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Brandenburg/Havel Wie weiter in Brandenburg an der Havel? Fünf Fragen an die Kandidaten der Kommunalwahl
Lokales Brandenburg/Havel Wie weiter in Brandenburg an der Havel? Fünf Fragen an die Kandidaten der Kommunalwahl
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19:33 17.04.2019
Szene in einem Wahllokal. Quelle: Friedrich Bungert
Brandenburg/H

Am 26. Mai hat Brandenburg an der Havel die Wahl. Bei der Kommunalwahl bestimmen die Bürger, wer sie in Stadtverordnetenversammlung und Ortsteilen vertreten soll. 327 Bürgerinnen und Bürger bewerben sich um ein Stadtverordnetenmandat.

Die MAZ hat die fünf Erstplatzierten aller Parteien in den drei Wahlkreisen eingeladen, fünf Fragen zu beantworten. Hier die Antworten, die uns Kandidatinnen und Kandidaten aus dem Wahlkreis 1 – Altstadt, Nord – geschickt haben.

Von welchem Alter an sollten Bürger eine Fahrtauglichkeitsprüfung ablegen? Oder halten Sie eine solche Prüfung für unnötig?

Christian Bosse (AfD)

Name: Christian Bosse

Geburtstag/-ort: 30.3.1984 in Schönebeck/Elbe

Familienstand/Kinder: geschieden, zwei Kinder

Ausgeübter Beruf: Schichtleiter (Chemikant)

Kandidatur für welche Partei: AfD

Wahlkreis/ Listenplatz: 1/5

Seit wann Parteimitglied: Februar 2018

Private Interessen: Motorradfahren, Angeln

Christian Bosse (AfD): Unnötig.

Ricardo Zinke (FDP): Ich denke nicht, dass es eine Frage des Alters ist. Jeder sollte frei für sich entscheiden können wenn er sich hinter ein Steuer setzt, ob er körperlich und geistig in der Lage dazu ist, ein Fahrzeug zu führen.

Astrid Fistler (Grüne): Ich halte nichts davon, dass für ältere Bürger besondere Vorschriften erlassen werden.

Thomas Fletling (CDU): Sollte jeder Bürger selbst entscheiden bzw. auf den Rat der Familie hören.

Daniel Keip (SPD): Jeder der im Straßenverkehr sollte nach bestandener Fahrprüfung regelmäßig selbst einschätzen, ob er oder sie noch in der Lage ist ein Fahrzeug sicher zu führen. Unachtsamkeit oder körperliche Einschränkung sind weniger eine Frage des Alters, sondern eher der konkreten Situation in der man sich befindet. Deshalb kommt es für mich auf den Einzelfall all und jeder sollte selbst einschätzen, wann er kein Fahrzeug mehr führen kann oder möchte.

Woran fehlt es Kindern und Jugendlichen in der Stadt?

Bosse: Perspektiven für die Zukunft und mehr Freizeitangebote.

Zinke: Ich denke, den Kindern und Jugendlichen geht es gut in der Stadt.

Astrid Fistler (Bündnis 90/Die Grünen)

Name: Astrid Fistler

Geburtstag/-ort: 1957 in Brandenburg an der Havel

Familienstand/Kinder: verheiratet; 1 erwachsenen Sohn

Ausgeübter Beruf: zur Zeit Hausfrau

Kandidatur für welche Partei: Bündnis 90/Grüne

Wahlkreis/Listenplatz: 1/3

Seit wann Parteimitglied: 2010

Private Interessen: Reisen

Fistler: Das kann ich so pauschal nicht sagen.

Fletling: Qualitativ gute Schulbildung, Freizeitangebote, z.B. gute Discothek.

Keip: Adäquaten Angeboten. Die Jugendhäuser unserer Stadt leisten eine tolle Arbeit, erreichen in Zeiten von Ganztagsschule und bei den Jugendlichen immer geringerer Bereitschaft sich in Vereinen zu organisieren, aber nicht mehr die Masse an Kindern und Jugendlichen mit ihren Angeboten. Deshalb werden beispielswiese Freiräume in der Innenstadt von Jugendlichen belebt – auch mit negativen Konsequenzen für die Nachbarschaft. Aber offensichtlich brauchen junge Brandenburgerinnen und Brandenburger solche Freiräume. Diese angemessen zu gestalten und die Konflikte mit den Nachbarn zu moderieren, daran fehlt es aus meiner Sicht.

