatt trifft Schuld am brennenden Auto

Urteil des Amtsgerichtes Brandenburg Werkstatt trifft Schuld am brennenden Auto

Mehrere tausend Euro muss eine Brandenburger Autowerkstatt zahlen, weil ein Monteur den Fiat einer Kundin schlecht repariert hat. So schlecht, dass der Wagen Feuer fing, als ihn die Besitzerin ihn nur wenige Stunden später im Parkhaus der Sankt-Annen-Galerie starten wollte. Das Amtsgericht Brandenburg sieht die Schuld eindeutig bei der Werkstatt.

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Das abgebrannte Fahrzeug.

Quelle: Christian Griebel

Brandenburg an der Havel. Eine Brandenburger Autowerkstatt muss mehrere tausend Euro zahlen, weil einer ihrer Monteure das Auto einer Kundin mangelhaft repariert hat. So entschied das Amtsgericht Brandenburg in einem vor wenigen Tagen rechtskräftig gewordenen Urteil. Das Auto war am 30. Juli 2013 im Parkhaus der Sankt-Annen-Galerie in Brand geraten, nachdem die Besitzerin den Motor gestartet hatte. Das Gericht sieht die Ursache in der fehlerhaften Reparatur des Werkstattbetriebes, fasst Sabine Haug den Sachverhalt zusammen. Als Rechtsanwältin hat sie die Interessen der Autofahrerin vor Gericht vertreten.

Fiat im ersten Parkdeck geparkt

Im Juli 2013 hatte die 37 Jahre alte Frau aus dem Landkreis Potsdam-Mittelmark ihren Fiat Doblo zur Reparatur gebracht. Gegen 17 Uhr am 30. Juli 2013 holte sie den Wagen aus der Werkstatt ab und fuhr damit direkt in die Sankt-Annen-Galerie. Ihren Fiat parkte sie auf dem ersten Parkdeck.

Knapp zwei Stunden später kehrte die Einkäuferin zurück und wollte losfahren. Doch sie bemerkte Qualm im Motorraum. Sie wollte Hilfe holen, konnte jedoch den Motor nicht mehr ausstellen. Im nächsten Moment fing das Auto Feuer. Die Frau schaffte es noch gerade, aus dem brennenden Wagen auszusteigen.

Vom lichterloh brennenden Fiat griffen die Flammen über auf einen Dodge und einen VW Sharan, die neben dran parkten. Das Feuer löste einen Großalarm aus. Die Centerleitung rief damals alle Kunden und Mitarbeiter per Lautsprecher auf, das Einkaufszentrum zu verlassen. 300 Menschen trieben ins Freie. Verletzt wurde niemand.

Fachmann erkennt mangelhafte Reparatur

Schwarze Rauchschwaden, de durch die Oberlichter nach außen drangen, waren an jenem Sommerabend vor zwei Jahren weithin zu sehen. Die Feuerwehr rückte mit Atemschutzmasken an.

Da die Haftpflichtversicherung der Werkstatt für den Schaden nicht aufkommen wollte, folgte die juristische Aufarbeitung mit Hilfe eines Dekra-Gutachters. Der Fachmann führte den Brand und den daraus resultierenden Totalschaden mit hoher Sicherheit auf eine mangelhafte Reparatur zurück, wie es im Urteil heißt. Eine zu fest gedrehte Schraube habe zu einer Überdrehung geführt. Das Amtsgericht erkennt eine Pflichtverletzung der Werkstatt und ihres Monteurs. Nach Überzeugung des Gerichts hat die unsachgemäße Befestigung des AGR-Ventils den Fahrzeugbrand verursacht.

Das Gericht sprach der Klägerin die von ihr geforderte summe größtenteils zu, erkannte vor alle den dargelegten Wiederbeschaffungswert an. Abstriche machte der Richter vor allem im Hinblick auf den geltend gemachten Nutzungsausfall.

Info: Das Aktenzeichen beim Amtsgericht Brandenburg lautet: 30 C 162/14.

Von Jürgen Lauterbach

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