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Brandenburg/Havel Wertvolle Stromspartipps vom Energieberater
Lokales Brandenburg/Havel Wertvolle Stromspartipps vom Energieberater
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18:30 13.11.2017
Die Schülerinnen der neunten Klasse der Oberschule Nord machten lebhaft mit beim Unterricht mit Energieberater Volker Schoeps. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Brandenburg/H

Was ist der Unterschied zwischen Kilowatt und Kilowattstunde, wie viel Strom frisst ein Swimmingpool im Keller eines Einfamilienhauses und wie viel Energie saugt sich ein Computer aus dem Netz, all das haben am Montag 22 Neuntklässler der Oberschule Nord in Brandenburg beim MAZ-Schulreporter-Projekt 2.0 gelernt.

Das medienpädagogische Projekt ist am Montag an 24 Schulen im Havelland, Potsdam-Mittelmark und Brandenburg an den Start gegangen. Zum Auftakt besuchte Energieberater Volker Schoeps von den Stadtwerken Brandenburg die Schüler im Unterricht von Gabriele Freyer.

Volker Schoeps ist seit 21 Jahren Energieberater, seit 42 Jahren arbeitet er „in der Firma“, wie er es sagt. Seit nun elf Jahren richtet die Märkische Allgemeine in Zusammenarbeit mit Promedia Maassen und dem Partner Stadtwerke Brandenburg das Projekt aus. Genauso lange ist bereits Volker Schoeps dabei. Er informiert die Schüler über Energiesparlampen, den Atomausstieg und vieles mehr.

Auch Traubenzucker ist Energie

Gleich zu Beginn verteilt der gebürtige Brandenburger Energie in Form von Traubenzucker an die Schüler. Die danken das durch lebhafte Mitarbeit. „Energiesparen heißt Komforteinsparen“, erläutert Volker Schoeps. Und er berichtet von einem ratsuchenden Brandenburger. Der Herr hat in seinem Keller Sauna und Swimmingpool, aber woher der hohe Stromverbrauch komme, sei ihm ein Rätsel.

Hintergrund

Stromverbrauch gestaltet sich von Haushalt zu Haushalt völlig verschieden. Als geringer Stromverbrauch für ein Ein- bis Zweifamilienhaus mit vier Personen gelten unter 3000 Kilowattstunden pro Jahr. Sehr hoch liegt dagegen ein Wert von über 5900 Kilowattstunden. Das gilt bei Warmwassergewinnung ohne Strom.

In einem Mehrfamilienhaus wäre ein geringer Verbrauch für eine Familie unter 2400 Kilowattstunden. Über Stromfresser sollte sich die Eltern ab 3200 Kilowattstunden pro Jahr Gedanken machen.

Schoeps half ihm auf die Sprünge und den Schüler an diesem Montag auch: Stromfresser des Haushalts war die Trocknungsanlage des Pools, die dafür sorgte, dass die Luftfeuchtigkeit so gering gehalten wird, dass das Haus trotz des Pools nicht verschimmelt. Der Tipp des Energieberaters an den Hausherren: „Lassen Sie das Wasser ab.“

Das Besondere an Schoeps Erläuterungen ist, dass sie humorvoll und doch gespickt mit Informationen daherkommen. Jeder der Schüler der neunten Klasse hat nun eine Ahnung, dass Technik den meisten Strom in einem normalen Familienhaushalt frisst und Waschmaschinen vergleichsweise sparsam laufen. Ein Computer mit 500 Watt Leistung kann ohne Probleme für 400 Euro im Jahr Strom ziehen.

Eine moderne Waschmaschine zieht dagegen Strom pro Waschgang für 28 bis 30 Cent. „Das ist unglaublich wenig“, sagt Schoeps. „Verbraucher ausschalten, die nicht gebraucht werden“, ist der erste Schritt zum Energiesparen. Und dennoch ist die Erfahrung des Fachmanns, dass der Stromverbrauch generell nicht sinke: „Wer eine Energiesparlampe installiert, der lässt sie eben länger brennen, weil er denkt, das sei jetzt günstiger.“ Unter dem Strich bleibt damit der Stromverbrauch der gleiche.

Spannende Funktionen des Lichts

Überhaupt sind Energiesparlampen und die Funktionen des Lichts Volker Schoeps Steckenpferd. Rege machen die Schüler – es sind 20 Mädchen und zwei Jungen – mit. In Boutiquen sollen die Lampen die T-Shirts schön leuchten, beim Fleischer die Koteletts saftig und frisch erscheinen lassen und im Treppenhaus die Stufen sofort sichtbar machen: „Licht hat immer eine Aufgabe.“

Ein Normalhaushalt verbraucht durch Kochen nur elf Prozent seiner Energie, aber knapp 30 Prozent durch Computer und Fernsehen. Kühl- und Gefriergeräte schlucken 17 Prozent des Stromverbrauchs einer Familie: „Kühlen ist Vorratshaltung und damit Komfort.“ Reduzierte Butter in Riesenmengen zu kaufen, um sie einzufrieren und so zu sparen, sei unwirtschaftlich. Das teure Kühlen könne ruhig der Supermarkt übernehmen, rät Volker Schoeps.

Von Marion von Imhoff

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