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Wie eine Gemeinde unter dem LKW-Verkehr ächzt

Kloster Lehnin Wie eine Gemeinde unter dem LKW-Verkehr ächzt

An normalen Tagen schlägeln sich weit mehr als 200 Lkw durch Kloster Lehnin (Potsdam-Mittelmark). Kracht es auf der nah gelegenen Autobahn geht im Ort mit dem engen Ortskern nichts mehr. Immer wieder kommt es zu gefährlichen Situationen.

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Begegnen sich zwei Lastwagen im Lehniner Ortskern, passt fast keine Handbreit mehr dazwischen, so schmal ist die Straße.

Quelle: Marion von Imhoff

Lehnin. Die Klostergemeinde Lehnin vom Schwerlastverkehr zu befreien, ist eines der wichtigsten politischen Ziele des Ortsvorstehers Frank Niewar. Nach Angaben von Kloster Lehnins Bürgermeister Uwe Brückner (SPD) quälen sich werktags in einer Richtung zwischen 150 und 180 Lastwagen durch die enge Ortsdurchfahrt. „Es wird alles verstärkt durch die Bauarbeiten und Staus auf der Autobahn“, so Brückner. „Die Straßen sind nicht ausgelegt für solch hohe Belastung. Es ist eine unbefriedigende Situation.“

An der Ecke zur Abzweigung nach Emstal „begegnen sich dann alle und mitten drin Oma Irma, die mit dem Rad und der Gießkanne am Lenker zum Friedhof fährt“, beschreibt Niewar die Gefährlichkeit insbesondere für die Radfahrer durch den Schwerlastverkehr. Niewar zitiert einen befreundeten Lastwagenfahrer, der ihm erzählt habe: „Wenn die Fußgänger und Radfahrer wüssten, wie wenig wir sehen, würde niemand mehr einen Schritt vor die Tür wagen.“

Durch Lehnin zu fahren heißt Millimeterarbeit für die Trucker

Am Dienstag kurvte nach einem Stau auf der Autobahn Laster an Laster durch den Ortskern. Sobald sich zwei Brummis im Gegenverkehr begegneten, bugsierten die Trucker ihre Fahrzeuge im Schritttempo aneinander vorbei, um sich nicht zu touchieren, so eng wird es.

Schwieriger Begegnungsverkehr

Schwieriger Begegnungsverkehr: Drei Lastwagen am Abzweig Kurfürstenstraße/ Emstaler Landstraße am Dienstagvormittag in Lehnin.

Quelle: Marion von Imhoff

Eine Umgehung für Lehnin ist nicht möglich: „Wir sind zwischen zwei Seen eingequetscht“, so Niewar. Vor mehr als zehn Jahren war eine direkte Verbindung von der Autobahn A 2 zum Getränkewerk am Ortsrand geplant, das heute unter dem Namen Hansa-Heemann firmiert. Brückner zufolge hätte diese Anbindung zur Entlastung von Schwerverkehr rund 10 Millionen Euro gekostet. Nach Angaben von Steffen Streu, Sprecher des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung, „wurde das geprüft und verworfen. Aus Landesmitteln wird das nicht finanziert.“

Kosten für Verbindungsstraße will das Werk nicht alleine schultern

Das Werk Hansa-Heemann AG besteht seit 1995 mit heute 180 Mitarbeitern. Nach Angaben von Werkleiter Christian Schönbeck steuern täglich zwischen 50 bis im Sommer 100 Laster das Unternehmen an. Nur zum Werk hin fahren die Fahrzeuge, die über die Abfahrt Lehnin kommen, durch den Ortskern. Der Rückverkehr fließt am Kreisel in Richtung Bahnhofsstraße. Durch die Umstellung auf PET-Flaschen sei es zu einem wesentlichen Rückgang an Lieferverkehr gekommen, so Schönbeck. „Vorher war jede volle Flasche, die wir auslieferten, zuvor als leere zum Werk gebracht worden.“ Sich an einer Entlastungsstraße finanziell zu beteiligen, wäre für Hansa-Heemann laut Schönbeck in Frage gekommen, wenn weitere Firmen die Kosten mitgeschultert hätten. Doch am Standort entstand kein Gewerbegebiet.

Von Marion von Imhoff

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