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Weseramer ist seit 63 Jahren Freizeit-Imker

Bienen und Blüten Weseramer ist seit 63 Jahren Freizeit-Imker

Horst Schulze aus Weseram ist seit 63 Jahren Freizeitimker. Die Bienenzucht ist für ihn zu wichtigsten Freizeitbeschäftigung geworden. Urlaub im Sommerhalbjahr kennt der Rentner seit Jahrzehnten nicht.

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Horst Schulze zeigt eine Wabe in seinem Bienenhaus.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Weseram. Die zwei Wanderwagen sind schon im Winterquartier abgestellt. Trotzdem summt es auf dem Hof von Horst Schulze (79). Seine Bienen schwärmen noch einmal in die Feldmark aus, um sich auf den letzten blühenden Gräsern und Pflanzen mit Pollen einzudecken. Der von den Sammelbienen eingetragene Blütenstaub ist reich an Proteinen, Aminosäuren und anderen wichtigen Nährstoffen.

Ein ausreichender Vorrat ist wichtig, damit ein Bienenvolk gut über den Winter kommt. Der Weseramer Freizeitimker hat die zusätzliche Einfütterung für die kalte Jahreszeit schon abgeschlossen. „Im Oktober folgt noch die Varroabekämpfung der Bienenhaltung mit Ameisensäure. Durch deren Verdunstung werden die Milben abgetötet. Danach zieht Ruhe in die Bienenkästen ein“, weiß der Rentner.

Die Bienenkästen am Rande des Weges

Die Bienenkästen am Rande des Weges.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Schulze ist ein erfahrener Imker, hat Sternstunden und Tiefschläge erlebt. Seit 1953 widmet er sich der Bienenzucht. Damals hatte alles auf dem eigenen Grundstück mit zwei Völkern angefangen, die der Weseramer von Otto Hohnstein aus Wusterwitz übernahm. „Ich war schon immer ein Naturfreund. Der Anblick blühender Havelwiesen mit den viele Bienen war für mich der Anlass es mit der Imkerei zu versuchen“, berichtet Schulze. Die Beschäftigung mit den Bestäubungsinsekten wurde schließlich zur wichtigsten Freizeitbeschäftigung. Urlaub im Sommer kommt für ihn seit Jahrzehnten nicht in Frage.

In den 1970-er Jahren ging Schulze unter die Wander-Imker. Ein Wagen für die Bienenvölker wurde gebaut. Im Nebenerwerb stationierte er seine Bienen dort, wo sie von den Landwirtschaftsbetrieben gebraucht wurden. „Mein erster Wanderplatz war in Markee im Raps, dann ging es zur Akazienblüte nach Rogäsen, in den Rotklee nach Selbelang und anschließend nach Friesack, wo der Ölrettich blühte“, erinnert sich Schulze.

Einst kaufte der VEB Bienenwirtschaft Meißen den Honig auf

Der Absatz war vertraglich gesichert. Der gesamte Honig wurde vom VEB Bienenwirtschaft Meißen aufgekauft. Mit Wander- und Bestäubungsprämien wurde das Wandern zusätzlich gefördert. Das ist alles lange her. Heute verkauft Schulze seinen Honig ab Hof in der Hauptstraße. Zwei Wanderwagen Marke Eigenbau sind im Familienbesitz und werden je nach Tracht im Wald, auf Heideflächen oder an Feldrändern zwischen Butzow, Gortz, Weseram und Päwesin aufgestellt.

Vier bis fünf Mal in der Saison bekommt die Honigschleuder zu tun. Dann wird die Imkerei zur Sache der ganzen Familie. Bei der Produktion helfen Sohn Mayk Schulze, selbst organisierter Imker, und Schwiegersohn Wolfgang Sebbin mit. Die wichtigsten Trachten sind Raps, Akazie, Linde und Sommerblüte. Die Stammkundschaft hält immer wieder vor dem Hof an. Regionale Produkte sind gefragt. Horst Schulze gönnt sich jeden Tag einen Löffel Honig für die Gesundheit. Und dann gibt es noch die andere praktische Seite der Imkerei. Um kleine Präsente bei Familienfeiern muss er sich nicht kümmern. Statt Blumen wird Honig verschenkt.

Von Frank Bürstenbinder

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