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Brandenburg/Havel Wie in Kreuzberg: Auch Brandenburg hat Späti
Lokales Brandenburg/Havel Wie in Kreuzberg: Auch Brandenburg hat Späti
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10:24 18.10.2016
Das Ehepaar Öz präsentiert die Familienspezialität – seine frisch gebackenen Baklava-Kuchen. Quelle: Klimas
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Brandenburg/H

In Berlin wäre das Leben ohne die kleinen Einkauf-Shops sowohl für Touristen als auch für die Bewohner im Kiez unvorstellbar. Nicht wenige von diesen Kult-Kiosken haben rund um die Uhr geöffnet und versorgen auch am Wochenende ihre Kunden mit dem Nötigsten und Genussmitteln. Im Gegensatz dazu sind dem Brandenburger so genannte Spätis noch eher unbekannt – wäre da nicht das Geschäft von Almisa Öz in der Wilhelmsdorfer Straße.

Mithilfe ihres Ehemannes und einer Angestellten verkauft die 35-Jährige hier mittlerweile im zwölften Jahr deutsche und türkische Backwaren, Softdrinks, Bier, Wein, Süßigkeiten, Eis, belegte Brötchen – aber auch Zahnpasta und andere Hygieneartikel. Der Kunde findet in der Auslage zudem typisch türkische Delikatessen wie Halal-Würstchen, bestehend aus Geflügelfleisch, Weinblätter und Lokum, eine türkische Süßigkeit aus gelierter Stärke und Zucker. „Manche Kunden möchten besondere Produkte wie persischen Apfeltee oder Baklava. Die bekommen sie in Brandenburg nur bei uns,“ sagt Almisa Öz nicht ohne Stolz.

Das Geschäft sei besonders am Morgen und am Nachmittag gut besucht, wenn Schüler der nahen Fontane-Schule Süßigkeiten kaufen kommen. „Manchmal habe ich eine ganz Schulklasse im Laden,“ sagt die Verkäuferin. Auch Bauarbeiter kämen regelmäßig zum Mittagessen und Kaffeetrinken vorbei.

Bunte Werbung lädt die Menschen ein, in den Laden zu kommen. Quelle: Klimas

Der Name des Lebensmittelgeschäfts an der Kreuzung zur Tismarstraße ist eine Kombination aus ihrem Nachnamen und dem Spitznamen von Tochter Leyla. Dass „Öz & Le“ in der Stadt als Spätkauf wahrgenommen wird, kann die Inhaberin indes nicht so recht bestätigen: „Unser Sortiment gleicht zwar den vielen Kiosken in Berlin, wir schließen aber spätestens um 21 Uhr. Im Gegensatz zur Großstadt gibt es in Brandenburg kaum Leute, die es gewöhnt sind, noch spätabends einzukaufen.“ Dass der Laden aber auch sonntags von 7 bis 19 Uhr geöffnet ist, nehmen viele Menschen dankend an.

Almisa Öz ist gebürtige Bosnierin. Mit ihrer Familie ist sie 1993 als Kriegsflüchtling nach Brandenburg gekommen. Dass in ihrem Sortiment heute vorrangig türkische Spezialitäten angeboten werden, liegt an der Herkunft ihres Ehemanns. 1987 kam Baki Öz nach Berlin. Mitte der 1990er Jahre kam er mit seinem Bruder nach Brandenburg zu Besuch, lernte dabei seine heutige Frau kennen – und blieb. „Ich mag Brandenburg inzwischen mehr als Berlin“, sagt der gelernte Bäcker. „Die Stadt ist ruhig und sauber, es ist angenehmer als in der Hektik der Metropole.“

In der ersten Zeit sei er noch gependelt, doch bald folgte die komplette Übersiedlung in die Havelstadt. Hier betreibt Öz heute am Nicolaiplatz seinen eigenen Dönerimbiss. Im „Öz & Le“ ist er zuständig für die Warenlieferung der Produkte, die aus dem Berliner Wedding herangeschafft werden. „Die bunten und leckeren Kekse in der Auslage sind aber hausgemacht“, strahlt er.

Nur einmal pro Jahr reist Bakis Frau Almisa in ihr Heimatland. „Ich fühle mich als Brandenburgerin. Auch wenn es anfangs aufgrund der Sprache schwierig war“, erinnert sie sich. Heute hat sie ihren Platz gefunden – als Rundum-Versorgerin der Brandenburger.

Von Charlotte Klimas

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