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Brandenburg/Havel Winterschwimmen: Vier Grad Wassertemperatur zu mild für Eisbären
Lokales Brandenburg/Havel Winterschwimmen: Vier Grad Wassertemperatur zu mild für Eisbären
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14:52 12.03.2019
Zum Winterschwimmen laden die Brandenburger Eisbären Vereine aus dem gesamten Bundesgebiet an den Beetzsee ein. Quelle: Tobias Wagner
Brandenburg/H

 Langsam steigen die Temperaturen und mit diesen auch die Freude auf den ersten Strandbesuch. Doch während der sommerliche Badespaß noch etwas auf sich warten lassen muss, stürzen sich die ersten Unerschrockenen bereits in das kalte Nass der Gewässer in und um Brandenburg an der Havel.

Im März steigen die Brandenburger Eisbären in die kalten Fluten am Grillendamm.

Immer ganz vorne mit dabei sind da die Winterschwimmer der Brandenburger Eisbären. Jetzt war es wieder soweit und die scheinbar kälteunempfindlichen Mitglieder luden zum mittlerweile 39. Winterschwimmen am Grillendamm.

Über 40 Schwimmer aus dem gesamten Bundesgebiet folgten der Einladung und wagten vor zahlreichen Besuchern den Gang in den Beetzsee. Die vier Grad Wassertemperatur stellte für die teils bunt Kostümierten aus Vereinen wie den „Eisvögeln“ aus Waren, den Leipziger „Pinguinen“ oder den Rostocker „Seehunden“ allerdings keine Herausforderung dar.

Die Schwimmer vermissen die Eisschollen

„Das Winterschwimmen hätte deutlich mehr hergemacht, wenn ein paar Eisschollen auf dem Beetzsee geschwommen wären“, bedauert Heike Gose die milden Temperaturen. Die 55-Jährige ist seit über sechs Jahren Vorsitzende der Eisbären mit Sitz auf dem Vereinsgelände der Kanuten „Freie Wasserfahrer“ am Wiesenweg und moderierte die Veranstaltung. „Leider werden es auch immer weniger Sportler und diese auch nicht jünger.“

So sei zu DDR-Zeiten einiges mehr los gewesen als heute. Hier wurde das Winterschwimmen ab den 1960er-Jahren populär. Das erste „Treffen der Kaltwasserschwimmer“ organisierte die Zeitung der Pioniere „Die Trommel“ im Februar 1979 in Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern. Mit Teilnehmern aus der Volksrepublik Polen und der CSSR, heute Tschechei, war es bereits international besetzt.

Früher gab es Treffen mit bis zu 10.000 Zuschauern

„Da waren damals teilweise 250 Schwimmer und 10.000 Zuschauer“, so Gose. „Mittlerweile finden wir leider keinen Nachwuchs mehr, das ist ein deutschlandweites Problem.“ Wiederum erlebe das Kälteschwimmen in Polen inzwischen einen Boom. „Da ist es vor allem bei den 20- bis 30-Jährigen beliebt“, erklärt die Vereinsvorsitzende, die eigentlich aus Magdeburg stammt und 2007 in die Havelstadt zog.

„Ich bin immer schon gerne geschwommen und besuchte regelmäßig das Abbaden in Magdeburg“, sagt Gose. „Da kam ich immer als Letzte aus dem Wasser.“ Beim Baden habe sie auch ihren Mann kennengelernt, einen gebürtigen Rathenower wegen dem Gose nach Brandenburg an der Havel zog und mit dem sie regelmäßig die Weltmeisterschaften im Winterschwimmen besucht.

Bis nach Sibirien und Finnland zum Schwimmen

„Wir waren beispielsweise in Sibirien, Finnland und fahren nächstes Jahr nach Slowenien“, so Gose. „Da werden Strecken von 25 bis 450 Kilometern bei teilweise –15 Grad Wassertemperatur geschwommen.“

Dass der Gang ins Wasser bei diesen Temperaturen einen richtigen Kick gibt, bestätigt Kirsten Hochmuth, die mit fünf Mitgliedern der „Saunis“ aus Arendsee in Sachen-Anhalt an den Beetzsee reiste. „Man bekommt einen Adrenalinschub der einen für Stunden beflügelt“, so Hochmuth. „Mein erstes Mal Winterschwimmen war Wahnsinn weil ich da in ein Eisloch gestiegen bin.“

Ganz so kalt war es beim traditionellen Winterschwimmen am Beetzsee zwar nicht, aber für Gose war die Veranstaltung trotzdem gelungen: „Eis, Schnee und Sonne wären optimal gewesen, aber dabei sein ist schlussendlich alles.“

Von Tobias Wagner

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