Was ist Ihr wichtigstes Ziel für Familien in Brandenburg/Havel?

Bosse: Mehr Unterstützung bei der Kinderbetreuung für arbeitstätige Eltern.

Ricardo Zinke (FDP)

Name: Ricardo Zinke

Geburtstag/-ort: Brandenburg an der Havel

Familienstand/ Kinder: verheiratet, keine Kinder

Ausgeübter Beruf: Unternehmer

Kandidatur für welche Partei: FDP

Wahlkreis/ Listenplatz: 1/7

Seit wann Parteimitglied: parteilos

Private Interessen: Bagger fahren, lesen.

Zinke: Familien sollten sich keine Sorgen machen müssen, ob/wann oder wo sie ihre Kinder in Kitas oder Schulen unterbringen.

Fistler: ein auskömmliches, selbst erarbeitetes Einkommen.

Fletling: Bezahlbaren Wohnraum schaffen und damit die Familien in Brandenburg zu halten. Noch mehr Arbeitsplätze schaffen.

Keip: Eine flächendeckende Versorgung mit Kindertagesstätte und Hortangeboten in der Nähe zum Wohn- und Arbeitsort der Eltern. Hier haben wir Nachholbedarf. Denn obwohl die Zahl der Plätze gestiegen ist, gibt es noch immer gerade in dicht besiedelten Quartieren zu wenige Plätze. Das bedeutet für die Kleinsten und ihre Eltern oft lange Wege zur Einrichtung, das muss sich ändern.

Wenn Sie könnten, wie Sie wollten: Wer in Brandenburg/Havel bekäme 100.000 Euro aus dem städtischen Haushalt?

Bosse: dem Slavendorf.

Zinke: Ich würde das Geld in die Grundschulen investieren, hier fehlt es erheblich an Lehrmitteln, um einen fortschrittlichen und modernen Unterricht zu gestalten. Die Ausbildung der Kinder in den Grundschulen ist das Fundament des weiteren Lebens- und Bildungsweges.

Fistler: das Frauenhaus.

Thomas Fletling (CDU)

Name: Thomas Fletling

Geburtstag/-ort: 11.6.1957 in Brandenburg an der Havel

Familienstand/Kinder: verheiratet, ein Kind

Ausgeübter Beruf: Geschäftsführer Fleso’s Teppichbodenland

Kandidatur für welche Partei: CDU

Wahlkreis/ Listenplatz: 1/5

Seit wann Parteimitglied: parteilos

Private Interessen: Familie, Angeln, Musik als DJ

Fletling: ein Drittel für die Senioren, ein Drittel für die Schulen, ein Drittel für die Kitas.

Daniel Keip (SPD)

Name: Daniel Keip

Geburtstag/-ort: 12. August 1986 in Brandenburg (Havel)

Familienstand/Kinder: in fester Partnerschaft, keine Kinder

Ausgeübter Beruf: Angestellter bei der Polizei

Kandidatur für welche Partei: SPD

Wahlkreis/ Listenplatz: 1/4

Seit wann Parteimitglied: 2002

Private Interessen: Radfahren, Rudern, Lesen und Wandern.

Keip: Das KiJu in der Willibald-Alexis-Straße und die Tafel in der Wilhelmsdorfer Straße würden jeweils die Hälfte bekommen. Denn die Arbeit, die beide Einrichtungen für unser Gemeinwesen leisten, wird viel zu oft übersehen. Menschen in Not zu helfen, für Kinder da zu sein und Familien zu unterstützten, das ist eine Leistung, die ich mit den 100.000 Euro für konkrete Projekte bei beiden Einrichtungen unterstützen würden.

Haben oder hätten Sie ein Problem mit ehemals inoffiziellen oder hauptamtlichen Mitarbeitern der Stasi in der Stadtverordnetenversammlung?

Bosse: Nein.

Zinke: Da ich diese Zeit verpasst habe und sie eine halbe Ewigkeit her ist, ist dies für mich nicht mehr wichtig.

Fistler: Ein klares „Ja“!

Fletling: Ja.

Keip: Wenn sie mit ihrer Biografie und diesem Bruch offen umgehen würden, dann nicht. Doch wenn jemand gelogen hat und es bis heute tut oder erst die Wahrheit gesagt hat, nachdem er oder sie aufgeflogen ist, dann heißt die Antwort ganz klar: Ja.

Von Jürgen Lauterbach

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