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Wildblumen-Pflege auf der Dominsel

Brandenburg an der Havel Wildblumen-Pflege auf der Dominsel

Ein engagiertes Team um Andreas Ziemer hilft, der heimschen Flora und Fauna auch im Stadtzentrum von Brandenburg an der Havel rund um den Dom neuen Raum zu geben: Jetzt wurden die Wildwiesen gepflegt und neue Wildblumen ausgesät.

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Fleißige Helfer beim Arbeitseinsatz auf der Dominsel.

Quelle: privat

Brandenburg/H. Die Brandenburger Dominsel zu einem bunten Aushängeschild mit Wildblumen im Stadtbild zu machen, hat sich der Hobbybiologe Andreas Ziemer schon vor Jahren erfolgreich auf die Fahnen geschrieben. Während mancher den Naturschützer belächelt, der bei Wind und Wetter aus intensiv gepflegtem Landschaftsrasen nach Ansaat von Wildrasen und Wildblumen inmitten der Stadt Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tierarten schafft, gibt es von dem Naturschutzbund und vielen Domern dafür großen Applaus.

Dieser Tage waren Andreas Ziemer und ein Dutzend Gleichgesinnter auf dem Dom unterwegs, um die Grünanlagen nachhaltig zu pflegen. Mit dabei auch der parteilose Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl Jan von Lessen.

„Einzelne Erfolge von regionalen Initiativen zum Schutz der Natur dürfen über den anhaltenden Artenschwund in unserer Region nicht hinweg täuschen. Im ländlichen Raum sind die Produktionsmethoden der industriellen Landwirtschaft Hauptverursacher für das Verschwinden von Wiesenblumen, Wildbienen, Schmetterlingen und Singvögeln“, klagt Andreas Ziemer. Der im Zusammenhang mit der Mitmach-Buga in Brandenburg an der Havel 2013 eingeschlagene Weg, mit Unterstützung des Naturschutzbundes und vieler Projektpartner Rasenflächen in Wildblumenwiesen umzuwandeln, geht auf.

Wohl auch deshalb halfen jetzt viele Mitstreiter auf der Dominsel dabei, Mahdgut und Laub von den Wildblumenwiesen zusammen zu tragen, illegale Müll- und Gartenabfällen zu entsorgen und Wildblumen zu pflanzen. Entlang der Domlinden wurden dabei überwiegend Wiesen-Flockenblumen in die Erde gebracht, sagt Andreas Ziemer.

Gut zu erkennen seien die Ergebnisse der Ansaaten aus dem Jahr 2016. Unzählige Jungpflanzen der Wiesen-Margerite bedecken den Boden und werden im nächsten Mai ihre weiße Blütenpracht entfalten, freut sich der Botaniker. Unterstützt wurden die Akteure von der Initiative „Bunte Wiese Potsdam“. Das ist eine Gruppe aus Studierenden, Professoren und Mitarbeitern der Universität Potsdam, die sich für mehr biologische Vielfalt im innerstädtischen Raum einsetzt.

Im Stadtgebiet Potsdam finden sich wie auf der Brandenburger Dominsel gepflegte Flächen auf dem Campus der Universität Potsdam in Golm und vor dem Neuen Palais.

Das Engagement für die Natur trägt Früchte beim Nachwuchs, freut sich Andreas Ziemer. Nicht nur sein Sohn Lukas (16) half mit. „Unglaublich engagiert beim Harken und Pflanzen waren die Kinder Sophia und Friedrich. Beide kennen die Natur aus dem Garten ihrer Eltern, erklärt Andreas Ziemer. Es sei wichtig, Kinder möglichst früh mit der Natur vertraut zu machen, denn: „Man achtet und schützt nur, was man kennt und versteht.“

Von Benno Rougk

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