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Winterschlaf beim Buga-Zweckverband

Die Nachwehen der Gartenschau Winterschlaf beim Buga-Zweckverband

Ursprünglich sollte der Buga-Zweckverband alle Gartenschau-Areale schon zum Jahreswechsel an die Ausrichterkommunen zurückgegeben haben, doch auf dem Brandenburger Packhof ist am Montag erst einmal mit dem Rückbau begonnen worden – und dies auch mit Hindernissen.

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Abbau auf dem Packhof: Ronny Geppert und Dennis Thiem von H & K Gartendesign können erst jetzt loslegen, weil der Zweckverband beinahe handlungsunfähig ist.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg/H. Der Packhof wird nun abgeräumt. Eigentlich sollte dies schon seit mehr als einem Monat erledigt sein, doch konnten die Mitarbeiter der Firma H & K Gartendesign aus Brielow erst an diesem Montag loslegen. Die Gründe sind beim Buga-Zweckverband zu suchen – der ist mittlerweile personell so weit ausgedünnt, dass kaum noch planvolles Arbeiten möglich ist.Nun kümmert sich Svenja Goltz um Brandenburg an der Havel, bislang war sie Projektkoordinatorin in Stölln, wo die Arbeiten auch gerade erst abgeschlossen werden konnten.

Mangelnde Kontrollen und Übersicht beim Zweckverband haben wiederum unangenehme Folgen, die für weitere Verzögerungen sorgen. So haben beispielsweise die Errichter der Themengärten auf dem Packhof diese teilweise nicht vollständig abgebaut, fürs Entsorgen muss sich H & K-Chef Thomas Hurt mühselig einzelne Nachträge freigeben lassen. In Premnitz beispielsweise hat das Unternehmen etwa 10 000 Euro Mehrkosten in Rechnung stellen müssen, in Brandenburg an der Havel wird es wohl mehr.

Mangelnde Kontrollen haben unangenehme Folgen

Hurts Erfahrungen vom Marienberg sprechen dafür: Dort hat er unter anderem die temporären Staudenbeete im Zentralpark ausgebaut, Rasen angesät, 26 Eichen, Ahorne und Zierkirschen vom Packhof in den Bürgerpark Marienberg umgesiedelt. Doch aufwendige Maßnahmen wie ein Winterschutz für die mehr als 5000 Stöcke des Rosengartens waren im Leistungsverzeichnis einfach „vergessen“ worden.

Auch am Packhof waren die Abbau-Ausschreibungen unter der Prämisse erfolgt, dass der Zweckverband alles verkauft, was nicht niet- und nagelfest ist. Entgegen anderslautender Behauptungen sind aber viele Teile übrig geblieben, so beispielsweise die Holzeinfassungen für die Schiffs-Silhouetten welche die 33 Themengärten umgeben haben. Die „Lina Marie“ ist auch nicht im Auftrag enthalten, obwohl die Stadtverordneten mittlerweile den Komplettabbau neuerlich beschlossen haben.

Diebstahl und Vandalismus machen dem einst so schönen Buga-Areal derzeit zu schaffen. „Beinahe jede Nacht wird der Zaun aufgebrochen“, sagt Hurt. Etliche Bäume, viele Ahorne – teilweise standen sie in Töpfen – wurden gestohlen. Bei H & K sind viele Hinweise zu möglichen Tätern und neuen Standorten eingegangen. Der Zweckverband als Eigentümer müsste sich nur zu entsprechenden Anzeigen durchringen, damit die Firma ihr Wissen an die Ermittlungsbehörden weitergeben darf.

18 Kilometer Holzlatten

Gut vier Hektar groß war die Ausstellungsfläche des Packhofes zur Buga.

Vor allem die Garten- und Landschaftsbauer der Region zeigten in 33 Themengärten ihr Können.

Alleine 18 Kilometer lang war die Holzlattung, mit der die fünf stilisierten Gartenschiffe eingezäunt waren.

Rund 365.000 Euro Erlös hatte sich der Zweckverband aus dem Resteverkauf nach der Gartenschau erhofft, erlöst wurde wohl weit weniger.

Der Lagerplatz in Premnitz ist immer noch gut gefüllt, vor allem die grünen Zäune sind kaum wirtschaftlich wiederverwendbar.

„Der Zaun steht zudem nicht umsonst da. Es ist gefährlich, auf eigene Faust übers Gelände zu gehen, überall schauen Bodenanker und Stahlbolzen aus der Erde, die zu ernsthaften Verletzungen führen können.“

Wenn alle glatt geht, kann der Packhof Ende März an den Zweckverband und durch diesen an die Stadt übergeben werden, schätzt der Firmenchef ein.

Doch bis dahin seien zudem auch noch Fragen zu klären – etwa nach dem Schicksal der „Lina Marie“: Bleibt sie tatsächlich stehen, müsste auch der Zaun bleiben. Das Holzlattengerüst wäre für spontane Kletterversuche viel gefährlich. Ungeklärt ist auch das Schicksal der Erhaltungskulturen – beispielsweise mit dem Breitblättrigen Knabenkraut – diese hatten Nabu und Universität Potsdam gemeinsam angelegt.

Von André Wirsing

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