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Brandenburg/Havel Wie der Mensch zur Kleidung kam
Lokales Brandenburg/Havel Wie der Mensch zur Kleidung kam
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06:57 10.09.2018
Das Weben gehört zu den ältesten Handwerken. Quelle: Fritz Fabert/BLDAM
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Brandenburg/H

Mit der Weiterentwicklung von Steinwerkzeugen waren die Menschen der Steinzeit in der Lage, die Oberfläche der Felle so zu bearbeiten, dass sie als Kleidung genutzt werden konnten. Die Nutzung von Pelzbekleidungsbestandteilen als Statussymbol eines erfolgreichen Jägers, und damit häufig auch des Gruppenanführers, dürfte ebenfalls sehr früh eine Rolle gespielt haben.

Die Effektivität als Kleidung wurde durch die Erfindung des Nähens erheblich gesteigert, da Kleidung nun geschlossen und dem menschlichen Körperbau angepasst werden konnte. Mit genähter Kleidung war es dem Menschen möglich, auch sehr kalte Regionen ständig zu besiedeln. Mit der Domestizierung des Schafs in der Jungsteinzeit und der Erfindung des Webens konnte nun auch die Wolle für Textilien verwendet werden.

Mit der Domestizierung der Schafe konnte sich der Mensch die Wiolle der Tiere nutzbar machen. Quelle: BLDAM

Stoffe muss es also bereits in der Steinzeit gegeben haben. Denn hier gibt es Funde von Resttextilien und einfachen Webgerätschaften, die vom Vorhandensein textiler Stoffe in der Jungsteinzeit zeugen. Zum Mumifizieren waren im alten Ägypten des vierten Jahrhunderts vor Christus Textilien nötig. So gibt es in den unterschiedlichsten Kulturen Nachweise über das Vorhandensein von Textilmaterialien.

Sowohl aus der Bronze- als auch aus der Eisenzeit stammen weitere Hinweise auf Textilien und deren Tragweise. Die ältesten nachweislich von Menschen verwendeten Textilfasern sind etwa 30.000 Jahre alt und stammen aus der Dzudzuana-Höhle im Kaukasus (Georgien). Hierbei handelt es sich um Flachsfasern.

Honig, Wolle, Schmiedekunst

Wer mehr über Bienen und Honig beim Regionalmarkt erfahren möchte, kann sich an vier Aussteller wenden: Imkerverein Brandenburg an der Havel, Georgs Kultur-Imkerei aus Neuruppin, Bioland-Imkerei Sven Lorenz aus Kossenblatt und Hunanga-Bioland-Imkerei aus Beelitz.

Schmiedekunst und Eisenverarbeitung ist das Thema der Metallverarbeitung Jens Müller aus Neuruppin und der Kunstschlosserei Jochen Schmidt aus Berlin.

Über Wolle und die entsprechenden Tiere erfährt der Marktbesucher einiges am Stand des Skuddenhofes aus Weseram und von Alpaca Island aus Hohen Buckow.

Aus Wiesenburg bringt der Hof Holderhag saisonales Obst und Gemüse aus eigenem Anbau ins Paulikloster.

Die Havelländische Hofkäserei Steinbrecher aus Garlitz präsentiert Schnitt- und Frischkäse sowie Joghurt.

Selbstgebackene Cantuccini und Kekse stammen von Monika Knape (Backmone) aus Geltow.

Insgesamt sind über 70 Aussteller präsent.

Nachweisbar ist die Textilherstellung durch das Spinnen im Land Brandenburg schon in der Jungsteinzeit. Dies verrät uns ein aus Keramik bestehender, verzierter Spinnwirtel aus der Zeit zwischen 3100 bis 2700 vor Christus. Dieser kleine Wirtel ist in Buchow-Karpzow, im Landkreis Havelland, gefunden worden.

Ab etwa 3500 vor Christus kann mit tönernen Webgewichten für Mitteleuropa der archäologische Nachweis des Gewichtswebstuhls erbracht werden. Hier ist jedoch nach wie vor unklar, ob neben pflanzlichen Fasern bereits Wolle gewebt wurde. Solche Webstühle wurden bis ins Mittelalter verwendet. Die Webtechnik in der Jungsteinzeit gehört zu den ältesten Handwerksarten im textilen Bereich.

Die Darstellung eines Standwebstuhles mit ringförmigen Tongewichten findet sich in der Ausstellung des Archäologischen Landesmuseums Brandenburg.  Quelle: Michael Schneider/BLDAM

Stoffe wurden ganz traditionell hergestellt: die Fäden mit Hilfe von Spindeln, die Gewebe auf Standwebstühlen. Bei den Webstühlen handelt es sich um vertikale Gewichtswebstühle, bei denen die Kettfäden anhand von Tongewichten gespannt werden.

Damit für die Stoffherstellung nennenswerte Garnmengen zustande kamen, waren die Spindeln im Alltag sicher ständig in Gebrauch. Je nach gewünschter Fadenstärke wurden unterschiedliche Spinnwirtel aufgesteckt: schwere Wirtel für dicke Garne, leichte Wirtel für feine Fäden

Der Spinnwirtel stellt ein einfaches Werkzeug zum Verspinnen von Fasern dar. Er besteht aus einem stabförmigen Schaft, der oft aus vergänglichem Material (Holz) gefertigt war, und einem Wirtelstein als Schwungmasse.

Der Spinnwirtel hat zwei Hauptfunktionen: Erstens, daran befestigte Fasern miteinander zu verdrehen, indem sie sich eine Zeit lang von selbst weiterdreht, wenn man sie einmal in Schwung versetzt hat. Zweitens, die Aufbewahrung fertig gedrehten Garns, das auf den Spindelschaft aufgewickelt wird.

Die Handhabung des Faservorrats und der Spindel unterscheidet sich je nach Faser, Verwendungszweck des Garns und kulturellen Gewohnheiten.

Mehr darüber erfährt man in der Ausstellung des Archäologischen Landesmuseums in Brandenburg/Havel, Neustädtische Heidestraße 28. Und auf dem Regionalmarkt, der dort am 15. und 16. September stattfindet. Markt und Museum sind von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Von Michael Schneider

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