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Brandenburg/Havel Wertvolles Dickicht steht neuem Bahnübergang an der Plane im Weg
Lokales Brandenburg/Havel Wertvolles Dickicht steht neuem Bahnübergang an der Plane im Weg
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13:43 30.11.2018
In der nächstes Zeit wird sich nichts ändern an der Planebrücke und dem Bahnübergang, welche die Stadtverwaltung in Abstimmung mit der Deutschen Bahn neu bauen will. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU) ist am Donnerstagabend zum „Vor-Ort“-Termin ins Turnerheim der eigenen Scholle gekommen. Viele gute Nachrichten konnte er den mehr als 100 Gästen nicht überbringen.

Ein weiterer Einkaufsmarkt ist nicht in Sicht und aus der Erneuerung von Planebrücke und Bahnübergang wird vorerst nichts. 580 Quadratmeter hochwertiges Dickicht stehen einer zügigen Umsetzung des Vorhabens im Wege.

Vor der Oberbürgermeisterwahl im Februar hatte die MAZ den damaligen Kandidaten Steffen Scheller gefragt, was aus der Planebrücke wird. Er antwortete: seinerzeit. „Kurzfristig ist die Brücke zu erneuern und der Bahnübergang ist um einige Meter nach Westen zu verlagern. Das ist zwischen Bahn, Land und Stadt abgestimmt und wird 2018 ausgeschrieben. Langfristig halte ich für den Kfz-Verkehr eine Überführung der Bahngleise für die beste Lösung.“

Umweltverträglichkeitsverfahren nötig

Am Donnerstagabend erinnern Bürger an das Vorhaben, weisen auf die vor allem für Radfahrer gefährliche Situation hin. Grundsätzlich hält die Stadt an dem fest, was sie vor ziemlich genau einem Jahr an gleicher Stelle präsentiert hatten: Eine neue Brücke an der Plane zu schaffen und den Bahnübergang so zu verlegen, dass er Schienen nicht mehr so spitz kreuzt wie derzeit.

Tiefbau-Fachgebietsleiter Peter Reck berichtet, dass die schwierigen Verhandlungen mit der Deutschen Bahn vorankommen und die Stadt mit ihr eine Kreuzungsvereinbarung getroffen habe. Nun benötige die Stadt eine Plangenehmigung im Einvernehmen mit Bürgern und Behörden.

Die Stadtverwaltung hatte gehofft, an der Stelle um ein Umweltverträglichkeitsverfahren herumzukommen und Zeit zu sparen. Doch das Landesamt für Naturschutz hat die Genehmigungsbehörde auf eine von der Planung tangierte besondere Fläche in der Größe eines Reihenhausgrundstückes hingewiesen, das von der Innenstadt aus kommend hinter der Plane am Sandfurthweg liegt.

Termin Ende 2020 steht nicht mehr

Die 580 Quadratmeter Fläche sind ein sogenanntes FFH-Gebiet, also besonders geschützt. Es handelt sich um ein hochwertiges Dickicht mit bestimmten Lebensraumtypen, also schützenswerten Tieren und Pflanzen.

Nur gut 500 Quadratmeter geschützte Fläche nahe der Planebrücke machen ein zeitaufwendiges Prüfverfahren notwendig. Quelle: JACQUELINE STEINER

Reinhard Reiher vom Bürgerbeirat möchte von der Verwaltung wissen, wann Brücke und Bahnübergang denn fertig sein werden. Peter Reck kann und möchte sich nicht festlegen, auch nicht auf den vor einem Jahr in Aussicht gestellten Termin Ende 2020.

Für die Stadt ergibt die Sanierung der Brücke allein ohne den Bahnübergang keinen Sinn. Daher bleibt es bei der Aussage, dass es „noch eine Weile dauern wird“. Eine Zwischenlösung für die Radfahrer, nämlich den alten Trampelpfad an der Ziesarer Landstraße freizuschneiden und zu befestigen, hat aus Sicht des Rathauses wegen naturschutzrechtlichen Hindernissen keine Aussicht auf Erfolg.

Kein neuer Supermarkt

Der Abend im Turnerheim verläuft sachlich und ohne Schärfe. Von der 300.000-Euro-Investition in die Ziesarer Landstraße, die allerdings von erheblichen Verkehrsbelastungen begleitet waren, profitieren die Bewohner von Scholle und Wilhelmsdorf.

Doch der Netto-Supermarkt wird auf absehbare Zeit voraussichtlich das einzige Lebensmittelgeschäft in der näheren Umgebung bleiben. Steffen Scheller erläuterte die drei Gründe dafür.

In dem klassischen Wohngebiet stünden nur begrenzt Sonderflächen für den Einzelhandel zur Verfügung. Drei Grundstücke habe die Verwaltung ausgemacht, um die Nahversorgung mit einem Aldi, Lidl, Rewe oder anderen Supermarkt für die Scholle zu verbessern.

Drei Grundstücke

1. Am Rehagen, Einmündung Tannenweg steht eine nicht allzu große kommunale Fläche zur Verfügung. Doch dort will kein Handelsunternehmen hin, obwohl das Rathaus den roten Teppich ausgerollt habe.

2. Hinter dem Zeilenwald gibt es eine geeignete Fläche, die sich aber in Privatbesitz befinde. Dort bestehe keine Bereitschaft, die Fläche für den Handel preiszugeben. Die Stadt habe dort somit keinen Zugriff.

3. Am Schmöllner Weg in Richtung Bahndamm hat die Verwaltung eine Freifläche identifiziert. Doch die liegt laut Scheller mitten im Landschaftsschutzgebiet, eine Nutzung für einen Einkaufsmarkt ist somit aktuell planungsrechtlich unmöglich, obwohl an der Fläche Interesse des Einzelhandels bestehe. Der Oberbürgermeister: „Mir sind die Hände gebunden, aber wir werden sondieren, was möglich ist.“

Gäste der Versammlung wiesen erneut auf die unterdurchschnittliche Versorgungssituation in dem großen Wohngebiet mit rund 3000 Einwohnern hin. Die Kritik war konstruktiv und freundlich.

Von Jürgen Lauterbach

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